Foto: Chat GPT für Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung
Die duale Berufsausbildung genießt bei jungen Menschen einen deutlich besseren Ruf als häufig angenommen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh: Neun von zehn Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden, 87 Prozent würden sich erneut für ihren Beruf entscheiden. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Attraktivität der Ausbildung, sondern darin, den Weg dorthin zu erleichtern.
Gerade für Unternehmen in Düsseldorf und der Region ist diese Erkenntnis von großer Bedeutung. Während in vielen Branchen dringend Fachkräfte gesucht werden, bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Gleichzeitig zweifeln insbesondere Jugendliche mit niedrigem Schulabschluss an ihren Chancen auf einen Ausbildungsplatz – obwohl viele Betriebe händeringend Nachwuchs suchen.
Die Studie macht deutlich: Die Ausbildung selbst überzeugt. Die befragten Auszubildenden loben vor allem das Betriebsklima, die Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen sowie die Qualität ihrer Ausbildung. Das widerlegt das häufig gezeichnete Bild, junge Menschen würden sich grundsätzlich lieber für ein Studium entscheiden. Tatsächlich kann sich inzwischen eine Mehrheit der Jugendlichen eine duale Ausbildung vorstellen.
Dennoch gelingt vielen Jugendlichen der Einstieg nicht. Häufig scheitern sie an komplizierten Bewerbungsverfahren, mangelnder Orientierung oder der Sorge, den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Die Bertelsmann Stiftung sieht deshalb vor allem beim Übergang von der Schule in den Beruf Handlungsbedarf. Schulen, Unternehmen, Kammern und Arbeitsagenturen müssten Jugendliche noch gezielter begleiten und ihnen den Zugang zu einer Ausbildung erleichtern.
Auch in Düsseldorf wird seit Jahren daran gearbeitet, junge Menschen und Unternehmen besser zusammenzubringen. Zahlreiche Initiativen zur Berufsorientierung, Praktika, Ausbildungsmessen und Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben verfolgen genau dieses Ziel. Sie gewinnen angesichts der aktuellen Studienergebnisse weiter an Bedeutung.
Für die Wirtschaft ist die Botschaft eindeutig: Die duale Ausbildung bleibt ein Erfolgsmodell. Damit sie ihre Stärke auch künftig entfalten kann, müssen jedoch mehr Jugendliche den Weg in die Betriebe finden. Nicht das Ansehen der Ausbildung ist das Problem – sondern die Hürden auf dem Weg dorthin.
Die Ergebnisse der Bertelsmann Stiftung senden damit ein ermutigendes Signal an Ausbildungsbetriebe: Wer jungen Menschen eine Chance gibt und sie frühzeitig anspricht, investiert nicht nur in den eigenen Fachkräftenachwuchs, sondern stärkt zugleich den Wirtschaftsstandort insgesamt.
https://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.png00Christoph Socharthttps://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.pngChristoph Sochart2026-07-28 09:13:512026-07-28 09:13:51Ausbildung hat kein Imageproblem – aber viele junge Menschen finden keinen Einstieg
Wer je einen Marathon gelaufen ist, kurz vor Schluss eines wichtigen Spiels noch einen Elfmeter verwandeln musste oder nach einer schweren Verletzung zurück auf den Platz gefunden hat, weiß: Der Körper macht nur die halbe Arbeit. Den Unterschied macht der Kopf. Genau diese mentale Stärke, die Spitzensportler über Jahre trainieren, lässt sich erstaunlich gut auf unseren Alltag und unseren Berufsalltag übertragen.
Was mentale Stärke eigentlich bedeutet
Mentale Stärke ist kein angeborenes Talent, sondern eine Fähigkeit, die trainiert werden kann – wie ein Muskel. Sie zeigt sich nicht darin, keine Angst oder Selbstzweifel zu haben, sondern darin, trotzdem weiterzumachen. Sportler lernen, mit Druck, Rückschlägen (auch dem „Scheitern“) und Erwartungen umzugehen, ohne sich davon lähmen zu lassen. Genau diese Muster – Fokus, Gelassenheit unter Druck, Umgang mit Niederlagen – sind auch im Büro, in Prüfungssituationen oder in schwierigen Lebensphasen Gold wert.
