Am 21. Novem­ber 2020 ist der Vor­sit­zen­de unse­rer Stif­tung, Herr Diet­mar Meder, ver­stor­ben. Lesen Sie unse­ren Nach­ruf:

Die “Düs­sel­dor­fer Tage der Beruf­li­chen Ori­en­tie­rung 2021” wer­den hybrid: Unter­neh­men kön­nen ab sofort Ihre Ter­mi­ne, ob ana­log, nur digi­tal oder hybrid ein­stel­len unter www.berufsorientierungstage.de. Auf die­ser Web­sei­te erhal­ten Sie auch wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen zu den Berufs­ori­en­tie­rungs­ta­gen. Wenn Sie noch kei­ne Details ken­nen, kön­nen Sie trotz­dem Ihren Ter­min bereits online ein­ge­ben und spä­ter ger­ne ergän­zen.

Wenn Sie sich betei­li­gen möch­ten, aber glau­ben, kei­ne Res­sour­cen, z.B. tech­ni­sche Res­sour­cen, zu haben, rufen Sie uns ger­ne an oder schrei­ben Sie uns: wir haben bestimmt eine Lösung (yildiz@unternehmerschaft.de, 0211.6690822). Frau Yil­diz steht für alle Ihre Rück­fra­gen jeder­zeit zur Ver­fü­gung.

Die “Düs­sel­dor­fer Tage der Beruf­li­chen Ori­en­tie­rung” sind in die­sem neu­en For­mat auch ide­al für klein- und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men.

Geben Sie den Jugend­li­chen, geben Sie der “Genera­ti­on Coro­na”, die in die­sem Jahr KEINE Prak­ti­ka, kei­ne Unter­neh­men und kei­ne Berufs­bil­der live erle­ben durf­te, bit­te eine Chan­ce.

Wir wür­den uns freu­en, wenn Sie mit­ma­chen vom 17.–24. März 2021. In einem Live­stream haben wir berich­tet, wie die Teil­nah­me Ihres Betrie­bes funk­tio­nie­ren kann. Den Stream fin­den Sie im Netz unter www.kompetenzzentrum-duesseldorf.de Wei­ter­le­sen

Seit 20 Jah­ren gibt es das Dua­le Ori­en­tie­rungs­prak­ti­kum (DOP). Es ist ein Modul der Stu­di­en­ori­en­tie­rung. Die Idee: Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen in einer Woche das Stu­di­en­le­ben auf einem Cam­pus ken­nen. Anschlie­ßend erfah­ren sie in einem Betriebs­prak­ti­kum, was sie mit die­sem Wunsch-Stu­di­um spä­ter nach der Schu­le machen kön­nen. Damit ist das DOP ein­ma­lig. Auf­grund von Coro­na muss­te das Düs­sel­dor­fer DOP-Team, an der Spit­ze mit Pro­jekt­lei­te­rin Rena­te Kiszkiel, kom­plett umden­ken und ent­wi­ckel­te in weni­gen Wochen ein neu­es DOP, näm­lich das neue “Digi-DOP”. Die Allein­stel­lungs­merk­ma­le: (1) Wir infor­mie­ren über alle Hoch­schu­len und Aka­de­mi­en, die für die Schü­ler von Inter­es­se sind. (2) Wir infor­mie­ren auch über neue Mög­lich­kei­ten des Stu­di­ums, näm­lich z.B. das Dua­le Stu­di­um in den Unter­neh­men direkt. (3) Wir infor­mie­ren auch über die Dua­le Aus­bil­dung, die teil­wei­se zumin­dest auch in den Unter­neh­men in Kom­bi­na­ti­on mit einem Dua­len Stu­di­um mög­lich sind. Heu­te berich­tet Rena­te Kiszkiel über ihre ers­te Erfah­run­gen mit dem “Digi-DOP” und lässt auch Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu Wort kom­men. Lie­be Rena­te, bes­ten Dank für Ihren Impuls in die­sem BLOG.

Im Moment sind vie­le Pro­jekt­part­ner aus Hoch­schu­len, Unter­neh­men und zum Teil auch aus Schu­le im Home-Office und ver­su­chen von dort aus an vie­len Stel­len ihre Pro­jek­te zur Beruf­li­chen Ori­en­tie­rung in digi­ta­le For­ma­te umzu­mün­zen. Ich habe schon das Gefühl, dass uns das Jahr mit die­ser Auf­ga­be viel abver­langt hat. Neue For­ma­te muss­ten kon­zi­piert, gut durch­dacht und an die Ziel­grup­pen gebracht wer­den. Gera­de die Schüler*innen in den Abschluss­jahr­gän­gen, muss­ten mit einer Per­spek­tiv­lo­sig­keit und Unge­wiss­heit in ihre Zukunft bli­cken, die ich mir gar nicht vor­stel­len mag.

Vor ca. einer Woche habe ich mein neu­es For­mat „Digi­DOP“ digi­tal erprobt. Die­ses Pro­jekt ersetzt unter Coro­na-Bedin­gun­gen das sehr erfolg­rei­che Dua­le Ori­en­tie­rungs­prak­ti­kums, bei dem Schü­le­rin­nen und Schü­ler eine Woche lang die Düs­sel­dor­fer Hoch­schu­len besu­chen und dar­an anschlie­ßend sich in einem aka­de­mi­schen Berufs­feld erpro­ben. In der aktu­el­len Situa­ti­on war dies nicht mög­lich, weil auch die Hoch­schu­len aus Coro­na-Schutz­vor­ga­ben kei­ne Schü­le­rin­nen und Schü­ler ein­la­den durf­ten. In dem neu­en „Digi­DOP“ kön­nen sich Schü­le­rin­nen und Schü­ler auf einer geschütz­ten Lern­platt­form für ihre Digi­DOP-Woche anmel­den, erhal­ten Arbeits­ma­te­ria­li­en und kön­nen selbst­stän­dig an Live-Ver­an­stal­tun­gen der Düs­sel­dor­fer Hoch­schu­len teil­neh­men.

Nun möch­te ich allen Pro­jekt­part­nern an die­ser Stel­le noch ein­mal Mut machen: die Anstren­gun­gen einer kom­plet­ten Umstruk­tu­rie­rung von Real-Pro­jek­ten in Digi­tal-Pro­jek­te lohnt sich – das zeigt mir die heu­ti­ge Nach­be­rei­tung des aktu­ell lau­fen­den Digi­DOP-Pro­jek­tes.

