So viel Prozent der 16- bis 24-Jährigen in diesen EU-Ländern hatten im Jahr 2025 zumindest grundlegende digitale Fertigkeiten

Smartphones gehören für Jugendliche längst zum Alltag. Sie chatten, filmen, posten und bewegen sich selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch wer daraus schließt, junge Menschen verfügten automatisch über ausgeprägte digitale Kompetenzen, irrt. Eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Ein erheblicher Teil der Jugendlichen verfügt nicht über die digitalen Basiskenntnisse, die für Schule, Ausbildung und Beruf heute unverzichtbar sind.

Digitale Nutzung ist nicht gleich digitale Kompetenz

Zwischen der täglichen Nutzung digitaler Geräte und dem kompetenten Umgang mit ihnen besteht ein großer Unterschied. Viele Jugendliche wissen zwar, wie Apps funktionieren oder Inhalte in sozialen Medien erstellt werden. Deutlich schwieriger wird es jedoch, wenn Informationen kritisch bewertet, Tabellen erstellt, Daten sicher verwaltet oder digitale Werkzeuge zielgerichtet für Lern- und Arbeitsprozesse eingesetzt werden sollen.

Dabei werden genau diese Fähigkeiten in nahezu allen Ausbildungsberufen und Studiengängen zunehmend vorausgesetzt. Digitale Kompetenz bedeutet heute weit mehr als die Bedienung eines Smartphones. Gefragt sind Problemlösungskompetenz, Informationsbewertung, Datensicherheit und der souveräne Umgang mit digitalen Anwendungen.

Unternehmen spüren die Defizite

Für unsere Ausbildungsbetriebe wird diese Entwicklung zunehmend zur Herausforderung. Auszubildende bringen zwar oft eine hohe Affinität zu digitalen Medien mit, verfügen jedoch nicht immer über die notwendigen Grundlagen für den beruflichen Alltag. Tabellenkalkulation, Textverarbeitung, Datei- und Datenmanagement oder der sichere Umgang mit IT-Systemen müssen häufig erst im Betrieb vermittelt werden.

Gleichzeitig verändert die Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt in rasantem Tempo. Wer KI-Anwendungen sinnvoll nutzen möchte, benötigt fundierte digitale Grundkompetenzen. Ohne dieses Fundament können die Chancen der Digitalisierung nur eingeschränkt genutzt werden.

Digitale Bildung beginnt früh

Die Studie macht deutlich, dass digitale Bildung bereits in der Schule systematisch vermittelt werden muss. Dabei geht es nicht allein um technische Ausstattung, sondern vor allem um verbindliche Lerninhalte und gut qualifizierte Lehrkräfte. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die jungen Menschen praxisnahe Einblicke in digitale Arbeitswelten ermöglichen.

Programme der Berufsorientierung, beispielsweise das Düsseldorfer Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung oder die MINT-Angebote des MINT-Netzwerk „zdi Düsseldorf“ sowie Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben (wie die erprobten Lernpartnerschaften in Düsseldorf) leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie helfen Jugendlichen, digitale Werkzeuge nicht nur zu konsumieren, sondern produktiv und verantwortungsvoll einzusetzen.

Eine gemeinsame Aufgabe

Düsseldorf, NRW und Deutschland stehen vor der Herausforderung, den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten. Dafür braucht es gut ausgebildete Fachkräfte mit sicheren digitalen Kompetenzen. Schule, Elternhaus, Wirtschaft und Politik tragen gemeinsam Verantwortung dafür, junge Menschen auf diese Zukunft vorzubereiten.

Denn digitale Kompetenzen sind längst keine Zusatzqualifikation mehr. Sie gehören heute zu den grundlegenden Kulturtechniken – vergleichbar mit Lesen, Schreiben und Rechnen. Wer sie beherrscht, verbessert seine Chancen auf Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe. Wer sie nicht besitzt, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft

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In diesen Tagen heißen viele unserer Mitgliedsunternehmen ihre neuen Auszubildenden willkommen. Der erste Tag ist geprägt von Vorfreude, Nervosität und guten Vorsätzen – auf beiden Seiten. Doch die Erfahrung zeigt: Diese anfängliche Motivation trägt nicht von allein durch drei oder mehr Ausbildungsjahre. Die nach wie vor hohe Abbrecherquote in der dualen Ausbildung ist auch ein Alarmsignal dafür, dass Motivation aktiv gepflegt werden muss – von beiden Seiten, aber vor allem vom Betrieb.

Wer verstehen will, warum Azubis abbrechen, muss den ganzen Ausbildungsverlauf betrachten, nicht nur den Einstieg. Hier sind die Hebel, an denen Betriebe konkret ansetzen können.

1. Die ersten 100 Tage entscheiden mehr, als man denkt

Viele Abbrüche haben ihre Wurzeln in einem holprigen Start: unklare Ansprechpartner, das Gefühl, „nur mitzulaufen“, enttäuschte Erwartungen an die Praxisnähe. Ein strukturiertes Onboarding – mit festen Paten, klaren ersten Aufgaben und regelmäßigen Check-ins in den ersten Wochen – legt das Fundament für die gesamte Ausbildungszeit.

2. Beziehung vor Kontrolle: Der Ausbilder als Mentor

Junge Menschen brechen selten wegen der Arbeitsinhalte ab – sie brechen ab, weil sie sich nicht gesehen fühlen. Ausbilderinnen und Ausbilder, die regelmäßig echtes Feedback geben (nicht nur zur Leistung, sondern auch zur Person), schaffen Vertrauen. Feste, wiederkehrende Gesprächstermine – nicht nur bei Problemen – signalisieren: Du wirst wahrgenommen.