Warum das für uns alle relevant ist
Im Berufsleben begegnen uns ständig kleine und große Drucksituationen: die wichtige Präsentation, das schwierige Gespräch mit dem Chef, die Deadline, die einfach nicht näher rücken will. Wer hier mental stabil bleibt, trifft bessere Entscheidungen, bleibt handlungsfähig statt zu erstarren und erholt sich schneller von Rückschlägen. Und auch im Alltag – bei Konflikten, Verlusten oder einfach der Hektik des Lebens – hilft es, die Werkzeuge der Sportpsychologie zu kennen.
Fünf Tipps für mehr mentale Stärke
1. Setze dir Prozessziele statt nur Ergebnisziele
Sportler konzentrieren sich nicht nur auf den Sieg, sondern auf den nächsten Schritt: die nächste Wiederholung, den nächsten Ballkontakt. Übertrage das auf deinen Alltag: Statt „Ich muss dieses Projekt perfekt abschließen“ hilft „Ich erledige jetzt diesen einen Abschnitt gut“. Das reduziert Druck und macht große Aufgaben handhabbar.
2. Trainiere deine innere Sprache
Wie du mit dir selbst sprichst, beeinflusst, wie du handelst. Sportler arbeiten gezielt an ihrem Selbstgespräch, um Selbstzweifel durch konstruktive, ermutigende Gedanken zu ersetzen. Achte bewusst darauf, wie du in stressigen Momenten mit dir selbst redest – und korrigiere destruktive Gedankenmuster sofort.
3. Nutze Routinen, um Sicherheit zu schaffen
Vor dem Wettkampf haben viele Sportler feste Rituale – sie geben Halt in einer unsicheren Situation. Auch im Beruf helfen feste Abläufe, etwa ein fester Start in den Arbeitstag oder eine kurze Vorbereitungsroutine vor wichtigen Terminen, um Nervosität in Fokus zu verwandeln. Es gibt auch coole Mind Hacks, um gut in den Tag zu starten. Routinen funktionieren immer, aber: es sind „Routinen“, da wir sie Tag für Tag üben und damit auch unser Gehirn transformieren bzw. verändern können.
4. Lerne, Rückschläge als Information zu sehen, nicht als Urteil
„Scheitern“, auch wenn ich dieses Wort nicht mag, gehört zum Leben. „Rückschläge“ ist vielleicht ein „schöneres Wort“, aber warum soll man diese Situation nicht deutlich aussprechen, denn: Eine verlorene Partie bedeutet für einen Sportler nicht das Ende, sondern Material zum Lernen. Diese Haltung – Fehler als Feedback statt als persönliches Scheitern zu betrachten – nimmt viel Druck aus schwierigen Situationen und macht es leichter, wieder aufzustehen. Wie kommen wir da wieder raus? Wir feedbacken uns, was mir beim vergangenen Mal, als wir erfolgreich waren, anders gemacht haben.
5. Trainiere Erholung genauso bewusst wie Leistung
Kein Spitzensportler trainiert ohne Regenerationsphasen – Übertraining führt zu Verletzungen und mentaler Erschöpfung. Auch im Alltag und Beruf gilt: Bewusste Pausen, ausreichend Schlaf und Momente ohne Leistungsdruck sind keine Schwäche, sondern die Grundlage für langfristige Stärke.
Also: Mentale Stärke ist kein Privileg von Profisportlern. Es sind erlernbare Denk- und Verhaltensweisen, die uns helfen, mit Druck umzugehen, aus Rückschlägen zu lernen und langfristig belastbar zu bleiben – ob auf dem Spielfeld, im Büro oder im ganz normalen Alltag. Wer beginnt, diese fünf Prinzipien bewusst zu üben, wird merken: Der Kopf lässt sich genauso trainieren wie der Körper.
https://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.png00Christoph Socharthttps://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.pngChristoph Sochart2026-07-25 17:07:572026-07-25 17:07:57Mentale Stärke: Was Sportler uns über Alltag und Beruf lehren
Lernen beginnt nicht nur im Kopf – sondern im ganzen Körper.
