Kurz vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres zeigt sich in Nordrhein-Westfalen ein widersprüchliches Bild: Weniger Ausbildungsplätze werden gemeldet, zugleich bleibt das Interesse junger Menschen an der dualen Ausbildung stabil. Für Unternehmen und Bewerberinnen und Bewerber ist das keine Sackgasse, sondern ein Auftrag zum gemeinsamen Handeln.
Düsseldorf ist eine Stadt, die gern über Zukunft spricht. Über Transformation, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Geschäftsmodelle. Doch Zukunft beginnt selten auf einer Bühne und fast nie mit einer PowerPoint-Präsentation. Sie beginnt dort, wo ein Betrieb einer jungen Frau oder einem jungen Mann die Chance gibt, einen Beruf zu lernen.Die duale Ausbildung ist deshalb mehr als ein Baustein der Personalplanung. Sie ist die praktische Antwort auf eine doppelte Herausforderung: Die Wirtschaft verändert sich grundlegend – und zugleich verabschieden sich in den kommenden Jahren die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Arbeitsleben. Wer heute nicht ausbildet, wird in drei bis fünf Jahren spürbare Engpässe bei qualifizierten Nachwuchsfachkräften erleben. Was heute wie eine freie Entscheidung aussieht, kann morgen zur empfindlichen Lücke werden.
Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen macht diesen Handlungsdruck sichtbar. Bis Ende August meldeten Unternehmen und Betriebe 92.947 betriebliche Ausbildungsstellen bei den Agenturen für Arbeit – 6.319 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang von 6,4 Prozent. Die aktuelle Wirtschaftskrise geht auch am Ausbildungsmarkt nicht spurlos vorbei.
Und doch wäre es falsch, die Geschichte an dieser Stelle mit dem Wort „Rückgang“ zu beenden. Denn gleichzeitig meldeten 105.686 Jugendliche Interesse an einer Ausbildung. Das sind 381 junge Menschen mehr als im Vorjahr. Kurz vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres am 1. September sind noch 23.359 Ausbildungsstellen zu besetzen – viele davon in Berufen, die von Fachkräfteengpässen geprägt sind und gute Zukunftsperspektiven bieten.
Auch auf der Seite der Jugendlichen ist die Situation eindeutig: 25.844 Bewerberinnen und Bewerber gelten noch als unversorgt. Hinzu kommen 12.418 junge Menschen, die zwar bereits eine Alternative gefunden haben, aber lieber eine duale Berufsausbildung beginnen würden. Hinter diesen Zahlen stehen keine abstrakten Marktbewegungen. Dahinter stehen junge Menschen mit Erwartungen, Fähigkeiten und dem Wunsch, beruflich Fuß zu fassen. Und dahinter stehen Betriebe, die dringend Verstärkung suchen, aber unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen handeln müssen.
Michael Grütering
Denn eines darf in der Debatte nicht untergehen: Unternehmen bemühen sich. Viele Betriebe halten an ihrer Ausbildungsbereitschaft fest, obwohl Kosten steigen, Aufträge schwanken und die Anforderungen an die Ausbildung wachsen. Ausbildung ist eine Investition – in Zeit, Betreuung, Ausstattung und Verantwortung. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen stoßen dabei mitunter an ihre Grenzen. Das verdient Anerkennung, nicht den pauschalen Vorwurf, die Wirtschaft tue zu wenig.
Gleichzeitig darf die schwierige Lage nicht zum Grund werden, Chancen ungenutzt verstreichen zu lassen.
Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände in Düsseldorf, appelliert deshalb an die Mitgliedsbetriebe: „Gerade im Zuge der wirtschaftlichen und strukturellen Transformation ist es entscheidend, die Potenziale am Ausbildungsmarkt aktiv zu erschließen. Wer heute nicht ausbildet, wird in drei bis fünf Jahren spürbare Engpässe bei qualifizierten Nachwuchsfachkräften erleben – insbesondere vor dem Hintergrund des bevorstehenden Renteneintritts der geburtenstarken Jahrgänge. Deshalb bitten wir unsere Mitgliedsbetriebe: Schreiben Sie Ausbildungsstellen verstärkt aus und nutzen Sie die Unterstützung der Agentur für Arbeit bei der Vermittlung geeigneter Bewerberinnen und Bewerber.“
Dieser Appell ist kein Ruf nach einem Kraftakt um jeden Preis. Er ist eine Einladung, genauer hinzusehen. Nicht jede Bewerbung passt auf Anhieb, nicht jeder Ausbildungsberuf ist bekannt, und nicht jede berufliche Entscheidung fällt geradlinig. Umso wichtiger ist es, Interessen, Talente und Stärken zusammenzubringen – und neben dem Wunschberuf auch verwandte Berufe und alternative Wege in den Blick zu nehmen.