3. Sichtbaren Fortschritt schaffen

Drei Jahre sind für einen jungen Menschen, egal ob 17 oder 21 Jahre, eine halbe Ewigkeit. Ohne Etappenziele verliert man die Orientierung. Kleine Meilensteine, eigene Verantwortungsbereiche, die mit der Zeit wachsen, und ein sichtbares „Ich kann jetzt mehr als am Anfang“ wirken der Demotivation im zweiten Ausbildungsjahr entgegen – jener Phase, in der der Reiz des Neuen verflogen, das Ziel aber noch fern ist.

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4. Sinn vermitteln statt nur Aufgaben verteilen

Wer versteht, warum eine Tätigkeit wichtig ist und wie sie ins große Ganze passt, arbeitet motivierter als jemand, der nur Anweisungen abarbeitet. Betriebe, die den Beitrag der Azubis zum Unternehmenserfolg sichtbar machen – etwa durch Präsentationen eigener Projekte vor dem Team –, stärken das Zugehörigkeitsgefühl.

5. Ernst nehmen, was jungen Menschen wichtig ist

Work-Life-Balance, Mitsprache, ein wertschätzender Umgangston – das sind für die heutige Generation keine „Extras“, sondern Grundvoraussetzungen. Betriebe, die hier offen sind (ohne ihre eigenen Standards aufzugeben), signalisieren Respekt statt Belehrung.

6. Krisen früh erkennen, nicht erst beim Kündigungsschreiben

Zwischen „ich habe kurz keine Lust“ und „ich breche ab“ liegt oft ein längerer, stiller Prozess. Wer als Ausbildungsbetrieb aufmerksam bleibt – sinkende Motivation, Rückzug, häufige Fehlzeiten – und frühzeitig das Gespräch sucht, kann viele Abbrüche verhindern, bevor sie unumkehrbar werden.

7. Berufsschule und Betrieb als Team

Ausbildung findet an zwei Lernorten statt. Wenn Betrieb und Berufsschule sich abstimmen und gemeinsam auf den Auszubildenden schauen, statt sich gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben, profitieren die jungen Menschen davon unmittelbar.

8. Auch die Eltern nicht vergessen

Gerade bei minderjährigen Azubis bleiben die Eltern wichtige Bezugspersonen. Ein offener Austausch – etwa durch einen Elternabend zu Ausbildungsbeginn – kann Missverständnisse vermeiden und zusätzliche Unterstützung im Hintergrund aktivieren.

Motivation ist kein Zustand, der am ersten Ausbildungstag hergestellt wird und dann von selbst anhält – sie ist ein Prozess, der aktive Pflege braucht. Betriebe, die in Beziehung, Orientierung und echtes Interesse an ihren Auszubildenden investieren, senken nicht nur ihre Abbrecherquote. Sie gewinnen langfristig loyale Fachkräfte, die ihrem Ausbildungsbetrieb auch nach der Prüfung treu bleiben.

Screenshot: Instagram; relauncht

Warum wir Ausbildung neu denken müssen – und warum Anpassungsfähigkeit wichtiger wird als Fachwissen allein.

“Bilden wir gerade die Fachkräfte von morgen aus – oder die Arbeitslosen von übermorgen?”

Diese Frage klingt provokant. Vielleicht sogar beunruhigend. Und genau deshalb sollten wir sie stellen, sagt Transformationexperte Joseph Buschbacher.

Nicht, um Angst zu erzeugen. Sondern weil sich unsere Arbeitswelt in einem Tempo verändert, das wir in dieser Form noch nie erlebt haben.

Künstliche Intelligenz verändert bereits heute Berufsbilder, Arbeitsabläufe und Kompetenzprofile. Während viele Unternehmen noch darüber diskutieren, ob sie KI einsetzen, verändert sich längst die eigentliche Frage:

Sind unsere Bildungs- und Weiterbildungssysteme überhaupt darauf vorbereitet?

Die ersten Veränderungen sind bereits messbar

Aktuelle Forschungsarbeiten der Stanford University sowie zahlreiche internationale Studien zeigen inzwischen ein ähnliches Bild:

KI übernimmt zunehmend Routinetätigkeiten – sowohl im Büro als auch in wissensintensiven Berufen.

Besonders betroffen sind Tätigkeiten,

  • die standardisiert sind,
  • auf wiederkehrenden Informationen beruhen,
  • nach festen Regeln ablaufen,
  • oder sich leicht digitalisieren lassen.

Das betrifft längst nicht mehr nur einfache Verwaltungsaufgaben.

Auch Teile der Arbeit von Juristen, Marketingfachleuten, Softwareentwicklern, Bankangestellten, Buchhaltern oder Personalabteilungen werden heute bereits durch KI unterstützt oder teilweise automatisiert.

Die spannende Erkenntnis lautet jedoch:

Nicht ganze Berufe verschwinden. Sondern Aufgaben innerhalb dieser Berufe.

Genau darin liegt der entscheidende Unterschied.

Ein Bankberater wird vermutlich auch in zehn Jahren noch beraten.

Aber seine Tätigkeit wird eine völlig andere sein als heute.

Ein Lehrer wird weiterhin unterrichten.

Doch Wissensvermittlung allein reicht künftig nicht mehr aus.

Ein Ingenieur wird weiter entwickeln.

Aber KI wird viele Berechnungen und erste Entwürfe übernehmen.

Der Mensch verschwindet also nicht.

Seine Rolle verändert sich.

Das eigentliche Problem liegt woanders

In Deutschland sprechen wir seit Jahren vom Fachkräftemangel.

Wir diskutieren über Zuwanderung.

Über Ausbildungsplätze.

Über Studienquoten.