Über viele Jahrhunderte wurde Denken als etwas rein Geistiges betrachtet. Der Körper galt dabei eher als Transportmittel für das Gehirn. Die moderne Kognitionswissenschaft zeichnet jedoch ein anderes Bild: Unser Denken ist eng mit unserem Körper verbunden. Dieses Konzept wird als Embodiment(verkörperte Kognition) bezeichnet.
Embodiment beschreibt die Erkenntnis, dass unsere Wahrnehmung, unsere Bewegungen, unsere Körperhaltung und sogar unsere Gestik Einfluss darauf haben, wie wir denken, fühlen, entscheiden und lernen.
Was bedeutet Embodiment?
Der Begriff stammt aus der Kognitionspsychologie und den Neurowissenschaften. Er geht davon aus, dass unser Gehirn Informationen nicht isoliert verarbeitet. Stattdessen entstehen Gedanken immer im Zusammenspiel mit Körper und Umwelt.
Ein einfaches Beispiel:
Wer eine aufrechte Körperhaltung einnimmt, fühlt sich häufig selbstbewusster und handlungsfähiger. Umgekehrt kann eine zusammengesunkene Haltung das Gefühl von Erschöpfung oder Unsicherheit verstärken.
Unser Körper reagiert also nicht nur auf unsere Gedanken – er beeinflusst sie aktiv.
Warum ist Embodiment für Bildung bedeutsam?
Lernen ist kein rein intellektueller Prozess. Kinder und Erwachsene lernen nachhaltiger, wenn mehrere Sinne beteiligt sind.
Dazu gehören beispielsweise:
Bewegung beim Lernen
Gesten zur Unterstützung neuer Inhalte
Lernen durch Ausprobieren
Emotionale Erfahrungen
räumliche Orientierung
Wer Mathematik mit Materialien begreift, Wörter mit Gesten verbindet oder naturwissenschaftliche Phänomene experimentell erfährt, speichert Wissen häufig tiefer und langfristiger.
Was sagt die Forschung?
Studien zeigen unter anderem:
Körperliche Aktivität verbessert Aufmerksamkeit und Gedächtnis.
Gesten unterstützen das Verstehen komplexer Inhalte.
Emotionen beeinflussen die Lernfähigkeit erheblich.
Bewegung aktiviert Hirnnetzwerke, die auch für Problemlösen und Kreativität wichtig sind.
Embodiment bedeutet deshalb nicht, dass Bewegung lediglich eine angenehme Abwechslung ist. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Lernprozesse.
Praktische Beispiele im Unterricht
Embodiment lässt sich ohne großen Aufwand integrieren:
Vokabeln mit passenden Bewegungen verknüpfen.
Zahlenräume durch Gehen oder Springen darstellen.
Naturwissenschaftliche Prozesse nachspielen.
Diskussionen im Stehen oder in wechselnden Positionen führen.
Kurze Bewegungsimpulse zwischen Lernphasen einbauen.
Gerade bei jüngeren Lernenden steigern solche Methoden Motivation, Konzentration und Merkfähigkeit.
Embodiment in der Erwachsenenbildung
Auch Erwachsene profitieren von verkörpertem Lernen.
Workshops, Fortbildungen oder Seminare werden nachhaltiger, wenn Teilnehmende aktiv handeln, diskutieren, visualisieren und Erfahrungen sammeln, anstatt ausschließlich Vorträgen zuzuhören.
Selbst kleine Veränderungen – etwa Stehtische, Gruppenarbeit oder Lernspaziergänge – können die Qualität des Lernens verbessern.
Grenzen des Embodiment-Ansatzes
Embodiment ist kein Wundermittel. Nicht jede Bewegung führt automatisch zu besseren Lernergebnissen. Entscheidend ist, dass körperliche Aktivitäten sinnvoll mit den Lerninhalten verknüpft sind.