Dabei können Unternehmen und Jugendliche auf Unterstützung bauen. Die Agenturen für Arbeit beraten, vermitteln und helfen dabei, passende Perspektiven zu finden. Ein besonders sinnvoller Weg kann die Einstiegsqualifizierung sein: In einem längerfristigen Praktikum lernen sich Betrieb und Talent im Alltag kennen. Jugendliche können fachliche und persönliche Kompetenzen entwickeln, verschiedene berufliche Möglichkeiten erproben und ihre Chancen auf einen Ausbildungsvertrag verbessern. Unternehmen gewinnen zugleich Zeit, um Potenziale zu erkennen – jenseits eines einzelnen Vorstellungsgesprächs und jenseits perfekter Bewerbungsunterlagen.
Dass die Zahl der interessierten Jugendlichen trotz des Ausfalls fast eines ganzen gymnasialen Jahrgangs stabil geblieben ist, ist ein gutes Zeichen. Die duale Ausbildung gewinnt spürbar an Attraktivität. Das ist auch ein Erfolg der gemeinsamen Arbeit von Wirtschaft, Kammern, freien Berufen, Handwerk und Bundesagentur für Arbeit.
Nun kommt es darauf an, aus Interesse konkrete Entscheidungen zu machen. Die Wirtschaft braucht junge Menschen. Junge Menschen brauchen Betriebe, die ihnen etwas zutrauen. Und Betriebe brauchen Unterstützung, wenn Ausbildung unter den Bedingungen der Transformation gelingen soll.
Düsseldorf lebt von Unternehmen, die Verantwortung übernehmen. Ein Ausbildungsplatz ist die sichtbarste Form dieser Verantwortung: Er sagt einem jungen Menschen, dass seine Zukunft nicht festgelegt ist – und einem Betrieb, dass er bereit ist, seine eigene Zukunft mitzugestalten.
Kurz vor dem 1. September ist deshalb noch vieles möglich. Ausbildungsplätze können besetzt, Kontakte geknüpft und Wege eröffnet werden. Unternehmen sollten ihre Stellen jetzt verstärkt ausschreiben und die Vermittlungsangebote der Agentur für Arbeit nutzen. Jugendliche sollten sich auch dann bewerben, wenn der perfekte Lebenslauf noch nicht existiert.
Die wichtigste Nachricht lautet: Der Ausbildungsmarkt ist nicht leer. Er ist voller ungenutzter Möglichkeiten. Man muss sie nur zusammenbringen.
Infotext:
Der Düsseldorfer Ausbildungsmarkt hat sich spürbar verändert: Erstmals übersteigt die Zahl der Ausbildungsinteressierten die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen. Nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit Düsseldorf standen im Juli dieses Jahres 3.309 Bewerberinnen und Bewerber 3.041 betrieblichen Ausbildungsstellen gegenüber. Während sich immer mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung interessieren, geht das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen, die bei der Agentur für Arbeit gemeldet wurden, zurück.
Die Agentur für Arbeit Düsseldorf, das Jobcenter Düsseldorf, die Handwerkskammer Düsseldorf, die Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V., die Stadt Düsseldorf, der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Düsseldorf-Bergisch-Land, die Freien Berufe NRW und die IHK Düsseldorf appellieren gemeinsam an die Unternehmen, die aktuelle Entwicklung als Chance zu nutzen die Fachkräfte von morgen zu gewinnen. Das Interesse junger Menschen an einer dualen Ausbildung ist hoch. Sie rufen dazu auf, freie Ausbildungskapazitäten zu schaffen, offene Ausbildungsplätze zu melden und vorhandene Stellen konsequent zu besetzen.
https://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.png00Christoph Socharthttps://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.pngChristoph Sochart2026-08-29 09:36:112026-08-29 09:36:11Ausbildung ist keine Pflichtübung – sie ist Düsseldorfs Zukunftsversicherung
Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt – und damit auch die berufliche Ausbildung. Für Unternehmen stellt sich deshalb zunehmend die Frage: Welche Kompetenzen brauchen junge Menschen, um KI sinnvoll, sicher und verantwortungsvoll einsetzen zu können?
Eine aktuelle Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: KI ist längst auch in der Ausbildung angekommen. Viele Ausbilderinnen und Ausbilder unterstützen ihre Auszubildenden bereits dabei, KI-Anwendungen zu nutzen und die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.
KI ist in der Ausbildung angekommen
Ob Textverarbeitung, Recherche, Programmierung oder kreative Anwendungen: KI-Tools können heute in vielen Ausbildungsberufen eingesetzt werden. Gleichzeitig wächst die Bedeutung einer Kompetenz, die über die reine Bedienung von KI hinausgeht: die Fähigkeit, KI-Ergebnisse richtig einzuschätzen.