Über den demografischen Wandel.

All das ist wichtig.

Doch möglicherweise unterschätzen wir die viel größere Herausforderung:

Wir bilden Menschen oft noch für Berufe aus, die sich während ihrer gesamten Erwerbsbiografie mehrfach verändern werden.

Früher konnte jemand einen Beruf erlernen und diesen über 40 Jahre nahezu unverändert ausüben.

Heute entstehen innerhalb weniger Jahre völlig neue Tätigkeiten.

Andere verschwinden.

Und wieder andere verändern sich so stark, dass die ursprüngliche Ausbildung allein nicht mehr ausreicht.

Wissen verliert schneller an Haltbarkeit

Früher galt Wissen als langfristiger Wettbewerbsvorteil.

Heute besitzt Wissen zunehmend ein “Verfallsdatum”.

Technologien entwickeln sich schneller.

Software verändert sich ständig.

Neue Geschäftsmodelle entstehen innerhalb weniger Monate.

Deshalb reicht es nicht mehr aus, einmal gut ausgebildet zu sein.

Die entscheidende Fähigkeit wird sein,

lernen zu können.

Immer wieder.

Ein Leben lang.

Ausbilden oder Lernen lehren?

Screenshot: Instagram; relauncht

Vielleicht stellen wir deshalb bislang die falsche Frage.

Nicht:

“Welchen Beruf soll jemand lernen?”

Sondern:

“Wie befähigen wir Menschen, sich immer wieder neu auf Veränderungen einzustellen?”

Genau darin könnte die wichtigste Kompetenz der Zukunft liegen.

Dazu gehören Fähigkeiten wie:

  • Lernkompetenz
  • Problemlösung
  • Kreativität
  • Kommunikation
  • Teamarbeit
  • kritisches Denken
  • digitale Kompetenz
  • Datenverständnis
  • ethisches Urteilsvermögen
  • Veränderungsbereitschaft

Interessanterweise sind genau diese Kompetenzen diejenigen, die KI selbst nur begrenzt ersetzen kann.

KI macht Menschen nicht überflüssig

Ein häufiger Irrtum lautet:

“KI ersetzt Menschen.”

Tatsächlich ersetzt KI zunächst Aufgaben.

Menschen, die ausschließlich diese Aufgaben erledigen, geraten unter Druck.

Menschen dagegen, die KI sinnvoll einsetzen können, werden produktiver.

Deshalb entsteht derzeit keine Konkurrenz zwischen Mensch und Maschine.

Sondern zwischen

Menschen mit KI-Kompetenz

und

Menschen ohne KI-Kompetenz.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Viele Unternehmen investieren derzeit Millionen in neue KI-Systeme.

Das ist nachvollziehbar.

Doch die eigentliche Investition könnte eine andere sein:

Die Entwicklung der eigenen Mitarbeitenden.

Technologie lässt sich einkaufen.

Veränderungskompetenz nicht.

Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden befähigen,

  • Neues schnell zu lernen,
  • KI sinnvoll einzusetzen,
  • Verantwortung zu übernehmen,
  • kreativ zu arbeiten,
  • interdisziplinär zu denken,

werden langfristig erfolgreicher sein als Unternehmen, die ausschließlich auf Technologie setzen.

Was bedeutet das für Schulen und Berufsschulen?

Auch hier stehen wir vor einem Paradigmenwechsel.

Noch immer wird häufig geprüft,

ob jemand möglichst viele Informationen reproduzieren kann.

Doch Informationen sind heute jederzeit verfügbar.

Die eigentliche Kompetenz besteht darin,

Informationen einzuordnen,

zu bewerten,

miteinander zu verknüpfen,

und daraus Lösungen zu entwickeln.

Vielleicht brauchen wir deshalb künftig weniger Unterricht, der ausschließlich Wissen vermittelt.

Und mehr Lernräume,

in denen junge Menschen

  • experimentieren,
  • scheitern,
  • reflektieren,
  • diskutieren,
  • Projekte entwickeln
  • und gemeinsam Probleme lösen.

Denn genau das verlangt die Arbeitswelt der Zukunft.

Und die Weiterbildung?

Die klassische Trennung zwischen Ausbildung, Studium und späterem Berufsleben wird zunehmend verschwinden.

Weiterbildung wird kein Zusatzangebot mehr sein.

Sie wird Teil des Berufs.

Wer sich zehn Jahre nicht weiterentwickelt, wird Schwierigkeiten bekommen – unabhängig von seinem Abschluss.

Deshalb brauchen wir neue Formen des Lernens:

  • kurze Lernmodule,
  • digitale Lernplattformen,
  • Lernen direkt am Arbeitsplatz,
  • individuelle Lernpfade,
  • Micro-Credentials,
  • KI-gestützte Lernbegleitung.

Lernen wird kontinuierlich.

Nicht episodisch.

Meine Antwort auf die Ausgangsfrage

Bilden wir heute die Fachkräfte von morgen aus – oder die Arbeitslosen von übermorgen?

Ich glaube:

Weder noch.

Wir bilden heute Menschen für eine Zukunft aus, die wir selbst noch gar nicht kennen.

Deshalb kann niemand mehr ausschließlich für einen konkreten Beruf ausgebildet werden.

Wir müssen Menschen darauf vorbereiten,

mit Unsicherheit umzugehen,

Veränderungen anzunehmen,

und sich immer wieder neu zu erfinden.

Die erfolgreichsten Unternehmen der nächsten zehn Jahre werden deshalb nicht zwangsläufig diejenigen sein, die KI am schnellsten einführen.

Es werden jene sein,

die ihre Mitarbeitenden am besten befähigen,

mit dieser neuen Welt umzugehen.