Ebenso ersetzt Embodiment keine gute Didaktik. Vielmehr ergänzt es bestehende Lehr- und Lernmethoden um eine wichtige Perspektive: Lernen ist immer ein Zusammenspiel von Denken, Fühlen und Handeln.
Fazit
Embodiment verändert unseren Blick auf Bildung grundlegend. Lernen findet nicht ausschließlich im Gehirn statt, sondern im gesamten Menschen. Wer den Körper bewusst in Lernprozesse einbezieht, schafft bessere Voraussetzungen für Verständnis, Motivation und nachhaltigen Wissenserwerb.
Die Erkenntnis ist ebenso einfach wie weitreichend:
Wir denken nicht nur mit unserem Gehirn – wir denken mit unserem ganzen Körper.
https://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.png00Christoph Socharthttps://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.pngChristoph Sochart2026-07-14 13:13:562026-07-14 13:13:56Embodiment – Wie unser Körper unser Denken prägt und warum das für Bildung so wichtig ist
Ausbildung hat kein Imageproblem – aber viele junge Menschen finden keinen Einstieg
NewsFoto: Chat GPT für Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung
Die duale Berufsausbildung genießt bei jungen Menschen einen deutlich besseren Ruf als häufig angenommen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh: Neun von zehn Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden, 87 Prozent würden sich erneut für ihren Beruf entscheiden. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Attraktivität der Ausbildung, sondern darin, den Weg dorthin zu erleichtern.
Gerade für Unternehmen in Düsseldorf und der Region ist diese Erkenntnis von großer Bedeutung. Während in vielen Branchen dringend Fachkräfte gesucht werden, bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Gleichzeitig zweifeln insbesondere Jugendliche mit niedrigem Schulabschluss an ihren Chancen auf einen Ausbildungsplatz – obwohl viele Betriebe händeringend Nachwuchs suchen.
Die Studie macht deutlich: Die Ausbildung selbst überzeugt. Die befragten Auszubildenden loben vor allem das Betriebsklima, die Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen sowie die Qualität ihrer Ausbildung. Das widerlegt das häufig gezeichnete Bild, junge Menschen würden sich grundsätzlich lieber für ein Studium entscheiden. Tatsächlich kann sich inzwischen eine Mehrheit der Jugendlichen eine duale Ausbildung vorstellen.
Dennoch gelingt vielen Jugendlichen der Einstieg nicht. Häufig scheitern sie an komplizierten Bewerbungsverfahren, mangelnder Orientierung oder der Sorge, den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Die Bertelsmann Stiftung sieht deshalb vor allem beim Übergang von der Schule in den Beruf Handlungsbedarf. Schulen, Unternehmen, Kammern und Arbeitsagenturen müssten Jugendliche noch gezielter begleiten und ihnen den Zugang zu einer Ausbildung erleichtern.
Auch in Düsseldorf wird seit Jahren daran gearbeitet, junge Menschen und Unternehmen besser zusammenzubringen. Zahlreiche Initiativen zur Berufsorientierung, Praktika, Ausbildungsmessen und Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben verfolgen genau dieses Ziel. Sie gewinnen angesichts der aktuellen Studienergebnisse weiter an Bedeutung.
Für die Wirtschaft ist die Botschaft eindeutig: Die duale Ausbildung bleibt ein Erfolgsmodell. Damit sie ihre Stärke auch künftig entfalten kann, müssen jedoch mehr Jugendliche den Weg in die Betriebe finden. Nicht das Ansehen der Ausbildung ist das Problem – sondern die Hürden auf dem Weg dorthin.
Die Ergebnisse der Bertelsmann Stiftung senden damit ein ermutigendes Signal an Ausbildungsbetriebe: Wer jungen Menschen eine Chance gibt und sie frühzeitig anspricht, investiert nicht nur in den eigenen Fachkräftenachwuchs, sondern stärkt zugleich den Wirtschaftsstandort insgesamt.