Denn künstliche Intelligenz liefert nicht automatisch richtige Antworten. Auszubildende müssen lernen, Informationen zu überprüfen, Quellen einzuschätzen und mögliche Fehler oder Verzerrungen zu erkennen.
Genau hier sehen viele Ausbildungsbetriebe eine wichtige Aufgabe. Laut IW-Studie vermitteln bereits zahlreiche Ausbilderinnen und Ausbilder ihren Nachwuchskräften einen kritischen Umgang mit KI-generierten Inhalten und unterstützen sie bei der Nutzung entsprechender Werkzeuge.
So viel Prozent der Ausbilderinnen und Ausbilder in Deutschland sagen, dass diese Aussagen (eher) zutreffen
KI-Kompetenz ist mehr als Technik
Für die berufliche Bildung bedeutet das: KI-Kompetenz darf nicht auf die Frage reduziert werden, welches Tool wie funktioniert.
Viel wichtiger sind grundlegende Fähigkeiten:
KI-Anwendungen gezielt auswählen und einsetzen,
Ergebnisse kritisch überprüfen,
Informationen und Quellen bewerten,
Datenschutz und Urheberrecht berücksichtigen,
Chancen und Grenzen von KI erkennen,
und Verantwortung für die eigenen Arbeitsergebnisse übernehmen.
Damit wird KI-Kompetenz zu einem wichtigen Bestandteil beruflicher Handlungskompetenz.
Unternehmen und Berufsschulen müssen enger zusammenarbeiten
Eine besondere Herausforderung liegt in der Zusammenarbeit der verschiedenen Lernorte. Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen beschäftigen sich zunehmend mit KI – allerdings offenbar noch nicht überall gemeinsam.
Dabei wäre ein abgestimmtes Vorgehen sinnvoll. Wenn Unternehmen und Berufsschulen miteinander darüber sprechen, wo KI eingesetzt werden kann, wo Grenzen liegen und welche Kompetenzen vermittelt werden sollen, profitieren davon vor allem die Auszubildenden.
Ausbildung findet schließlich an mehreren Lernorten statt. Die digitale Transformation macht es deshalb noch wichtiger, dass diese Lernorte miteinander im Austausch bleiben.
Was bedeutet das für Ausbildungsbetriebe?
Für Unternehmen bietet sich jetzt die Chance, das Thema aktiv zu gestalten. Ausbildungsabteilungen können gemeinsam mit ihren Ausbilderinnen und Ausbildern überlegen:
Wo wird KI in unserem Unternehmen bereits eingesetzt?
Welche Anwendungen sind für unsere Auszubildenden sinnvoll?
Welche Regeln müssen beim Einsatz von KI beachtet werden?
Wie lernen unsere Auszubildenden, KI-Ergebnisse kritisch zu hinterfragen?
Und nicht zuletzt: Welche Kompetenzen benötigen unsere Fachkräfte in Zukunft?
Wer diese Fragen frühzeitig beantwortet, kann KI nicht nur als technologische Veränderung betrachten, sondern als Chance für eine moderne und zukunftsorientierte Ausbildung.
Die Ausbildung von heute bereitet auf die Arbeitswelt von morgen vor
Die Entwicklung zeigt: KI wird zunehmend Teil des beruflichen Alltags. Deshalb sollte der kompetente Umgang mit künstlicher Intelligenz möglichst früh vermittelt werden.
Für Ausbildungsbetriebe bedeutet das nicht, dass jede und jeder sofort zum KI-Experten werden muss. Entscheidend ist vielmehr eine offene Lernkultur, in der Auszubildende neue Technologien ausprobieren, ihre Möglichkeiten kennenlernen und gleichzeitig lernen, kritisch und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen.
KI-Kompetenz wird damit zu einer wichtigen Zukunftskompetenz – für Auszubildende ebenso wie für ihre Ausbilderinnen und Ausbilder.
Der vollständige Beitrag des Instituts der deutschen Wirtschaft:
https://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.png00Christoph Socharthttps://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.pngChristoph Sochart2026-08-20 15:16:262026-08-20 15:16:26KI-Kompetenzen werden immer wichtiger: Was Ausbildungsbetriebe jetzt wissen sollten
Berufsorientierung ist mehr als ein Praktikum und ein Blick in den Ausbildungsberuf. Sie entscheidet mit darüber, ob junge Menschen ihre Talente entdecken, Chancen erkennen und einen passenden Weg in die Arbeitswelt finden. Seit 20 Jahren zeigt das Düsseldorfer Modell, wie Schule, Wirtschaft und öffentliche Institutionen dabei erfolgreich zusammenarbeiten können.