Denn am Ende entscheidet nicht die künstliche Intelligenz über den Erfolg eines Unternehmens.

Sondern die menschliche Fähigkeit,

mit ihr sinnvoll zusammenzuarbeiten.

Vielleicht lautet die wichtigste Bildungsfrage der Zukunft deshalb nicht mehr:

“Welchen Beruf lernen junge Menschen?”

Sondern:

“Lernen sie bei uns, ihr ganzes Leben lang lernen zu können?”

Denn genau diese Fähigkeit könnte zur entscheidenden Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts werden.

(Inspiriert durch einen Instagram-Post von Joseph Buschbacher)

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Foto: BERTELSMANN STIFTUNG

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten, internationaler Krisen und gesellschaftlicher Spannungen blicken junge Menschen in Deutschland wieder zuversichtlicher auf ihre Zukunft. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Bertelsmann Stiftung. Die Generation der 18- bis 29-Jährigen ist optimistischer als viele ältere Menschen – verbindet diesen Optimismus jedoch mit klaren Erwartungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Studie kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Während viele ältere Menschen den gesellschaftlichen Entwicklungen skeptisch gegenüberstehen, sehen junge Erwachsene ihre persönliche Zukunft und die Zukunft Deutschlands deutlich positiver. Gleichzeitig wünschen sich 68 Prozent aller Befragten stärkere positive Zukunftsbilder und mehr Orientierung in Zeiten vielfältiger Krisen. (Bertelsmann Stiftung)

Dabei zeigt sich, dass junge Menschen keineswegs politikverdrossen sind. Zwar äußern auch sie Kritik am Funktionieren der Demokratie, doch ihre Zufriedenheit mit den demokratischen Institutionen liegt über der älterer Generationen. Rund 31 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sind mit der Demokratie unzufrieden – bei den 40- bis 49-Jährigen sind es bereits 44 Prozent. Zudem bringen junge Erwachsene dem Bundestag mehr Vertrauen entgegen und möchten sich stärker gesellschaftlich engagieren. (Süddeutsche.de)

Besonders wichtig sind der jungen Generation konkrete Verbesserungen im Alltag. Ganz oben auf der Wunschliste stehen bezahlbarer Wohnraum, gute Bildungs- und Ausbildungschancen sowie eine bessere Unterstützung der psychischen Gesundheit. Die Studienautoren sehen darin einen klaren Auftrag an die Politik: Wer junge Menschen dauerhaft für Demokratie und gesellschaftliches Engagement gewinnen möchte, muss ihre Lebensrealität ernst nehmen.

Für Unternehmen und Arbeitgeber liefert die Untersuchung ebenfalls wichtige Hinweise. Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen und ihre Zukunft aktiv mitgestalten. Sie erwarten jedoch faire Chancen, verlässliche Perspektiven und die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen. Eine offene Unternehmenskultur, gute Aus- und Weiterbildung sowie Mitbestimmung gewinnen dadurch weiter an Bedeutung.

Gerade für Düsseldorf mit seiner vielfältigen Hochschul-, Ausbildungs- und Unternehmenslandschaft ist diese Entwicklung von besonderem Interesse. Die Landeshauptstadt investiert seit Jahren in berufliche Orientierung, Fachkräftesicherung und Start-up-Förderung. Die Ergebnisse der Bertelsmann Stiftung zeigen, dass solche Angebote den Nerv der jungen Generation treffen: Sie ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die passenden Rahmenbedingungen schaffen.

Die Studie sendet damit ein positives Signal: Trotz vieler Herausforderungen herrscht unter jungen Menschen keine Resignation. Im Gegenteil – sie blicken mit vergleichsweise viel Zuversicht nach vorn und wollen die Zukunft aktiv mitgestalten. Entscheidend wird nun sein, ob ihre Erwartungen an Bildung, Wohnen, gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Mitbestimmung erfüllt werden können. (Bertelsmann Stiftung)

Foto: Chat GPT für Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung

Die duale Berufsausbildung genießt bei jungen Menschen einen deutlich besseren Ruf als häufig angenommen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh: Neun von zehn Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden, 87 Prozent würden sich erneut für ihren Beruf entscheiden. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Attraktivität der Ausbildung, sondern darin, den Weg dorthin zu erleichtern.

Gerade für Unternehmen in Düsseldorf und der Region ist diese Erkenntnis von großer Bedeutung. Während in vielen Branchen dringend Fachkräfte gesucht werden, bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Gleichzeitig zweifeln insbesondere Jugendliche mit niedrigem Schulabschluss an ihren Chancen auf einen Ausbildungsplatz – obwohl viele Betriebe händeringend Nachwuchs suchen.

Die Studie macht deutlich: Die Ausbildung selbst überzeugt. Die befragten Auszubildenden loben vor allem das Betriebsklima, die Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen sowie die Qualität ihrer Ausbildung. Das widerlegt das häufig gezeichnete Bild, junge Menschen würden sich grundsätzlich lieber für ein Studium entscheiden. Tatsächlich kann sich inzwischen eine Mehrheit der Jugendlichen eine duale Ausbildung vorstellen.

Dennoch gelingt vielen Jugendlichen der Einstieg nicht. Häufig scheitern sie an komplizierten Bewerbungsverfahren, mangelnder Orientierung oder der Sorge, den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Die Bertelsmann Stiftung sieht deshalb vor allem beim Übergang von der Schule in den Beruf Handlungsbedarf. Schulen, Unternehmen, Kammern und Arbeitsagenturen müssten Jugendliche noch gezielter begleiten und ihnen den Zugang zu einer Ausbildung erleichtern.