Hier bin ich auf die Rück­mel­dun­gen aus der Abschluss­run­de des DigDOPs gesto­ßen und möch­te die­se mit Ihnen und Euch tei­len, denn mein Gefühl ist und bleibt: Schüler*innen sind sehr froh und dank­bar über unse­re Ange­bo­te. Gera­de Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die nur wenig Unter­stüt­zung von Zuhau­se erhal­ten, pro­fi­tie­ren von die­sen.

Hier also mei­ne Top 12 der herz­er­wär­men­den und ent­schä­di­gen­den Rück­mel­dun­gen der Schü­le­rin­nen und Schü­ler, für die zurück­lie­gen­den und viel­leicht auch noch vor uns lie­gen­den Mona­te, die uns in unse­rem Pro­jekt­ma­nage­ment her­aus­ge­for­dert haben und auch noch wei­ter­hin her­aus­for­dern wer­den:

Ich fand es wirk­lich so toll, das wir über­haupt so eine Mög­lich­keit bekom­men haben. Es bringt vie­len Men­schen etwas und ich wür­de mir wün­schen es wird wei­ter gemacht, denn wenn man wirk­lich Inter­es­se am Stu­die­ren oder etc. hat, möch­te man sich auch wirk­lich gut dar­auf vor­be­rei­ten, das geht am bes­ten mit so einer Mög­lich­keit wie dem Digi­DOP“

Ich schät­ze sehr, dass Sie sich die Zeit für uns genom­men haben, um uns in der Zukunft wei­ter­zu­hel­fen, wofür Sie eigent­lich nicht dazu ver­pflich­tet sind. Wie gesagt hat­te ich am Anfang kei­ne Ahnung was ich spä­ter machen will aber durch das DIGI-DOP Pro­gramm weiß ich was ich kon­kret machen möch­te und somit habe ich mehr Moti­va­ti­on bekom­men mein Abitur durch­zu­zie­hen. Vie­len Dank:)“

Es hat mir im Gesam­ten wei­ter­ge­hol­fen und ich bin froh, dass es trotz der Situa­ti­on die Mög­lich­keit gab, die Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len ken­nen­zu­ler­nen.“

Ich fand es sehr inter­es­sant und es war mal was ande­res als sich die Infor­ma­tio­nen aus dem Inter­net zu zie­hen“

Ich fand die­se Woche sehr inter­es­sant, gleich­zei­tig auch von den The­men her sehr aktu­ell. Ich bin dank­bar, dass Sie so fle­xi­bel sind und die­ses Prak­ti­kum im Inter­net ange­bo­ten haben.“

Ich hat­te erst­mal gar kei­ne Per­spek­ti­ve doch jetzt weiß ich unge­fähr was ich machen möch­te. Ich dan­ke Ihnen sehr :)“

Ich fand die Woche sehr infor­ma­tiv und habe somit vie­le Vor­trä­ge besucht. Es war halt scha­de, dass die Stu­di­en­gän­ge, die mich inter­es­siert haben kei­ne Vor­trä­ge gehal­ten haben. Aber die die ich besucht habe waren inter­es­sant und ich konn­te dadurch mei­ne Stu­di­en­wahl bes­ser defi­nie­ren. Ich hab mich aber spä­ter selbst noch auf des­sen Home­pages infor­miert. War also kein gro­ßes Pro­blem.“

Ich fand die Woche ziem­lich hilfs­be­reit, da ich eini­ge Stu­di­en­gän­ge kenn­ge­lernt habe an die ich wahr­schein­lich nie­mals selb­stän­dig gedacht hät­te und die ich am Ende dann doch inter­es­sant fand.“

Ich fand es sehr scha­de, dass wir lei­der nicht in die Uni konn­ten, jedoch fand ich die­se Woche sehr inter­es­sant. Ich per­sön­lich hab an 6 ver­schie­de­nen Vor­le­sun­gen teil­ge­nom­men, und konn­te auch viel mit­neh­men. Was ich scha­de fand ist, dass man­che Vor­le­sun­gen sehr tro­cken waren, sodass es nach einer Zeit sehr lang­wei­lig gewor­den ist. Jedoch waren vie­le Vor­le­sun­gen sehr schön gestal­tet und es war auch inter­es­sant zuzu­hö­ren. Zu mir per­sön­lich, kann ich sagen, dass ich viel mit­ge­nom­men hab von der Woche, da ich jetzt weiß, in wel­che Rich­tung ich unge­fähr gehen möch­te und wel­che Stu­di­en­gän­ge eher etwas für mich wären und wel­che eher nicht. Ich dan­ke Ihnen sehr für die­se infor­ma­ti­ve Woche und die Zeit die Sie sich für uns genom­men haben! :))“

Ich wuss­te von Anfang an was ich stu­die­ren möch­te, jedoch fand ich es gut das wir trotz der aktu­el­len Lage die Mög­lich­keit hat­ten hier teil­zu­neh­men. Vie­le Sachen kann­te ich gar nicht bzw. hab ich falsch ein­ge­schätzt und ich hab ein Plan b gefun­den.“

Mir per­sön­lich hat die Woche sehr gefal­len, da die Ver­an­stal­tun­gen sehr infor­ma­tiv und span­nend waren. Alle Ver­an­stal­te­rin­nen haben mei­ner Mei­nung nach eine sehr gute Arbeit geleis­tet, da sie mit ihren Ver­an­stal­tun­gen uns vie­les mit auf den Weg gege­ben haben. Dan­ke, das wir trotz der aktu­el­len Situa­ti­on einen Ein­blick in die ver­schie­den Stu­di­en­gän­ge haben durf­ten!“

Also ich fin­de die Woche war sehr hilf­reich. Ich war sel­ber auch in vie­len versch. Live-Vor­trä­gen, am bes­ten hat mir Medi­zin und Berufs­pädgo­gik gefal­len. Ich habe gelernt, dass man z.B. bei eini­gen Fächern ein Vor­prak­ti­kum braucht. Auch wenn wir die Uni nicht per­sön­lich besu­chen konn­ten, fin­de ich es gut, dass wir die Mög­lich­keit hat­ten, unse­re Fra­gen zu stel­len. Vie­len Dank dafür!“

Bei der Auf­lis­tung die­ser Rück­mel­dun­gen geht es mir in kei­nem Fal­le dar­um uns oder unse­re gelun­ge­ne Pro­jekt­ar­beit in der Vor­der­grund zu stel­len. Wich­tig ist mir zu zei­gen, wie wich­tig es ist genau an der Stel­le des Über­gangs, gera­de jetzt, krea­ti­ve und alter­na­ti­ve For­men zu fin­den, um Schü­le­rin­nen und Schü­ler nicht mit ihrer Stu­di­en- und Berufs­ori­en­tie­rung allei­ne zu las­sen.