Am 16. August 2006 begann in Düsseldorf eine Idee, die damals keineswegs selbstverständlich war: Die Akteure am Übergang von der Schule in den Beruf sollten enger zusammenarbeiten. Schule, Wirtschaft, Arbeitsagentur und Stadt wollten ihre Kompetenzen bündeln und Jugendlichen bessere Orientierungsmöglichkeiten eröffnen. (Unternehmer Düsseldorf)
Heute, 20 Jahre später, ist daraus das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung entstanden – und damit ein wichtiger Bestandteil der Düsseldorfer Bildungslandschaft.
Eine Idee, die von Vernetzung lebt
Die besondere Stärke des Düsseldorfer Modells liegt nicht in einer einzelnen Maßnahme. Sie liegt in der Vernetzung. Kommunale Koordinierung, Agentur für Arbeit, Stiftung Pro Ausbildung, Unternehmerschaft Düsseldorf, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft arbeiten gemeinsam daran, berufliche Orientierung weiterzuentwickeln. (Unternehmer Düsseldorf)
Das klingt zunächst selbstverständlich. In der Praxis ist es das keineswegs. Denn Institutionen haben unterschiedliche Aufgaben, Zuständigkeiten und Perspektiven. Das Kompetenzzentrum schafft einen Raum, in dem diese Perspektiven zusammenkommen und daraus konkrete Angebote entstehen können.
Genau hier liegt ein entscheidender Erfolgsfaktor: Nicht übereinander, sondern miteinander reden – und aus den Erfahrungen der Praxis neue Lösungen entwickeln.
Von der Idee zum konkreten Angebot
Das Kompetenzzentrum versteht sich deshalb als Ideen- und Projektschmiede. Bedarfe aus Schulen, Unternehmen und von Jugendlichen werden aufgenommen, gemeinsam bearbeitet und in neue Formate übersetzt. (Unternehmer Düsseldorf)
Ein Beispiel dafür ist die Düsseldorfer Praktikumsbörse, die Schulen und Unternehmen digital zusammenbringt. Hinzu kommen Angebote zur Stärkung der dualen Ausbildung, zur Elternarbeit und zur Berufsvorbereitung. Viele der in Düsseldorf entwickelten Ansätze haben inzwischen Modellcharakter für Nordrhein-Westfalen. (Unternehmer Düsseldorf)
Dabei hat sich auch das Verständnis von Berufsorientierung verändert.
Talente erkennen statt Lebensläufe vorplanen
Junge Menschen brauchen heute nicht einfach möglichst viele Informationen über Berufe. Sie brauchen Gelegenheiten, sich selbst auszuprobieren.
Was kann ich gut? Was interessiert mich? Wie funktioniert ein Unternehmen? Wie sieht ein Arbeitstag tatsächlich aus? Welche Fähigkeiten werden in Zukunft gebraucht? Und welche Möglichkeiten bietet mir eine duale Ausbildung?
Praktische Erfahrungen und persönliche Begegnungen können hier mehr bewirken als manche Broschüre. Deshalb ist die Nähe zu den Unternehmen ein wichtiger Bestandteil des Düsseldorfer Ansatzes.
Die Leitidee lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Talente erkennen, Perspektiven schaffen, Brücken bauen.(Unternehmer Düsseldorf)
Warum das Thema wichtiger wird
Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Digitalisierung und künstliche Intelligenz verändern Tätigkeiten, neue Berufsbilder entstehen und Unternehmen suchen dringend Nachwuchskräfte. Gleichzeitig müssen Jugendliche Entscheidungen über ihre Zukunft treffen, während sich die Anforderungen an Berufe und Qualifikationen verändern. (Unternehmer Düsseldorf)
Gerade deshalb braucht es Orientierung, die nicht bei der Information stehen bleibt. Jugendliche müssen die Möglichkeit bekommen, Arbeitswelt konkret kennenzulernen und ihre eigenen Fähigkeiten mit realen Anforderungen abzugleichen.
Das ist eine Aufgabe, die Schule allein nicht leisten kann. Und auch Unternehmen können sie nicht allein bewältigen.
Berufliche Orientierung ist eine Gemeinschaftsaufgabe.
20 Jahre Erfahrung – und ein Auftrag für die Zukunft
Das Jubiläum ist deshalb mehr als ein Anlass zum Zurückblicken. Es ist auch eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie Berufsorientierung in den kommenden Jahren aussehen muss.
Das Kompetenzzentrum will seinen Ansatz weiterentwickeln und neue Wege ausprobieren – insbesondere mit Blick auf Digitalisierung, KI und den Wandel der Arbeitswelt. (Unternehmer Düsseldorf)
Das Ziel bleibt dabei erstaunlich einfach: Kein junger Mensch soll am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt verloren gehen.
Dafür braucht es weiterhin starke Partnerschaften, kurze Wege und den Mut, neue Lösungen auszuprobieren.