Auch in Düsseldorf wird seit Jahren daran gearbeitet, junge Menschen und Unternehmen besser zusammenzubringen. Zahlreiche Initiativen zur Berufsorientierung, Praktika, Ausbildungsmessen und Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben verfolgen genau dieses Ziel. Sie gewinnen angesichts der aktuellen Studienergebnisse weiter an Bedeutung.

Für die Wirtschaft ist die Botschaft eindeutig: Die duale Ausbildung bleibt ein Erfolgsmodell. Damit sie ihre Stärke auch künftig entfalten kann, müssen jedoch mehr Jugendliche den Weg in die Betriebe finden. Nicht das Ansehen der Ausbildung ist das Problem – sondern die Hürden auf dem Weg dorthin.

Die Ergebnisse der Bertelsmann Stiftung senden damit ein ermutigendes Signal an Ausbildungsbetriebe: Wer jungen Menschen eine Chance gibt und sie frühzeitig anspricht, investiert nicht nur in den eigenen Fachkräftenachwuchs, sondern stärkt zugleich den Wirtschaftsstandort insgesamt.

Wer je einen Marathon gelaufen ist, kurz vor Schluss eines wichtigen Spiels noch einen Elfmeter verwandeln musste oder nach einer schweren Verletzung zurück auf den Platz gefunden hat, weiß: Der Körper macht nur die halbe Arbeit. Den Unterschied macht der Kopf. Genau diese mentale Stärke, die Spitzensportler über Jahre trainieren, lässt sich erstaunlich gut auf unseren Alltag und unseren Berufsalltag übertragen.
Was mentale Stärke eigentlich bedeutet
Mentale Stärke ist kein angeborenes Talent, sondern eine Fähigkeit, die trainiert werden kann – wie ein Muskel. Sie zeigt sich nicht darin, keine Angst oder Selbstzweifel zu haben, sondern darin, trotzdem weiterzumachen. Sportler lernen, mit Druck, Rückschlägen (auch dem „Scheitern“) und Erwartungen umzugehen, ohne sich davon lähmen zu lassen. Genau diese Muster – Fokus, Gelassenheit unter Druck, Umgang mit Niederlagen – sind auch im Büro, in Prüfungssituationen oder in schwierigen Lebensphasen Gold wert.
Warum das für uns alle relevant ist
Im Berufsleben begegnen uns ständig kleine und große Drucksituationen: die wichtige Präsentation, das schwierige Gespräch mit dem Chef, die Deadline, die einfach nicht näher rücken will. Wer hier mental stabil bleibt, trifft bessere Entscheidungen, bleibt handlungsfähig statt zu erstarren und erholt sich schneller von Rückschlägen. Und auch im Alltag – bei Konflikten, Verlusten oder einfach der Hektik des Lebens – hilft es, die Werkzeuge der Sportpsychologie zu kennen.
Fünf Tipps für mehr mentale Stärke
1. Setze dir Prozessziele statt nur Ergebnisziele
Sportler konzentrieren sich nicht nur auf den Sieg, sondern auf den nächsten Schritt: die nächste Wiederholung, den nächsten Ballkontakt. Übertrage das auf deinen Alltag: Statt „Ich muss dieses Projekt perfekt abschließen“ hilft „Ich erledige jetzt diesen einen Abschnitt gut“. Das reduziert Druck und macht große Aufgaben handhabbar.
2. Trainiere deine innere Sprache
Wie du mit dir selbst sprichst, beeinflusst, wie du handelst. Sportler arbeiten gezielt an ihrem Selbstgespräch, um Selbstzweifel durch konstruktive, ermutigende Gedanken zu ersetzen. Achte bewusst darauf, wie du in stressigen Momenten mit dir selbst redest – und korrigiere destruktive Gedankenmuster sofort.
3. Nutze Routinen, um Sicherheit zu schaffen
Vor dem Wettkampf haben viele Sportler feste Rituale – sie geben Halt in einer unsicheren Situation. Auch im Beruf helfen feste Abläufe, etwa ein fester Start in den Arbeitstag oder eine kurze Vorbereitungsroutine vor wichtigen Terminen, um Nervosität in Fokus zu verwandeln. Es gibt auch coole Mind Hacks, um gut in den Tag zu starten. Routinen funktionieren immer, aber: es sind „Routinen“, da wir sie Tag für Tag üben und damit auch unser Gehirn transformieren bzw. verändern können.
4. Lerne, Rückschläge als Information zu sehen, nicht als Urteil
„Scheitern“, auch wenn ich dieses Wort nicht mag, gehört zum Leben. „Rückschläge“ ist vielleicht ein „schöneres Wort“, aber warum soll man diese Situation nicht deutlich aussprechen, denn: Eine verlorene Partie bedeutet für einen Sportler nicht das Ende, sondern Material zum Lernen. Diese Haltung – Fehler als Feedback statt als persönliches Scheitern zu betrachten – nimmt viel Druck aus schwierigen Situationen und macht es leichter, wieder aufzustehen. Wie kommen wir da wieder raus? Wir feedbacken uns, was mir beim vergangenen Mal, als wir erfolgreich waren, anders gemacht haben.
5. Trainiere Erholung genauso bewusst wie Leistung
Kein Spitzensportler trainiert ohne Regenerationsphasen – Übertraining führt zu Verletzungen und mentaler Erschöpfung. Auch im Alltag und Beruf gilt: Bewusste Pausen, ausreichend Schlaf und Momente ohne Leistungsdruck sind keine Schwäche, sondern die Grundlage für langfristige Stärke.
Also: Mentale Stärke ist kein Privileg von Profisportlern. Es sind erlernbare Denk- und Verhaltensweisen, die uns helfen, mit Druck umzugehen, aus Rückschlägen zu lernen und langfristig belastbar zu bleiben – ob auf dem Spielfeld, im Büro oder im ganz normalen Alltag. Wer beginnt, diese fünf Prinzipien bewusst zu üben, wird merken: Der Kopf lässt sich genauso trainieren wie der Körper.