Das schaf­fen wir, wenn alle an einem Strang zie­hen und gemein­schaft­lich dar­an arbei­ten.

Hier­für möch­te ich mich bei den vie­len Hoch­schu­len aus Düs­sel­dorf bedan­ken, vor allem bei den lang­jäh­ri­gen Part­nern der Hein­rich-Hei­ne-Uni­ver­si­tät und der Hoch­schu­le Düs­sel­dorf, den vie­len Unter­neh­men und den Schu­len, die uns ihr Ver­trau­en schen­ken mit ihren Schü­le­rin­nen und Schü­lern neue For­ma­te aus­zu­pro­bie­ren.

  • Ins­ge­samt 2.629 Schü­le­rin­nen und Schü­ler gehen am 09. Novem­ber an den Start
  • Das Fina­le der 20 bes­ten Teams fin­det im März 2021 statt

Wirt­schaft­li­che Zusam­men­hän­ge und unter­neh­me­ri­sches Han­deln nicht nur ken­nen, son­dern ver­ste­hen: das ist es, was SCHULBANKER – das Plan­spiel des Ban­ken­ver­ban­des — bewir­ken möch­te. Die­ses Jahr wer­den wie­der über 2.600 Schü­le­rin­nen und Schü­ler vier Mona­te lang eine vir­tu­el­le Bank mana­gen. Ins­ge­samt 634 Teams aus 148 Schu­len star­ten bei der neu­en Run­de von SCHULBANKER am kom­men­den Mon­tag — dar­un­ter auch acht Teams aus Ita­li­en, 33 aus Öster­reich, drei aus der Schweiz und sogar eins aus Spa­ni­en. 

Über unser Plan­spiel ver­su­chen wir Schü­le­rin­nen und Schü­ler spie­le­risch an die wirt­schaft­li­che Pra­xis her­an­zu­füh­ren. Als Vor­stän­de ihrer eige­nen vir­tu­el­len Bank ver­fol­gen die Jugend­li­chen Akti­en­kur­se, legen Zin­sen fest, ver­ge­ben Kre­di­te und wer­den pra­xis­nah an gesamt­wirt­schaft­li­che Zusam­men­hän­ge her­an­ge­führt. Sie ler­nen, wie ihre Ent­schei­dun­gen Markt­ent­wick­lun­gen beein­flus­sen und wie sich die Kon­junk­tur­la­ge und das Ver­hal­ten ihrer Kon­kur­ren­ten auf ihren Geschäfts­er­folg aus­wir­ken“, sagt Andre­as Kraut­scheid, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Ban­ken­ver­ban­des. „Es ist gera­de heu­te beson­ders wich­tig, dass Jugend­li­che unse­re kom­ple­xen Wirt­schafts- und Finanz­sys­te­me durch­drin­gen, denn auch bei The­men wie Kli­ma­schutz spie­len Ban­ken eine zen­tra­le Rol­le. Wir Ban­ken wol­len die Wirt­schaft bei der Finan­zie­rung der Kli­ma­schutz­maß­nah­men unter­stüt­zen – hin zu einer kli­ma­freund­li­che­ren Gesell­schaft und Wirt­schaft. Das ist gera­de jun­gen Men­schen wich­tig und fängt bei ihnen an“, so Kraut­scheid.

Es wer­den sechs Run­den bzw. Geschäfts­jah­re gespielt. Ziel ist es, die eige­ne Bank gegen­über den Kon­kur­ren­ten auf dem Plan­spiel-Markt mög­lichst erfolg­reich zu füh­ren.  

Ende März 2021 tre­ten die 20 bes­ten Teams gegen­ein­an­der an. Die drei Gewin­ner-Ban­ken erhal­ten Geld­prei­se in Höhe von 4.000, 3.000 und 2.000 Euro für ihre Schu­len und zusätz­lich 500, 400 und 300 Euro für die Teams. Mit­ma­chen kön­nen Schü­ler und Schü­le­rin­nen zwi­schen 14 und 21 Jah­ren. Über 87.000 Jugend­li­che aus deut­schen und euro­päi­schen Schu­len mit deutsch­spra­chi­gem Unter­richt haben seit Beginn des Plan­spiels im Jahr 1998 an dem Schü­ler­wett­be­werb bereits teil­ge­nom­men.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie unter schulbanker.de.

Rund 600 Kin­der kamen in den Genuss der Herbst­aka­de­mie der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf. Schwer­punk­te waren die Pro­gramm­ele­men­te zwei­er Initia­ti­ven unse­rer Stif­tung PRO AUSBILDUNG: dem zdi (MINT) und der Girls and Boys aca­de­my. Unter­stützt wur­de das Pro­gramm außer­dem von der Bür­ger­stif­tung Düs­sel­dorf / ein Bericht von Gre­gor Nacht­wey

In den ver­gan­ge­nen Som­mer­fe­ri­en star­te­te die Lan­des­haupt­stadt erst­mals ein kos­ten­lo­ses und frei­wil­li­ges Bil­dungs­pro­gramm für Schü­le­rin­nen und Schü­ler Düs­sel­dorfs. Auf­grund des gro­ßen Zuspruchs wur­de ent­schie­den, das Bil­dungs­an­ge­bot auch für die Dau­er der Herbst­fe­ri­en anzu­bie­ten. Hier­bei betei­lig­te sich nun auch die Bür­ger­Stif­tung Düs­sel­dorf an der Finan­zie­rung des Herbst­fe­ri­en-Pro­gramms. Bereits im letz­ten Jahr hat­te sich die Bür­ger­stif­tung über ihr Men­to­ren­pro­gramm Sprung­brett in das Pro­jekt „Komm auf Tour, dei­ne Stär­ken, dei­ne Zukunft.“ ein­brin­gen kön­nen. Mit dabei waren sei­ner­zeit und auch jetzt wie­der das Schul­ver­wal­tungs­amt und die Düs­sel­dor­fer Stif­tung Pro Aus­bil­dung. Die Ziel­grup­pe für das erneu­te statt­fin­den­de Feri­en Bil­dungs­an­ge­bot blieb unver­än­dert: Es kom­men Jugend­li­che zum Zug, die eine beson­de­re Unter­stüt­zung benö­ti­gen, weil in ihrem Umfeld Bil­dungs­för­de­rung aus unter­schied­lichs­ten Grün­den nicht selbst­ver­ständ­lich ist. So wur­den für das Herbst­fe­ri­en­pro­gramm im Vor­feld in beson­de­rem Maße in Düs­sel­dor­fer Haupt-, Gesamt- und Real­schu­len gewor­ben. In der Anmel­de­pha­se wur­den dann Schü­le­rin­nen und Schü­ler die­ser Schul­for­men beson­ders berück­sich­tigt.