20 Jahre Düsseldorfer Modell zeigen: Wenn Schule, Stadt, Wirtschaft und Arbeitsmarktakteure ihre Kompetenzen zusammenbringen, kann aus einer guten Idee eine dauerhafte Bildungsstruktur entstehen.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Lehre aus zwei Jahrzehnten: Gute Berufsorientierung beginnt dort, wo Zuständigkeiten enden – und gemeinsames Handeln beginnt.
Ein großer Dank geht an unsere Partner:
Stadt Düsseldorf
Agentur für Arbeit
IHK Düsseldorf
HWK Düsseldorf
KHS Düsseldorf
https://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.png00Christoph Socharthttps://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.pngChristoph Sochart2026-08-20 09:24:002026-08-20 09:27:4420 Jahre Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung: Was Düsseldorf von der Praxis lernen kann
Ausbildung ist keine Pflichtübung – sie ist Düsseldorfs Zukunftsversicherung
NewsKurz vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres zeigt sich in Nordrhein-Westfalen ein widersprüchliches Bild: Weniger Ausbildungsplätze werden gemeldet, zugleich bleibt das Interesse junger Menschen an der dualen Ausbildung stabil. Für Unternehmen und Bewerberinnen und Bewerber ist das keine Sackgasse, sondern ein Auftrag zum gemeinsamen Handeln.
Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen macht diesen Handlungsdruck sichtbar. Bis Ende August meldeten Unternehmen und Betriebe 92.947 betriebliche Ausbildungsstellen bei den Agenturen für Arbeit – 6.319 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang von 6,4 Prozent. Die aktuelle Wirtschaftskrise geht auch am Ausbildungsmarkt nicht spurlos vorbei.
Und doch wäre es falsch, die Geschichte an dieser Stelle mit dem Wort „Rückgang“ zu beenden. Denn gleichzeitig meldeten 105.686 Jugendliche Interesse an einer Ausbildung. Das sind 381 junge Menschen mehr als im Vorjahr. Kurz vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres am 1. September sind noch 23.359 Ausbildungsstellen zu besetzen – viele davon in Berufen, die von Fachkräfteengpässen geprägt sind und gute Zukunftsperspektiven bieten.
Auch auf der Seite der Jugendlichen ist die Situation eindeutig: 25.844 Bewerberinnen und Bewerber gelten noch als unversorgt. Hinzu kommen 12.418 junge Menschen, die zwar bereits eine Alternative gefunden haben, aber lieber eine duale Berufsausbildung beginnen würden. Hinter diesen Zahlen stehen keine abstrakten Marktbewegungen. Dahinter stehen junge Menschen mit Erwartungen, Fähigkeiten und dem Wunsch, beruflich Fuß zu fassen. Und dahinter stehen Betriebe, die dringend Verstärkung suchen, aber unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen handeln müssen.
Michael Grütering
Denn eines darf in der Debatte nicht untergehen: Unternehmen bemühen sich. Viele Betriebe halten an ihrer Ausbildungsbereitschaft fest, obwohl Kosten steigen, Aufträge schwanken und die Anforderungen an die Ausbildung wachsen. Ausbildung ist eine Investition – in Zeit, Betreuung, Ausstattung und Verantwortung. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen stoßen dabei mitunter an ihre Grenzen. Das verdient Anerkennung, nicht den pauschalen Vorwurf, die Wirtschaft tue zu wenig.
Gleichzeitig darf die schwierige Lage nicht zum Grund werden, Chancen ungenutzt verstreichen zu lassen.
Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände in Düsseldorf, appelliert deshalb an die Mitgliedsbetriebe: „Gerade im Zuge der wirtschaftlichen und strukturellen Transformation ist es entscheidend, die Potenziale am Ausbildungsmarkt aktiv zu erschließen. Wer heute nicht ausbildet, wird in drei bis fünf Jahren spürbare Engpässe bei qualifizierten Nachwuchsfachkräften erleben – insbesondere vor dem Hintergrund des bevorstehenden Renteneintritts der geburtenstarken Jahrgänge. Deshalb bitten wir unsere Mitgliedsbetriebe: Schreiben Sie Ausbildungsstellen verstärkt aus und nutzen Sie die Unterstützung der Agentur für Arbeit bei der Vermittlung geeigneter Bewerberinnen und Bewerber.“
Dieser Appell ist kein Ruf nach einem Kraftakt um jeden Preis. Er ist eine Einladung, genauer hinzusehen. Nicht jede Bewerbung passt auf Anhieb, nicht jeder Ausbildungsberuf ist bekannt, und nicht jede berufliche Entscheidung fällt geradlinig. Umso wichtiger ist es, Interessen, Talente und Stärken zusammenzubringen – und neben dem Wunschberuf auch verwandte Berufe und alternative Wege in den Blick zu nehmen.