Lernen beginnt nicht nur im Kopf – sondern im ganzen Körper.

Über viele Jahrhunderte wurde Denken als etwas rein Geistiges betrachtet. Der Körper galt dabei eher als Transportmittel für das Gehirn. Die moderne Kognitionswissenschaft zeichnet jedoch ein anderes Bild: Unser Denken ist eng mit unserem Körper verbunden. Dieses Konzept wird als Embodiment(verkörperte Kognition) bezeichnet.

Embodiment beschreibt die Erkenntnis, dass unsere Wahrnehmung, unsere Bewegungen, unsere Körperhaltung und sogar unsere Gestik Einfluss darauf haben, wie wir denken, fühlen, entscheiden und lernen.

Was bedeutet Embodiment?

Der Begriff stammt aus der Kognitionspsychologie und den Neurowissenschaften. Er geht davon aus, dass unser Gehirn Informationen nicht isoliert verarbeitet. Stattdessen entstehen Gedanken immer im Zusammenspiel mit Körper und Umwelt.

Ein einfaches Beispiel:

Wer eine aufrechte Körperhaltung einnimmt, fühlt sich häufig selbstbewusster und handlungsfähiger. Umgekehrt kann eine zusammengesunkene Haltung das Gefühl von Erschöpfung oder Unsicherheit verstärken.

Unser Körper reagiert also nicht nur auf unsere Gedanken – er beeinflusst sie aktiv.

Warum ist Embodiment für Bildung bedeutsam?

Lernen ist kein rein intellektueller Prozess. Kinder und Erwachsene lernen nachhaltiger, wenn mehrere Sinne beteiligt sind.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Bewegung beim Lernen
  • Gesten zur Unterstützung neuer Inhalte
  • Lernen durch Ausprobieren
  • Emotionale Erfahrungen
  • räumliche Orientierung

Wer Mathematik mit Materialien begreift, Wörter mit Gesten verbindet oder naturwissenschaftliche Phänomene experimentell erfährt, speichert Wissen häufig tiefer und langfristiger.

Was sagt die Forschung?

Studien zeigen unter anderem:

  • Körperliche Aktivität verbessert Aufmerksamkeit und Gedächtnis.
  • Gesten unterstützen das Verstehen komplexer Inhalte.
  • Emotionen beeinflussen die Lernfähigkeit erheblich.
  • Bewegung aktiviert Hirnnetzwerke, die auch für Problemlösen und Kreativität wichtig sind.

Embodiment bedeutet deshalb nicht, dass Bewegung lediglich eine angenehme Abwechslung ist. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Lernprozesse.

Praktische Beispiele im Unterricht

Embodiment lässt sich ohne großen Aufwand integrieren:

  • Vokabeln mit passenden Bewegungen verknüpfen.
  • Zahlenräume durch Gehen oder Springen darstellen.
  • Naturwissenschaftliche Prozesse nachspielen.
  • Diskussionen im Stehen oder in wechselnden Positionen führen.
  • Kurze Bewegungsimpulse zwischen Lernphasen einbauen.

Gerade bei jüngeren Lernenden steigern solche Methoden Motivation, Konzentration und Merkfähigkeit.

Embodiment in der Erwachsenenbildung

Auch Erwachsene profitieren von verkörpertem Lernen.

Workshops, Fortbildungen oder Seminare werden nachhaltiger, wenn Teilnehmende aktiv handeln, diskutieren, visualisieren und Erfahrungen sammeln, anstatt ausschließlich Vorträgen zuzuhören.

Selbst kleine Veränderungen – etwa Stehtische, Gruppenarbeit oder Lernspaziergänge – können die Qualität des Lernens verbessern.

Grenzen des Embodiment-Ansatzes

Embodiment ist kein Wundermittel. Nicht jede Bewegung führt automatisch zu besseren Lernergebnissen. Entscheidend ist, dass körperliche Aktivitäten sinnvoll mit den Lerninhalten verknüpft sind.

Ebenso ersetzt Embodiment keine gute Didaktik. Vielmehr ergänzt es bestehende Lehr- und Lernmethoden um eine wichtige Perspektive: Lernen ist immer ein Zusammenspiel von Denken, Fühlen und Handeln.

Fazit

Embodiment verändert unseren Blick auf Bildung grundlegend. Lernen findet nicht ausschließlich im Gehirn statt, sondern im gesamten Menschen. Wer den Körper bewusst in Lernprozesse einbezieht, schafft bessere Voraussetzungen für Verständnis, Motivation und nachhaltigen Wissenserwerb.

Die Erkenntnis ist ebenso einfach wie weitreichend:

Wir denken nicht nur mit unserem Gehirn – wir denken mit unserem ganzen Körper.

Der deutsche Arbeitsmarkt steht vor einem tiefgreifenden Wandel – und die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit 2024 wird das Beschäftigungswachstum ausschließlich von ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern getragen. Während immer mehr Deutsche altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden, sorgen Arbeits- und Fachkräfte aus dem Ausland dafür, dass Unternehmen überhaupt noch genügend Personal finden.

Der Grund dafür ist der demografische Wandel. Die Babyboomer verabschieden sich nach und nach in den Ruhestand, gleichzeitig rücken deutlich weniger junge Menschen nach. Das verändert den Arbeitsmarkt nachhaltig. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter mit deutscher Staatsangehörigkeit um rund 3,9 Millionen gesunken. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter mit ausländischer Staatsangehörigkeit um etwa 3,4 Millionen. Ohne Zuwanderung wäre das Arbeitskräftepotenzial in Deutschland bereits heute deutlich kleiner.