Und das erleb­ten die rund 560 Jugend­li­chen in den zwei Wochen vom 12. bis 23. Okto­ber: Span­nen­de Din­ge aus den Berei­chen Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaft und Tech­nik – kurz: MINT – konn­ten spie­le­risch in ins­ge­samt 33 Work­shops erfah­ren wer­den. Hier­für stan­den knapp 70 Dozen­ten bereit, die dafür sorg­ten, dass Spiel, Spaß und Wis­sens­ver­mitt­lung in einem Gleich­klang stan­den und immer wie­der begeis­ter­ten. Pro­gram­mie­ren, 3D-Druck, 3D-Ani­ma­ti­on, App- und Spie­le­ent­wick­lung, Medi­en­er­stel­lung, Robo­tik und das The­ma Nach­hal­tig­keit stan­den dabei im Fokus. 14 Tage lang konn­ten sich Schü­le­rin­nen und Schü­ler aller Klas­sen­stu­fen in ein- bis fünf­tä­gi­gen Work­shops jeweils von 9 bis 15 Uhr in den Räum­lich­kei­ten des Hein­rich-Hertz-Berufs­kol­legs voll ent­fal­ten. Es war eine Freu­de, zu sehen, was die Jugend­li­chen dabei für Ergeb­nis­se erziel­ten und das, obwohl die meis­ten ohne Vor­kennt­nis­se an die Sache her­an­ge­gan­gen waren.

Zudem fan­den in der Sport­hal­le der Frei­herr-von-Stein-Real­schu­le an zwei Tagen Work­shops zur Stär­ken­ent­wick­lung und zur För­de­rung von Team­fä­hig­keit statt. Orga­ni­siert wur­den die­se Ange­bo­te von der Stif­tung Pro Aus­bil­dung im Rah­men der neu­en Girls & Boys Aca­de­mie. Unter dem Titel „Ent­de­cke die Stär­ken in dir!“ konn­ten Jun­gen und Mäd­chen ihre Geschick­lich­keit unter Beweis stel­len, konn­ten beim Erklim­men von „Ber­gen“ ihre Kräf­te ein­set­zen und konn­ten dabei zei­gen, dass mit Team­buil­ding viel erreicht wer­den kann. Am Ende des Tages nah­men die  Jugend­li­chen stolz jeweils drei Stär­ken­kar­ten mit nach Hau­se, die sie sich selbst erar­bei­tet hat­ten.

Die Bür­ger­stif­tung för­der­te über das Sti­pen­dia­ten-Res­sort bzw. das Pro­jekt Sprung­brett das außer­ge­wöhn­li­che Düs­sel­dor­fer Herbst­fe­ri­en­pro­gramm mit 25.000 EUR und leis­te­te damit ins­be­son­de­re für die Jugend­li­chen einen wert­vol­len Bei­trag in einer Coro­na bedingt schwie­ri­gen Zeit, in der es häu­fig an prak­ti­schen, erfahr­ba­ren Bil­dungs­an­ge­bo­ten man­gelt.

Ein denk­wür­di­ger “Geburts­tag” steht im kom­men­den Jahr für unser “Kom­pe­tenz­zen­trum Beruf­li­che Ori­en­tie­rung” an. Damals tra­fen sich der dama­li­ge Ober­bür­ger­meis­ter Joa­chim Erwin und Dr. Hans­jür­gen Forst, damals Vor­sit­zen­der unse­rer Unter­neh­mer­schaft Düs­sel­dorf, und senier­ten über die not­wen­di­ge Ver­net­zung aller Pro­gram­me und Maß­nah­men der Berufs- und Stu­di­en­ori­en­tie­rung in der Stadt.

Das war die Geburts­stun­de unse­res Kom­pe­tenz­zen­trums. Man muss wis­sen: Damals waren die Begrif­fe “Kom­pe­ten­zen” und “Kom­pe­tenz­zen­trum” nicht in aller Mun­de wie heut­zu­ta­ge und die Ver­ant­wort­li­chen mein­ten, “Kom­pe­tenz­zen­trum” sei ein guter Name. Stadt, Agen­tur für Arbeit und die Unter­neh­mer­schaft för­dern das Pro­jekt im Rah­men der ver­tief­ten Berufs­ori­en­tie­rung

So rea­li­siert seit 15 Jah­ren ein enga­gier­tes und kom­pe­ten­tes Team die dem Zen­trum über­tra­ge­nen Auf­ga­ben und erreicht die ver­ein­bar­ten Zie­le effek­tiv und wirk­sam im Rah­men einer ver­netz­ten, stär­ken- und wer­te-ori­en­tier­ten (Wer­te = Moti­va­ti­on kann ich nur ent­wi­ckeln, wenn ich das, was ich tue, ger­ne und mit Freu­de tue), prag­ma­ti­schen und prä­ven­ti­ven Beruf­li­chen Ori­en­tie­rung in Düs­sel­dorf.

Das Team des Kom­pe­tenz­zen­trums besteht aus pra­xis­er­fah­re­nen Exper­tin­nen und Exper­ten, die inno­va­ti­ve Bil­dungs­pro­gram­me und aktu­el­le The­men pra­xis­nah umset­zen und einer brei­ten Ziel­grup­pe zugäng­lich machen.

Die Arbeit des Kom­pe­tenz­zen­trums ist zusätz­lich und ergänzt die bestehen­den Pro­gram­me in der Stadt. Eini­ge Pro­gram­me, die das Kom­pe­tenz­zen­trum ent­wi­ckelt hat, sind mitt­ler­wei­le Stan­dards in den Schu­len in NRW. Mitt­ler­wei­le gibt es ein zwei­tes Kom­pe­tenz­zen­trum in Gel­sen­kir­chen, dass sehr eng mit der “Düs­sel­dor­fer Denk­fa­brik und Ide­en­schmie­de” ver­netzt ist.

Part­ner sind die Kom­mu­na­le Koor­di­nie­rung der Lan­des­haupt­stadt, die Agen­tur für Arbeit Düs­sel­dorf, die Unter­neh­mer­schaft Düs­sel­dorf sowie Kreis­hand­wer­ker­schaft, IHK und die Hand­werks­kam­mer.

Das Kom­pe­tenz­zen­trum über­nimmt die Ver­ant­wor­tung für die Kon­zept­ent­wick­lung, Pla­nung und für die kor­rek­te und prag­ma­ti­sche Umset­zung der Pro­gram­me — von der Idee bis zur reich­wei­ten Ver­brei­tung.