Dabei können Unternehmen und Jugendliche auf Unterstützung bauen. Die Agenturen für Arbeit beraten, vermitteln und helfen dabei, passende Perspektiven zu finden. Ein besonders sinnvoller Weg kann die Einstiegsqualifizierung sein: In einem längerfristigen Praktikum lernen sich Betrieb und Talent im Alltag kennen. Jugendliche können fachliche und persönliche Kompetenzen entwickeln, verschiedene berufliche Möglichkeiten erproben und ihre Chancen auf einen Ausbildungsvertrag verbessern. Unternehmen gewinnen zugleich Zeit, um Potenziale zu erkennen – jenseits eines einzelnen Vorstellungsgesprächs und jenseits perfekter Bewerbungsunterlagen.
Dass die Zahl der interessierten Jugendlichen trotz des Ausfalls fast eines ganzen gymnasialen Jahrgangs stabil geblieben ist, ist ein gutes Zeichen. Die duale Ausbildung gewinnt spürbar an Attraktivität. Das ist auch ein Erfolg der gemeinsamen Arbeit von Wirtschaft, Kammern, freien Berufen, Handwerk und Bundesagentur für Arbeit.
Nun kommt es darauf an, aus Interesse konkrete Entscheidungen zu machen. Die Wirtschaft braucht junge Menschen. Junge Menschen brauchen Betriebe, die ihnen etwas zutrauen. Und Betriebe brauchen Unterstützung, wenn Ausbildung unter den Bedingungen der Transformation gelingen soll.
Düsseldorf lebt von Unternehmen, die Verantwortung übernehmen. Ein Ausbildungsplatz ist die sichtbarste Form dieser Verantwortung: Er sagt einem jungen Menschen, dass seine Zukunft nicht festgelegt ist – und einem Betrieb, dass er bereit ist, seine eigene Zukunft mitzugestalten.
Kurz vor dem 1. September ist deshalb noch vieles möglich. Ausbildungsplätze können besetzt, Kontakte geknüpft und Wege eröffnet werden. Unternehmen sollten ihre Stellen jetzt verstärkt ausschreiben und die Vermittlungsangebote der Agentur für Arbeit nutzen. Jugendliche sollten sich auch dann bewerben, wenn der perfekte Lebenslauf noch nicht existiert.
Die wichtigste Nachricht lautet: Der Ausbildungsmarkt ist nicht leer. Er ist voller ungenutzter Möglichkeiten. Man muss sie nur zusammenbringen.
Infotext:
Der Düsseldorfer Ausbildungsmarkt hat sich spürbar verändert: Erstmals übersteigt die Zahl der Ausbildungsinteressierten die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen. Nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit Düsseldorf standen im Juli dieses Jahres 3.309 Bewerberinnen und Bewerber 3.041 betrieblichen Ausbildungsstellen gegenüber. Während sich immer mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung interessieren, geht das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen, die bei der Agentur für Arbeit gemeldet wurden, zurück.
Die Agentur für Arbeit Düsseldorf, das Jobcenter Düsseldorf, die Handwerkskammer Düsseldorf, die Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V., die Stadt Düsseldorf, der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Düsseldorf-Bergisch-Land, die Freien Berufe NRW und die IHK Düsseldorf appellieren gemeinsam an die Unternehmen, die aktuelle Entwicklung als Chance zu nutzen die Fachkräfte von morgen zu gewinnen. Das Interesse junger Menschen an einer dualen Ausbildung ist hoch. Sie rufen dazu auf, freie Ausbildungskapazitäten zu schaffen, offene Ausbildungsplätze zu melden und vorhandene Stellen konsequent zu besetzen.
KI-Kompetenzen werden immer wichtiger: Was Ausbildungsbetriebe jetzt wissen sollten
NewsKünstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt – und damit auch die berufliche Ausbildung. Für Unternehmen stellt sich deshalb zunehmend die Frage: Welche Kompetenzen brauchen junge Menschen, um KI sinnvoll, sicher und verantwortungsvoll einsetzen zu können?
Eine aktuelle Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: KI ist längst auch in der Ausbildung angekommen. Viele Ausbilderinnen und Ausbilder unterstützen ihre Auszubildenden bereits dabei, KI-Anwendungen zu nutzen und die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.
KI ist in der Ausbildung angekommen
Ob Textverarbeitung, Recherche, Programmierung oder kreative Anwendungen: KI-Tools können heute in vielen Ausbildungsberufen eingesetzt werden. Gleichzeitig wächst die Bedeutung einer Kompetenz, die über die reine Bedienung von KI hinausgeht: die Fähigkeit, KI-Ergebnisse richtig einzuschätzen.
Denn künstliche Intelligenz liefert nicht automatisch richtige Antworten. Auszubildende müssen lernen, Informationen zu überprüfen, Quellen einzuschätzen und mögliche Fehler oder Verzerrungen zu erkennen.