Besonders sichtbar wird dieser Trend bei der Beschäftigung. Zwischen 2014 und Mitte 2025 entfielen 43 Prozent des Beschäftigungswachstums auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Drittstaaten. Weitere 26 Prozent kamen aus den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz. Deutsche Beschäftigte trugen nur noch rund ein Drittel zum Beschäftigungsaufbau bei.

Seit dem vergangenen Jahr hat sich die Entwicklung weiter zugespitzt: Neue Jobs entstehen praktisch nur noch durch ausländische Beschäftigte. Die Zahl der deutschen Erwerbstätigen stagniert oder geht aufgrund der Altersstruktur sogar zurück.

Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit zeigt sich darin vor allem eines: Deutschland ist zunehmend auf Erwerbsmigration angewiesen. „Die Demografie verändert den Arbeitsmarkt. Die Zahl der deutschen und EU-Beschäftigten sinkt bereits. Vor allem Beschäftigte aus Drittstaaten stabilisieren den Arbeitskräftebedarf der Unternehmen“, betont BA-Vorständin Vanessa Ahuja.

Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Geflüchtete. Ihre Integration in den Arbeitsmarkt schreitet spürbar voran. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den wichtigsten Herkunftsländern von Geflüchteten hat sich innerhalb der vergangenen fünf Jahre mehr als verdoppelt. Für die Bundesagentur ist das nicht nur ein Erfolg der Integrationspolitik, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Sicherung von Fachkräften und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Gleichzeitig steigt die Erwerbsbeteiligung insgesamt. Sowohl Deutsche als auch ausländische Staatsangehörige arbeiten heute häufiger als noch vor einigen Jahren. Allerdings konzentrieren sich die Beschäftigungszuwächse bei deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zunehmend auf ältere Jahrgänge. Die jüngeren Generationen werden dagegen immer stärker durch Zuwanderung geprägt.

Auch in den Unternehmen macht sich diese Entwicklung bemerkbar. Während deutsche Beschäftigte vor allem in hochqualifizierten Berufen zulegen, schließen ausländische Fach- und Arbeitskräfte zunehmend Lücken bei Fachkräften und Helfertätigkeiten. In sogenannten Engpassberufen hat sich ihr Anteil seit 2014 sogar von sieben auf rund 14 Prozent verdoppelt.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In Westdeutschland tragen deutsche und ausländische Beschäftigte gemeinsam zum Beschäftigungsaufbau bei. In vielen ostdeutschen Regionen dagegen wären steigende Beschäftigungszahlen ohne internationale Arbeitskräfte kaum noch möglich. Dort federt Zuwanderung die Folgen des demografischen Wandels besonders stark ab.

Zwar hat die schwache Konjunktur das Beschäftigungswachstum zuletzt gebremst, insbesondere in der Industrie. An der grundsätzlichen Entwicklung ändert das jedoch wenig. Der demografische Wandel bleibt die zentrale Herausforderung des deutschen Arbeitsmarktes – und Zuwanderung entwickelt sich immer mehr zu einem entscheidenden Faktor für Wachstum, Wohlstand und die Sicherung von Fachkräften.

Was bedeutet KI eigentlich für meine eigene Zukunft im Beruf?

Diese Frage beschäftigt derzeit viele Menschen. Vielleicht sogar mehr als jede andere Frage rund um Künstliche Intelligenz.

Vor einigen Tagen laß ich einen Kommentar meines Bildungs- Kollegen Josef Buschbacher aus einem Workshop zum Thema KI und Zukunft der Arbeit. Es wurde diskutiert, analysiert, prognostiziert. Wie werden sich Berufe verändern? Welche Branchen werden besonders betroffen sein? Welche Fähigkeiten werden künftig gefragt sein?

Doch manchmal bleibt am Ende eines Tages nicht die große Theorie hängen, sondern ein einziger Gedanke.

Ein Gedanke, der alles auf den Punkt bringt.

Als die Diskussion vielleicht wieder einmal in Richtung „Welche Jobs wird KI ersetzen?“ ging, stellte Josef eine Gegenfrage:

„Was bedeutet das eigentlich für meine eigene Beschäftigungsfähigkeit?“

Seine Antwort darauf war bemerkenswert klar.

Er sagte sinngemäß:

Wir sollten weniger über Jobs sprechen und viel mehr über Tätigkeiten.

Denn ein kompletter Beruf verschwindet selten über Nacht. Was sich verändert, sind die einzelnen Aufgaben, aus denen ein Beruf besteht.

Dieser Perspektivwechsel hat bei mir etwas ausgelöst.

Statt über abstrakte Zukunftsszenarien nachzudenken, richtet sich der Blick plötzlich auf den eigenen Arbeitsalltag.

Josef schlug eine einfache Übung vor:

Schreibe die 20 wichtigsten Tätigkeiten deiner Rolle auf und ordne sie drei Kategorien zu.

Automatisierbar.
Alles, was wiederholbar, regelbasiert, digital und mit überschaubarem Risiko verbunden ist.

Augmentierbar.
Aufgaben, bei denen KI unterstützen, vorbereiten, analysieren oder beschleunigen kann – während der Mensch weiterhin prüft, entscheidet und Verantwortung trägt. (PS: „augmentierbar“ bedeutet bezogen auf KI: Ein System ist augmentierbar, wenn seine Fähigkeiten durch zusätzliche Daten, Werkzeuge oder Module erweitert werden können.)