Jedes erfolg­reich umge­setz­te Pro­jekt ist ein Bei­spiel für die ver­trau­ens­vol­len Bezie­hun­gen, die das Kom­pe­tenz­zen­trum zu sei­nen Part­nern auf­ge­baut hat und auf deren Basis zukünf­ti­ge Part­ner begeis­tert wer­den.

Ziel­grup­pe des Kom­pe­tenz­zen­trums Beruf­li­che Ori­en­tie­rung sind in ers­ter Linie die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der wei­ter­füh­ren­den Schu­len in Düs­sel­dorf. Um The­men rich­tungs­wei­send zu posi­tio­nie­ren und in Bil­dungs­pro­zes­sen zu eta­blie­ren, müs­sen die Kon­zep­te ganz­heit­lich umge­setzt wer­den. In die­sem ganz­heit­li­chen Sin­ne beglei­tet das kom­pe­ten­te und enga­gier­te Team des Kom­pe­tenz­zen­trums außer­dem Lehr­kräf­te, Eltern und die Unter­neh­men in der Regi­on und ver­netzt die­se mit zukunfts­wei­sen­den Pro­gram­men und Pro­jekt­ide­en.

Das Kom­pe­tenz­zen­trum hat das Ziel, dass alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die erreicht wer­den wol­len, ihre Stär­ken und Talen­te ent­de­cken und aus­bau­en kön­nen. Unser Team för­dert den Nach­wuchs, sichert Fach­kräf­te, stellt Beru­fe und Berufs­bil­der vor und ver­mit­telt Pra­xis in der Schu­le und exter­nen Lern­or­ten.

Trä­ger des Kom­pe­tenz­zen­trums ist die Stif­tung Pro Aus­bil­dung — eine klei­ne Stif­tung in Düs­sel­dorf, die seit dem Jahr 2000 Bil­dungs­pro­jek­te von der Kita bis zur Hoch­schu­le erfolg­reich umsetzt.

Unse­re Schu­len sol­len eigent­lich digi­ta­ler wer­den. Schon vor Mona­ten wur­den 5 Mil­li­ar­den Euro zuge­sagt. Die Schul­trä­ger in den Län­dern soll­ten zusätz­lich mehr als 550 Mil­lio­nen Euro bei­steu­ern Dadurch sol­len bis 2025 alle Schu­len mit digi­ta­ler Infra­struk­tur ver­sorgt, also auch an W-Lan-Net­ze ange­schlos­sen, sein. Dies ist eine Vor­aus­set­zung, um die jüngst von der Lan­des­re­gie­rung bewil­lig­ten digi­ta­len End­ge­rä­te für Leh­rer und Schü­ler zuver­läs­sig nut­zen zu kön­nen.

Bis­lang aber ist kaum etwas bei den Schu­len ange­kom­men. Kei­ne Lehr­kraft hat bis heu­te einen Dienst-Lap­top, kein Schü­ler einen Leih-Lap­top. Der Schul­gip­fel im Kanz­ler­amt soll­te nun mehr Tem­po in die über­fäl­li­ge Digi­ta­li­sie­rung des Schul­we­sens gebracht — aller­dings kaum ohne mess­ba­ren Erfol­ge.

Nur wie­der vie­le Ver­spre­chen: Kon­kret sol­len die­se Leh­rer-Lap­tops nun noch die­ses Jahr gekauft wer­den kön­nen – der Bund schießt die nöti­gen 500 Mil­lio­nen vor. Eben­falls eine hal­be Mil­li­ar­de Euro gibt der Bund zusätz­lich für IT-Admi­nis­tra­to­ren in den Schu­len. Ins­ge­samt stellt der Bund (immer noch) 6,5 Mil­li­ar­den Euro für die Digi­ta­li­sie­rung bereit. Die Län­der pla­nen gemein­sa­me „Kom­pe­tenz­zen­tren“, um die über­fäl­li­ge digi­ta­le Wei­ter­bil­dung der Leh­rer gemein­sam anzu­ge­hen.

Ernüch­ternd stellt Bar­ba­ra Gill­mann im Han­dels­blatt fest: “All das wird im Schul­jahr 2020/21 natür­lich noch nicht dazu füh­ren, dass über­all das „Home­schoo­ling“ rei­bungs­los funk­tio­niert, wenn es wegen neu­er Coro­na­fäl­le nötig sein wird. (…) Mit­tel­fris­tig ist aller­dings sehr wohl mehr Geld im Sys­tem nötig. Denn die Digi­ta­li­sie­rung ist ein Dau­er­pos­ten, Aus­ga­ben für Gerä­te, Pro­gram­me und Schu­lun­gen fal­len immer wie­der aufs Neue an. Unter­neh­men wis­sen das, die Bil­dungs­po­li­ti­ker müs­sen das noch ler­nen.”

Der­weil pla­gen sich die Schu­len mit ande­ren Schwie­rig­kei­ten: rund 7.000 Schü­ler in NRW befin­den sich in Qua­ran­tä­ne. Was bedeu­tet das? Eine oder zwei Klas­sen einer Schu­le sind zwei Wochen nicht in der Schu­le. Die Lehr­kräf­te sind eben­falls in Qua­ran­tä­ne oder müs­sen die ande­ren Schü­ler wei­ter­hin ana­log beschu­len. „Home­schoo­ling“ ist so natür­lich kaum mög­lich — die nächs­te Bau­stel­le.

Fazit: die Reak­tio­nen auf den Schul­gip­fel fal­len harsch aus. “Die Leh­rer sind zer­ris­sen zwi­schen Ide­al­bild und Wirk­lich­keit”, sagt Ste­fan Behl­au, Vor­sit­zen­der des Ver­ban­des Bil­dung und Erzie­hung. Die Kol­le­gen sei­en am Limit. Dabei drängt die Zeit — wir brau­chen drin­gend schnel­le und effek­ti­ve Lösun­gen.

Es herrscht Einig­keit bei Eltern und Unter­neh­mens­ent­schei­dern: Die Digi­ta­li­sie­rung wird die Arbeits­welt nicht nur ein­schnei­dend ver­än­dern, es wer­den auch ganz neue Kom­pe­ten­zen gefragt sein.

In einer vom gemein­nüt­zi­gen För­der­pro­gramm “Stu­di­en­kom­pass” beauf­trag­ten reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge* geben 85 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­mens­ent­schei­der an, dass in den nächs­ten 25 Jah­ren gro­ße Ver­än­de­run­gen auf die Arbeits­welt und die Berufs­ein­stei­ger zukom­men. Über 90 Pro­zent der Eltern gehen davon aus, dass die­se Ver­än­de­run­gen gro­ße Aus­wir­kun­gen für die beruf­li­che Zukunft ihrer Kin­der haben wer­den. Wie man Jugend­li­che hier­für stär­ken kann und sich beson­ders für Chan­cen­ge­rech­tig­keit ein­setzt, zeigt der Stu­di­en­kom­pass nicht nur in der Arbeit mit sei­nen Geför­der­ten, son­dern auch in einer neu­en Publi­ka­ti­on.