Mentale Stärke: Was Sportler uns über Alltag und Beruf lehren
NewsEmbodiment – Wie unser Körper unser Denken prägt und warum das für Bildung so wichtig ist
NewsLernen beginnt nicht nur im Kopf – sondern im ganzen Körper.
Über viele Jahrhunderte wurde Denken als etwas rein Geistiges betrachtet. Der Körper galt dabei eher als Transportmittel für das Gehirn. Die moderne Kognitionswissenschaft zeichnet jedoch ein anderes Bild: Unser Denken ist eng mit unserem Körper verbunden. Dieses Konzept wird als Embodiment(verkörperte Kognition) bezeichnet.
Embodiment beschreibt die Erkenntnis, dass unsere Wahrnehmung, unsere Bewegungen, unsere Körperhaltung und sogar unsere Gestik Einfluss darauf haben, wie wir denken, fühlen, entscheiden und lernen.
Was bedeutet Embodiment?
Der Begriff stammt aus der Kognitionspsychologie und den Neurowissenschaften. Er geht davon aus, dass unser Gehirn Informationen nicht isoliert verarbeitet. Stattdessen entstehen Gedanken immer im Zusammenspiel mit Körper und Umwelt.
Ein einfaches Beispiel:
Wer eine aufrechte Körperhaltung einnimmt, fühlt sich häufig selbstbewusster und handlungsfähiger. Umgekehrt kann eine zusammengesunkene Haltung das Gefühl von Erschöpfung oder Unsicherheit verstärken.
Unser Körper reagiert also nicht nur auf unsere Gedanken – er beeinflusst sie aktiv.
Warum ist Embodiment für Bildung bedeutsam?
Lernen ist kein rein intellektueller Prozess. Kinder und Erwachsene lernen nachhaltiger, wenn mehrere Sinne beteiligt sind.
Dazu gehören beispielsweise:
Wer Mathematik mit Materialien begreift, Wörter mit Gesten verbindet oder naturwissenschaftliche Phänomene experimentell erfährt, speichert Wissen häufig tiefer und langfristiger.
Was sagt die Forschung?
Studien zeigen unter anderem:
Embodiment bedeutet deshalb nicht, dass Bewegung lediglich eine angenehme Abwechslung ist. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Lernprozesse.
Praktische Beispiele im Unterricht
Embodiment lässt sich ohne großen Aufwand integrieren:
Gerade bei jüngeren Lernenden steigern solche Methoden Motivation, Konzentration und Merkfähigkeit.
Embodiment in der Erwachsenenbildung
Auch Erwachsene profitieren von verkörpertem Lernen.
Workshops, Fortbildungen oder Seminare werden nachhaltiger, wenn Teilnehmende aktiv handeln, diskutieren, visualisieren und Erfahrungen sammeln, anstatt ausschließlich Vorträgen zuzuhören.
Selbst kleine Veränderungen – etwa Stehtische, Gruppenarbeit oder Lernspaziergänge – können die Qualität des Lernens verbessern.
Grenzen des Embodiment-Ansatzes
Embodiment ist kein Wundermittel. Nicht jede Bewegung führt automatisch zu besseren Lernergebnissen. Entscheidend ist, dass körperliche Aktivitäten sinnvoll mit den Lerninhalten verknüpft sind.
Ebenso ersetzt Embodiment keine gute Didaktik. Vielmehr ergänzt es bestehende Lehr- und Lernmethoden um eine wichtige Perspektive: Lernen ist immer ein Zusammenspiel von Denken, Fühlen und Handeln.
Fazit
Embodiment verändert unseren Blick auf Bildung grundlegend. Lernen findet nicht ausschließlich im Gehirn statt, sondern im gesamten Menschen. Wer den Körper bewusst in Lernprozesse einbezieht, schafft bessere Voraussetzungen für Verständnis, Motivation und nachhaltigen Wissenserwerb.
Die Erkenntnis ist ebenso einfach wie weitreichend:
Wir denken nicht nur mit unserem Gehirn – wir denken mit unserem ganzen Körper.