Menschlich differenzierend.
Beziehungsgestaltung. Vertrauen. Kreativität. Strategie. Konfliktlösung. Empathie. Kontextverständnis. Genau die Dinge also, die Menschen nicht nur erledigen, sondern verkörpern.

Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr erkannte ich, wie treffend dieser Ansatz ist.

In meinem eigenen Arbeitsumfeld sehe ich bereits heute, wie KI viele Aufgaben schneller und effizienter macht. Recherchen dauern deutlich kürzer (auch wenn man alle Aussagen überprüfen sollte). Texte entstehen schneller. Analysen werden unterstützt. Prozesse werden vereinfacht.

Und trotzdem wird gleichzeitig etwas anderes immer wichtiger:

Menschen, die Orientierung geben.

Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Menschen, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen.

Menschen, die Vertrauen schaffen.

Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft hinter der KI-Debatte.

Nicht die Frage, welche Arbeit verschwindet.

Sondern die Frage, welche Arbeit an Bedeutung gewinnt.

Deshalb nehme ich aus diesem Workshop vor allem drei Gedanken mit:

➡️ Was automatisierbar ist, sollten wir verstehen und – wenn möglich – selbst automatisieren lernen.

➡️ Was augmentierbar ist, sollten wir mithilfe von KI besser, schneller und wirkungsvoller machen.

➡️ Was uns als Menschen einzigartig macht, sollten wir bewusst stärken und weiterentwickeln.

Die entscheidende Frage lautet daher aus meiner Sicht nicht:

„Ist mein Job sicher?“

Sondern:

„Welche Teile meiner Arbeit übernimmt die Technologie – und welche machen mich als Menschen künftig noch wertvoller?“

Diese Perspektive verändert alles.

Sie nimmt der Diskussion die Angst und gibt ihr eine Richtung.

Vielen Dank an Josef Buschbacher für diesen starken Denkanstoß. Er erinnert uns daran, dass Zukunft nicht einfach geschieht. Zukunft wird von Menschen gestaltet, die bereit sind zu lernen, Verantwortung zu übernehmen und Veränderung aktiv mitzugestalten.

Wie würdet ihr eure eigenen Aufgaben einordnen? Was ist bei euch automatisierbar, was augmentierbar – und was bleibt zutiefst menschlich?

Deutschland steht vor einem stillen Alarmzustand! Die neue Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ zeigt: Immer mehr junge Menschen fühlen sich überfordert, ausgebrannt und ohne echte Perspektive. Krieg, Inflation, Wohnungsnot, steigende Schulden und Zukunftsängste setzen der jungen Generation massiv zu.

Besonders dramatisch: Fast jede dritte junge Person gibt an, psychologische Unterstützung zu benötigen. Bei jungen Frauen liegt der Wert sogar bei 34 Prozent. Gleichzeitig verbringen viele Jugendliche so viel Zeit am Smartphone, dass Experten bereits von suchtähnlichem Verhalten sprechen.

Trotz allem bleibt die Leistungsbereitschaft hoch. Junge Menschen wollen arbeiten, Verantwortung übernehmen und sich etwas aufbauen. Doch immer mehr fragen sich: Lohnt sich Leistung in Deutschland überhaupt noch?

Vor allem die Angst vor wirtschaftlicher Unsicherheit wächst. Viele junge Menschen setzen deshalb inzwischen lieber auf eine berufliche Ausbildung statt auf ein Studium. Praxisnahe Berufe und sichere Perspektiven gewinnen an Bedeutung.

Doch die Sorgen bleiben: Hohe Mieten, fehlender Wohnraum und finanzielle Belastungen treiben viele an ihre Grenzen. Jeder fünfte junge Mensch plant sogar konkret, Deutschland zu verlassen. Insgesamt können sich 41 Prozent vorstellen, im Ausland ein besseres Leben zu suchen.

Auch politisch wird die Lage brisanter. Die Studie zeigt eine zunehmende Spaltung zwischen jungen Frauen und jungen Männern. Während sich viele junge Frauen stärker linken Parteien zuwenden, gewinnt die AfD besonders bei jungen Männern an Zustimmung. Die politische Polarisierung unter jungen Menschen nimmt deutlich zu.

Die Botschaft der Studie ist klar: Die junge Generation fühlt sich mit ihren Sorgen und Zukunftsfragen zu oft allein gelassen. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach echter Beteiligung, mehr Vertrauen und klaren Zukunftsperspektiven.

Wir sprechen darüber – im Ausbilderkreis

Diese Entwicklungen betreffen nicht nur Politik und Gesellschaft, sondern auch Unternehmen, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie die gesamte Arbeitswelt. Deshalb werden wir dieses wichtige Thema in unserem Netzwerk im „Ausbilderkreis“ aufgreifen und dazu einen Online-Talk organisieren.

Gemeinsam wollen wir darüber sprechen:

  • Wie tickt die junge Generation wirklich?
  • Was erwarten junge Menschen heute von Ausbildung und Arbeit?
  • Wie können Unternehmen Sicherheit, Orientierung und Perspektiven bieten?
  • Und was bedeutet die Entwicklung für die Zukunft des Arbeitsmarktes?

Weitere Informationen und Termine zum Online-Talk folgen in Kürze unter www.derausbilderkreis.info

Die Trendstudie wird vom Datajockey Verlag (Kempten) unter der Leitung des Jugendforschers Simon Schnetzer herausgegeben und fachlich von Dr. Kilian Hampel, Prof. Dr. Nina Kolleck und Prof. Dr. Klaus Hurrelmann begleitet. Der Verlag finanziert die Durchführung der Studie durch den Studienverkauf. Link zur Studie: bitte hier klicken!