Der “Stu­di­en­kom­pass” setzt sich seit mehr als 13 Jah­ren erfolg­reich für mehr Chan­cen­ge­rech­tig­keit am Über­gang von der Schu­le an die Hoch­schu­le und in den Beruf ein. Bun­des­weit wur­den bereits mehr als 4.000 Jugend­li­che mit einer drei­jäh­ri­gen För­de­rung unter­stützt, die aus nicht­aka­de­mi­schen Fami­li­en kom­men und an Hoch­schu­len immer noch stark unter­re­prä­sen­tiert sind. Die Ver­än­de­run­gen und neu­en Her­aus­for­de­run­gen der Arbeits­welt stel­len zudem die Fra­ge, wel­che Kom­pe­ten­zen bei Jugend­li­chen gestärkt wer­den müs­sen, um sie fit für die Zukunft zu machen. Der Stu­di­en­kom­pass hat hier­für gemein­sam mit sei­nen Part­nern und einem brei­ten Netz­werk neue For­ma­te und Ange­bo­te ent­wi­ckelt.

Die Ergeb­nis­se der Umfra­ge unter Eltern und Füh­rungs­kräf­ten sind in einer neu­en Publi­ka­ti­on zusam­men­ge­fasst. Digi­ta­le Kom­pe­ten­zen spie­len für alle eine wich­ti­ge Rol­le. 41 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­mens­ver­tre­ter sehen dies als eine der wich­tigs­ten Fähig­kei­ten zukünf­ti­ger Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer an. Aber auch Krea­ti­vi­tät, Team- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit sind stark gefragt, eben­so die Kom­pe­tenz, gut mit Unsi­cher­hei­ten umzu­ge­hen und eigen­ver­ant­wort­lich zu han­deln.

Vie­le Beru­fe, in denen die aktu­el­le Schü­ler­ge­nera­ti­on spä­ter arbei­ten wird, sind heu­te noch gar nicht bekannt. Auch 76 Pro­zent der Eltern geben an, kei­ne Vor­stel­lung davon zu haben, wel­che Beru­fe es zukünf­tig geben wird. Gleich­zei­tig sehen sie sich aber als wich­tigs­te Ansprech­part­ner für ihre Kin­der, wenn es um die Stu­di­en- und Berufs­ori­en­tie­rung geht.

Eine zeit­ge­mä­ße Berufs­ori­en­tie­rung hat not­wen­di­ge Zukunfts­kom­pe­ten­zen fest im Blick und kann so Jugend­li­che best­mög­lich auf die Arbeits­welt von mor­gen vor­be­rei­ten. Gleich­zei­tig muss wei­ter­hin alles dafür getan wer­den, dass alle Jugend­li­chen die Mög­lich­keit haben, die eige­nen Talen­te zu ent­de­cken und zu nut­zen – unab­hän­gig von ihrer Her­kunft.

Die Coro­na-Pan­de­mie zeigt, dass digi­ta­les Leh­ren und Ler­nen sehr schnell sozia­le Unge­rech­tig­kei­ten ver­stärkt, die spä­ter auch beim Ein­stieg ins Berufs­le­ben Nach­tei­le mit sich brin­gen.

Einen genaue­ren Über­blick zu den Inhal­ten sowie die gesam­te Publi­ka­ti­on als PDF zum Down­load fin­den Sie unter www.studienkompass.de/zukunftskompetenzen.

Für das Manage­ment des Coro­na-Lock­downs wird den Schu­len ein abso­lut unbe­frie­di­gen­des Zeug­nis aus­ge­stellt. Beson­ders hart gehen die Eltern schul­pflich­ti­ger Kin­der mit den Schu­len ins Gericht. Eltern geben den Schu­len die Note „man­gel­haft“ für ihre Fähig­keit, im Fal­le erneu­ter Schul­schlie­ßun­gen den Unter­richt auf­recht­erhal­ten zu kön­nen. Dies ist das Ergeb­nis einer Umfra­ge des IT-Bun­des­ver­ban­des Bit­kom.

Auch die über­wie­gen­de Mehr­heit der Bevöl­ke­rung ist sehr skep­tisch, dass der Unter­richt digi­tal aus der Fer­ne statt­fin­den kann und gibt den Schu­len hier­für eine 4-. Umso wich­ti­ger ist für eine gro­ße Mehr­heit – nicht nur der Eltern –, die Digi­ta­li­sie­rung der Schu­len ent­schie­den und schnell vor­an­zu­trei­ben, die tech­ni­sche Aus­stat­tung zu ver­bes­sern, Lern­mit­tel und Lehr­plä­ne zu moder­ni­sie­ren und Leh­rer ent­spre­chend wei­ter­zu­bil­den. Dem Bund soll­te bei der Digi­ta­li­sie­rung der Bil­dung nach mehr­heit­li­cher Ansicht eine sehr viel grö­ße­re Ver­ant­wor­tung zuge­stan­den wer­den als bis­her. Das sind die zen­tra­len Ergeb­nis­se einer reprä­sen­ta­ti­ven Befra­gung von 1.003 Per­so­nen in Deutsch­land ab 16 Jah­ren, dar­un­ter 269 Eltern schul­pflich­ti­ger Kin­der. „Die Coro­na-Kri­se hat unser Bil­dungs­sys­tem vor eine Zer­reiß­pro­be gestellt. Bei vie­len Bür­gern wur­de mas­siv Ver­trau­en ver­spielt, weil Unter­richt zu oft ersatz­los gestri­chen wur­de und vie­le Schu­len nicht in der Lage waren, die ihnen anver­trau­ten Schü­ler auch nur ansatz­wei­se zu betreu­en“, sagt Bit­kom-Prä­si­dent Achim Berg. „Die mas­si­ven Ver­un­si­che­run­gen durch Behör­den und Daten­schutz­be­auf­trag­te haben dann auch noch die digi­ta­len Vor­rei­ter unter den Schu­len und Lehr­kräf­ten aus­ge­bremst. Coro­na ist der Start­schuss für die Digi­ta­li­sie­rung der Schu­len. Jetzt heißt es, die Digi­ta­li­sie­rung der Schu­len von Null auf Hun­dert zu beschleu­ni­gen und das von jetzt auf gleich.“