Genau hier sehen viele Ausbildungsbetriebe eine wichtige Aufgabe. Laut IW-Studie vermitteln bereits zahlreiche Ausbilderinnen und Ausbilder ihren Nachwuchskräften einen kritischen Umgang mit KI-generierten Inhalten und unterstützen sie bei der Nutzung entsprechender Werkzeuge.
So viel Prozent der Ausbilderinnen und Ausbilder in Deutschland sagen, dass diese Aussagen (eher) zutreffen
KI-Kompetenz ist mehr als Technik
Für die berufliche Bildung bedeutet das: KI-Kompetenz darf nicht auf die Frage reduziert werden, welches Tool wie funktioniert.
Viel wichtiger sind grundlegende Fähigkeiten:
Damit wird KI-Kompetenz zu einem wichtigen Bestandteil beruflicher Handlungskompetenz.
Unternehmen und Berufsschulen müssen enger zusammenarbeiten
Eine besondere Herausforderung liegt in der Zusammenarbeit der verschiedenen Lernorte. Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen beschäftigen sich zunehmend mit KI – allerdings offenbar noch nicht überall gemeinsam.
Dabei wäre ein abgestimmtes Vorgehen sinnvoll. Wenn Unternehmen und Berufsschulen miteinander darüber sprechen, wo KI eingesetzt werden kann, wo Grenzen liegen und welche Kompetenzen vermittelt werden sollen, profitieren davon vor allem die Auszubildenden.
Ausbildung findet schließlich an mehreren Lernorten statt. Die digitale Transformation macht es deshalb noch wichtiger, dass diese Lernorte miteinander im Austausch bleiben.
Was bedeutet das für Ausbildungsbetriebe?
Für Unternehmen bietet sich jetzt die Chance, das Thema aktiv zu gestalten. Ausbildungsabteilungen können gemeinsam mit ihren Ausbilderinnen und Ausbildern überlegen:
Wo wird KI in unserem Unternehmen bereits eingesetzt?
Welche Anwendungen sind für unsere Auszubildenden sinnvoll?
Welche Regeln müssen beim Einsatz von KI beachtet werden?
Wie lernen unsere Auszubildenden, KI-Ergebnisse kritisch zu hinterfragen?
Und nicht zuletzt: Welche Kompetenzen benötigen unsere Fachkräfte in Zukunft?
Wer diese Fragen frühzeitig beantwortet, kann KI nicht nur als technologische Veränderung betrachten, sondern als Chance für eine moderne und zukunftsorientierte Ausbildung.
Die Ausbildung von heute bereitet auf die Arbeitswelt von morgen vor
Die Entwicklung zeigt: KI wird zunehmend Teil des beruflichen Alltags. Deshalb sollte der kompetente Umgang mit künstlicher Intelligenz möglichst früh vermittelt werden.
Für Ausbildungsbetriebe bedeutet das nicht, dass jede und jeder sofort zum KI-Experten werden muss. Entscheidend ist vielmehr eine offene Lernkultur, in der Auszubildende neue Technologien ausprobieren, ihre Möglichkeiten kennenlernen und gleichzeitig lernen, kritisch und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen.
KI-Kompetenz wird damit zu einer wichtigen Zukunftskompetenz – für Auszubildende ebenso wie für ihre Ausbilderinnen und Ausbilder.
Der vollständige Beitrag des Instituts der deutschen Wirtschaft:
„KI-Kompetenzen werden immer wichtiger“
https://www.iwd.de/artikel/ki-kompetenzen-werden-immer-wichtiger-688056/
20 Jahre Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung: Was Düsseldorf von der Praxis lernen kann
NewsBerufsorientierung ist mehr als ein Praktikum und ein Blick in den Ausbildungsberuf. Sie entscheidet mit darüber, ob junge Menschen ihre Talente entdecken, Chancen erkennen und einen passenden Weg in die Arbeitswelt finden. Seit 20 Jahren zeigt das Düsseldorfer Modell, wie Schule, Wirtschaft und öffentliche Institutionen dabei erfolgreich zusammenarbeiten können.
Am 16. August 2006 begann in Düsseldorf eine Idee, die damals keineswegs selbstverständlich war: Die Akteure am Übergang von der Schule in den Beruf sollten enger zusammenarbeiten. Schule, Wirtschaft, Arbeitsagentur und Stadt wollten ihre Kompetenzen bündeln und Jugendlichen bessere Orientierungsmöglichkeiten eröffnen. (Unternehmer Düsseldorf)
Heute, 20 Jahre später, ist daraus das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung entstanden – und damit ein wichtiger Bestandteil der Düsseldorfer Bildungslandschaft.