Home­schoo­ling gehört für jeden Zwei­ten zur neu­en Nor­ma­li­tät

Nach Ein­schät­zung von Eltern wie auch der Gesamt­be­völ­ke­rung ist an den meis­ten Schu­len der Wech­sel ins vir­tu­el­le Klas­sen­zim­mer nicht geglückt. Als gera­de noch „aus­rei­chend“ wird der Stand der digi­ta­len Bil­dung in Deutsch­land bewer­tet, etwa wenn es um Gerä­te­aus­stat­tung, Inter­net­an­bin­dung und digi­ta­le Unter­richts­in­hal­te der Schu­len geht. In ihrem Urteil sind sich Bür­ger und Eltern einig: Auf der Schul­no­ten­ska­la von 1 „sehr gut“ bis 6 „unge­nü­gend“ ver­ge­ben sie für die Digi­ta­li­sie­rung der Schu­len im Durch­schnitt ein­stim­mig eine 4,2 – Ver­set­zung gefähr­det. Die Coro­na-Kri­se hat den Digi­ta­li­sie­rungs­druck auf die Schu­len mas­siv erhöht. Neun von zehn Bür­gern (89 Pro­zent; Eltern: 88 Pro­zent) sind der Ansicht, dass die Pan­de­mie die Defi­zi­te bei der Digi­ta­li­sie­rung der Schu­len scho­nungs­los offen­ge­legt hat. Etwa eben­so vie­le (Gesamt­be­völ­ke­rung: 87 Pro­zent; Eltern: 90 Pro­zent) for­dern, dass alle Schu­len in die Lage ver­setzt wer­den soll­ten, noch in die­sem Schul­jahr per Home­schoo­ling zu unter­rich­ten. Für jeden Zwei­ten soll das auch zur neu­en Nor­ma­li­tät wer­den: 47 Pro­zent aller Bür­ger (Eltern: 48 Pro­zent) mei­nen, auch nach der Coro­na-Pan­de­mie soll­te der Unter­richt teil­wei­se digi­tal per Home­schoo­ling statt­fin­den. Bis zum Ende der Pan­de­mie soll­ten Schu­len für drei von zehn (28 Pro­zent; Eltern: 20 Pro­zent) am bes­ten ganz geschlos­sen blei­ben und es soll­te aus­schließ­lich per Home­schoo­ling unter­rich­tet wer­den. „Die Coro­na-Kri­se hat einen bei­spiel­lo­sen Digi­ta­li­sie­rungs­schub aus­ge­löst. Was zuvor unvor­stell­bar schien, ist plötz­lich erstre­bens­wert gewor­den – wie etwa Home­schoo­ling. Dar­an will jeder Zwei­te auch in der Zeit nach Coro­na fest­hal­ten“, sagt Berg.

Ver­set­zung gefähr­det: Schu­len wird Home­schoo­ling nicht zuge­traut

Kurz­fris­tig aller­dings glaubt kaum einer an die erfolg­rei­che Ver­la­ge­rung des Unter­richts in den digi­ta­len Raum, sofern Schu­len erneut geschlos­sen wer­den soll­ten. Das Zeug­nis ist ver­hee­rend: Die Vor­be­rei­tun­gen auf digi­ta­len Unter­richt im Fal­le eines erneu­ten Lock­downs bewer­ten die Befrag­ten gera­de noch als „aus­rei­chend“ (Note 4,3) – die Eltern ver­ge­ben sogar nur ein „man­gel­haft“ (Note 4,6). Berg: „Es ist ein alar­mie­ren­des Signal, dass sich zwar eine Mehr­heit für Home­schoo­ling aus­spricht, aber zugleich nicht dar­an glaubt, dass unse­ren Schu­len das schaf­fen.“

Drei Vier­tel sehen Föde­ra­lis­mus als „Brems­klotz“

Das größ­te Hemm­nis wird in den föde­ra­len Struk­tu­ren der Bun­des­re­pu­blik gese­hen. Sie­ben von zehn Bür­gern (72 Pro­zent) sehen den Föde­ra­lis­mus als Brems­klotz für die Digi­ta­li­sie­rung der Schu­len. Bei den Eltern sind es sogar 76 Pro­zent. Dass aus­schließ­lich der Bund statt der Bun­des­län­der für Bil­dungs­po­li­tik ver­ant­wort­lich sein soll­te, befür­wor­ten 71 Pro­zent der Bür­ger und 79 Pro­zent der Eltern. Zwei Drit­tel der Bür­ger (65 Pro­zent; Eltern: 70 Pro­zent) hal­ten es für nicht mehr zeit­ge­mäß, dass jedes Bun­des­land ein eige­nes Bil­dungs­sys­tem hat. Nahe­zu unwi­der­spro­chen bleibt die For­de­rung, dem Bund soll­te erlaubt wer­den, Schu­len und Schü­ler mit Gerä­ten für digi­ta­len Unter­richt aus­zu­stat­ten. 98 Pro­zent der Bür­ger unter­stüt­zen das und 97 Pro­zent der Eltern.

Infor­ma­tik soll­te ab der 5. Klas­se Pflicht­fach sein

Digi­ta­le Gerä­te, Anwen­dun­gen und Inhal­te sind für die Mehr­heit aus den Schu­len nicht mehr weg­zu­den­ken – wobei Eltern digi­ta­len Tech­no­lo­gi­en gegen­über grund­sätz­lich beson­ders auf­ge­schlos­sen sind. Für jeweils neun von zehn Eltern (93 Pro­zent) und Bür­gern (88 Pro­zent) soll­te der Ein­satz digi­ta­ler Tech­no­lo­gi­en wie Com­pu­ter, Smart­boards oder Tablets an allen Schu­len Stan­dard sein. 87 Pro­zent der Eltern mei­nen, digi­ta­le Kom­pe­ten­zen soll­ten im Schul­un­ter­richt einen höhe­ren Stel­len­wert genie­ßen, unter allen Bür­gern sind es 81 Pro­zent. Acht von zehn Eltern (79 Pro­zent; Bür­ger: 74 Pro­zent) sind der Ansicht, dass Schü­ler durch den Ein­satz digi­ta­ler Tech­no­lo­gi­en auf das Leben und Arbei­ten in der digi­ta­len Welt vor­be­rei­tet wer­den. Drei Vier­tel der Eltern (74 Pro­zent) möch­ten, dass Infor­ma­tik ab der 5. Klas­se ver­pflich­tend unter­rich­tet wird, wie auch zwei Drit­tel der Bür­ger (65 Pro­zent). Und jeweils vier von zehn Bür­gern (40 Pro­zent) und Eltern (43 Pro­zent) sind über­zeugt, dass es digi­ta­le Tech­no­lo­gi­en den Lehr­kräf­ten ermög­li­chen, indi­vi­du­el­ler auf ein­zel­ne Schü­ler ein­zu­ge­hen. Eine ana­lo­ge Schu­le will so gut wie nie­mand: Nur 3 Pro­zent der Bür­ger sagen, dass digi­ta­le Tech­no­lo­gi­en wie Com­pu­ter oder Tablets in Schu­len nichts zu suchen haben, bei den Eltern sind es ledig­lich 2 Pro­zent.

Aus­stat­tung ver­bes­sern, Lehr­plä­ne moder­ni­sie­ren, Leh­rer wei­ter­bil­den

Für den Auf­bruch in die digi­ta­le Zukunft brau­chen Schu­len Infra­struk­tur, ent­spre­chen­de Inhal­te und päd­ago­gi­sche Kon­zep­te und digi­tal­kom­pe­ten­te Leh­rer. Was IT-Fra­gen betrifft, hat die Ver­bes­se­rung der tech­ni­schen Aus­stat­tung der Schu­len (Bür­ger: 93 Pro­zent; Eltern: 96 Pro­zent) höchs­te Prio­ri­tät, um die Digi­ta­li­sie­rung der Schu­len vor­an­zu­brin­gen. Als fast genau­so wich­tig erach­tet wird die Bereit­stel­lung von Gerä­ten wie Lap­tops oder Tablets für alle Schü­ler (Bür­ger: 88 Pro­zent; Eltern: 93 Pro­zent) und eine schnel­le Inter­net­an­bin­dung für alle Schu­len (Bür­ger: 87 Pro­zent; Eltern: 93 Pro­zent). Eben­falls als wich­tig sieht eine Mehr­heit die Bereit­stel­lung von Gerä­ten wie Lap­tops oder Tablets für alle Lehr­kräf­te (Bür­ger: 64 Pro­zent; Eltern: 72 Pro­zent). Bei der Qua­li­fi­zie­rung der Lehr­kräf­te soll­ten nach Ansicht einer gro­ßen Mehr­heit digi­ta­le Medi­en in die Aus­bil­dung inte­griert wer­den (Bür­ger: 87 Pro­zent; Eltern: 96 Pro­zent) und regel­mä­ßi­ge Fort­bil­dun­gen zu digi­ta­len The­men und Kom­pe­ten­zen statt­fin­den (Bür­ger: 87 Pro­zent; Eltern: 93 Pro­zent). Auch die Inhal­te und For­ma­te im Unter­richt soll­ten erneu­ert wer­den, mei­nen die meis­ten. Das betrifft die Anpas­sung der Lehr­plä­ne an die Mög­lich­kei­ten der Digi­ta­li­sie­rung (Bür­ger: 81 Pro­zent; Eltern 93 Pro­zent) und den Ein­satz digi­ta­ler Lern­in­hal­te wie etwa Lern-Apps oder inter­ak­ti­ver Arbeits­ma­te­ria­li­en im Unter­richt (Bür­ger: 67 Pro­zent; Eltern: 73 Pro­zent).

Flä­chen­de­ckend Smart Schools schaf­fen

Zur Digi­ta­li­sie­rung der Schu­len schlägt der Bit­kom die flä­chen­de­cken­de Ein­rich­tung von Smart Schools vor. Smart Schools sind digi­ta­le Vor­rei­ter­schu­len und grün­den sich auf die drei Säu­len Infra­struk­tur, päd­ago­gi­sche Kon­zep­te und Inhal­te sowie digi­tal­kom­pe­ten­te Lehr­kräf­te. Über­all im Bun­des­ge­biet gibt es bereits exzel­len­te digi­ta­le Schu­len, die vom Bit­kom in einem jähr­lich statt­fin­den­den Wett­be­werb aus­ge­zeich­net wer­den. Die Ent­schei­dung trifft eine renom­mier­te Jury auf Grund­la­ge der ein­ge­reich­ten Digi­ta­li­sie­rungs­kon­zep­te. Der­zeit gibt es 61 Smart Schools in öffent­li­cher wie frei­er Trä­ger­schaft in Deutsch­land – von Grund­schu­len über Gesamt­schu­len und Gym­na­si­en bis zu Berufs­schu­len. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Smart-School-Kon­zept, zu den Stand­or­ten und zum Wett­be­werb gibt es unter www.smart-school.de. Der Bit­kom ist zudem Mit­in­itia­tor der Offen­si­ve Digi­ta­le Schul­trans­for­ma­ti­on, die sie­ben Hand­lungs­emp­feh­lun­gen zur Digi­ta­li­sie­rung der Schu­len gibt. Die kon­kre­ten Vor­schlä­ge sind unter www.offensive-digitale-schultransformation.de zu fin­den.

Bit­kom for­dert mehr Tem­po beim Digi­tal­pakt Schu­le

Der Digi­tal­pakt Schu­le, der bis 2024 Bun­des­mit­tel in Höhe von fünf Mil­li­ar­den Euro bereit­stellt, müs­se nun end­lich kon­se­quent und unver­züg­lich umge­setzt wer­den, for­dert Achim Berg. „So wich­tig der Digi­tal­pakt ist, so schlep­pend und büro­kra­tisch läuft die Umset­zung. Das Geld kommt bis­lang nur tröpf­chen­wei­se bei den Schu­len an.“ Der­zeit sei­en ledig­lich ein Fünf­tel der Mit­tel bewil­ligt. „Die Schu­len brau­chen das Geld jetzt, um in die digi­ta­le Zukunft zu star­ten. Vom Bund bis zum regio­na­len Schul­amt sind alle gefor­dert, den Digi­tal­pakt zur Wir­kung zu brin­gen.“ Beson­ders posi­tiv hebt Berg dabei die Zusatz­ver­ein­ba­rung im Digi­tal­pakt vor dem Hin­ter­grund der Coro­na-Kri­se her­vor: „Die Coro­na-Hil­fen für Schü­ler­end­ge­rä­te in Höhe von 500 Mil­lio­nen Euro wer­den unbü­ro­kra­tisch und direkt von den Län­dern an die Schu­len ver­teilt. So ein­fach soll­te es auch beim Digi­tal­pakt lau­fen.“

Hin­weis zur Metho­dik: Grund­la­ge der Anga­ben ist eine Umfra­ge, die Bit­kom Rese­arch im Auf­trag des Digi­tal­ver­bands Bit­kom tele­fo­nisch durch­ge­führt hat. Im August 2020 wur­den dabei 1.003 Per­so­nen in Deutsch­land ab 16 Jah­ren reprä­sen­ta­tiv befragt, dar­un­ter 269 Eltern schul­pflich­ti­ger Kin­der.