Eine Idee, die von Vernetzung lebt
Die besondere Stärke des Düsseldorfer Modells liegt nicht in einer einzelnen Maßnahme. Sie liegt in der Vernetzung. Kommunale Koordinierung, Agentur für Arbeit, Stiftung Pro Ausbildung, Unternehmerschaft Düsseldorf, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft arbeiten gemeinsam daran, berufliche Orientierung weiterzuentwickeln. (Unternehmer Düsseldorf)
Das klingt zunächst selbstverständlich. In der Praxis ist es das keineswegs. Denn Institutionen haben unterschiedliche Aufgaben, Zuständigkeiten und Perspektiven. Das Kompetenzzentrum schafft einen Raum, in dem diese Perspektiven zusammenkommen und daraus konkrete Angebote entstehen können.
Genau hier liegt ein entscheidender Erfolgsfaktor: Nicht übereinander, sondern miteinander reden – und aus den Erfahrungen der Praxis neue Lösungen entwickeln.
Von der Idee zum konkreten Angebot
Das Kompetenzzentrum versteht sich deshalb als Ideen- und Projektschmiede. Bedarfe aus Schulen, Unternehmen und von Jugendlichen werden aufgenommen, gemeinsam bearbeitet und in neue Formate übersetzt. (Unternehmer Düsseldorf)
Ein Beispiel dafür ist die Düsseldorfer Praktikumsbörse, die Schulen und Unternehmen digital zusammenbringt. Hinzu kommen Angebote zur Stärkung der dualen Ausbildung, zur Elternarbeit und zur Berufsvorbereitung. Viele der in Düsseldorf entwickelten Ansätze haben inzwischen Modellcharakter für Nordrhein-Westfalen. (Unternehmer Düsseldorf)
Dabei hat sich auch das Verständnis von Berufsorientierung verändert.
Talente erkennen statt Lebensläufe vorplanen
Junge Menschen brauchen heute nicht einfach möglichst viele Informationen über Berufe. Sie brauchen Gelegenheiten, sich selbst auszuprobieren.
Was kann ich gut? Was interessiert mich? Wie funktioniert ein Unternehmen? Wie sieht ein Arbeitstag tatsächlich aus? Welche Fähigkeiten werden in Zukunft gebraucht? Und welche Möglichkeiten bietet mir eine duale Ausbildung?
Praktische Erfahrungen und persönliche Begegnungen können hier mehr bewirken als manche Broschüre. Deshalb ist die Nähe zu den Unternehmen ein wichtiger Bestandteil des Düsseldorfer Ansatzes.
Die Leitidee lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Talente erkennen, Perspektiven schaffen, Brücken bauen.(Unternehmer Düsseldorf)
Warum das Thema wichtiger wird
Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Digitalisierung und künstliche Intelligenz verändern Tätigkeiten, neue Berufsbilder entstehen und Unternehmen suchen dringend Nachwuchskräfte. Gleichzeitig müssen Jugendliche Entscheidungen über ihre Zukunft treffen, während sich die Anforderungen an Berufe und Qualifikationen verändern. (Unternehmer Düsseldorf)
Gerade deshalb braucht es Orientierung, die nicht bei der Information stehen bleibt. Jugendliche müssen die Möglichkeit bekommen, Arbeitswelt konkret kennenzulernen und ihre eigenen Fähigkeiten mit realen Anforderungen abzugleichen.
Das ist eine Aufgabe, die Schule allein nicht leisten kann. Und auch Unternehmen können sie nicht allein bewältigen.
Berufliche Orientierung ist eine Gemeinschaftsaufgabe.
20 Jahre Erfahrung – und ein Auftrag für die Zukunft
Das Jubiläum ist deshalb mehr als ein Anlass zum Zurückblicken. Es ist auch eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie Berufsorientierung in den kommenden Jahren aussehen muss.
Das Kompetenzzentrum will seinen Ansatz weiterentwickeln und neue Wege ausprobieren – insbesondere mit Blick auf Digitalisierung, KI und den Wandel der Arbeitswelt. (Unternehmer Düsseldorf)
Das Ziel bleibt dabei erstaunlich einfach: Kein junger Mensch soll am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt verloren gehen.
Dafür braucht es weiterhin starke Partnerschaften, kurze Wege und den Mut, neue Lösungen auszuprobieren.
20 Jahre Düsseldorfer Modell zeigen: Wenn Schule, Stadt, Wirtschaft und Arbeitsmarktakteure ihre Kompetenzen zusammenbringen, kann aus einer guten Idee eine dauerhafte Bildungsstruktur entstehen.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Lehre aus zwei Jahrzehnten: Gute Berufsorientierung beginnt dort, wo Zuständigkeiten enden – und gemeinsames Handeln beginnt.
Ein großer Dank geht an unsere Partner: