Die Web­site des Düs­sel­dor­fer Kom­pe­tenz­zen­trums Beruf­li­che Ori­en­tie­rung (ehe­mals Kom­pe­tenz­zen­trum Über­gang Schu­­le-Hoch­­­schu­­le/Be­­ruf) ist kom­plett über­ar­bei­tet wor­den und star­tet jetzt mit neu­em Design durch. Das Aus­se­hen der neu­en Web­site: klar und auf­ge­räumt. Es ori­en­tiert sich an den Trends und Kon­ven­tio­nen moderns­ter Web­op­tik und hebt sich damit deut­lich von der eher kom­ple­xen alten Web­site ab. Nach dem Face­lift ist die neue Web­site auf dem neu­es­ten Tech­nik­stand und fit fürs neue Web­zeit­al­ter. Die Web­site über­zeugt nach der kon­se­quen­ten Über­ar­bei­tung durch Les­bar­keit und über­sicht­li­che Anord­nung. Umge­setzt wur­de der Relaunch mit Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ex­per­te Frank Wie­de­mei­er aus Kor­schen­broich (https://wiedemeier-kommunikation.de/).

Im Fokus des Web­­si­ten-Relaunchs ste­hen wei­ter­hin die Pro­jek­te, die Ziel­grup­pen und die Akteu­re, also in ers­ter Linie Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die Eltern, die Orga­ni­sa­tio­nen der Wirt­schaft, die Agen­tur für Arbeit, die Kom­mu­na­le Koor­di­nie­rung “Kein Anschluss ohne Abschluss (KAoA)” und die Unter­neh­men in der Stadt. Wich­tig sind eine gute und schnel­le Benut­zer­füh­rung und Anwen­der­freund­lich­keit, Brow­ser­kom­pa­ti­bi­li­tät und Lade­ge­schwin­dig­keit. Ein zen­tra­les The­ma des Relaunchs war zudem die Gestal­tung der Web­site im „Respon­si­ve Web­de­sign”: Die Web­sei­te des Kom­pe­tenz­zen­trums passt sich in Bild­schirm­dar­stel­lung und -auf­lö­sung auto­ma­tisch den unter­schied­li­chen Anfor­de­run­gen mobi­ler End­ge­rä­te wie Smart­pho­nes oder Tablets an. Eine sepa­ra­te mobi­le Ver­si­on der Home­page ist dadurch über­flüs­sig.

Die neu gestal­te­te Start­sei­te bie­tet dem Nut­zer vom Start weg alle wich­ti­gen Inhal­te auf einen Blick. Auch die Unter­sei­ten der Home­page unter­lie­gen einer kla­ren Struk­tur und sind über­sicht­lich geglie­dert. Neben einer Fül­le von Infos wur­de auch der Blog “Klu­ge Köp­fe” in den neu­en Auf­tritt inte­griert. Hier wer­den aktu­el­le The­men der Beruf­li­chen Ori­en­tie­rung auf­ge­grif­fen, mit Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen ergänzt und erläu­tert. “Mit dem neu­en Web­auf­tritt bie­ten wir den Ziel­grup­pen des Kom­pe­tenz­zen­trums eine Sta­­te-of-the-Art-Plat­t­­form für Infor­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on, die sich ste­tig wei­ter­ent­wi­ckeln wird. Wir beob­ach­ten die Ent­wick­lun­gen in der Beruf­li­chen Ori­en­tie­rung sehr genau, um unse­ren Ziel­grup­pen immer auch den aktu­el­len Stand prä­sen­tie­ren und um in unse­ren Pro­gram­men und Pro­jek­ten schnell dar­auf reagie­ren zu kön­nen”, betont Chris­toph Soch­art vom Kom­pe­tenz­zen­trum.

Das Kom­pe­tenz­zen­trum gibt es seit 2006 in Düs­sel­dorf. Trä­ger des Kom­pe­tenz­zen­trums Beruf­li­che Ori­en­tie­rung sind die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf mit der Kom­mu­na­len Koor­di­nie­rung im The­men­be­reich “Kein Abschluss ohne Anschluss” sowie die Stif­tung PRO AUSBILDUNG des Arbeit­ge­ber­ver­ban­des “düs­sel­dorf metall” in Zusam­men­ar­beit mit der Unter­neh­mer­schaft Düs­sel­dorf, dem größ­ten frei­wil­li­gen Arbeit­ge­ber­netz­werk in Düs­sel­dorf. Part­ner sind die Agen­tur für Arbeit Düs­sel­dorf, die Orga­ni­sa­tio­nen der Wirt­schaft (Unter­neh­mer­schaft, IHK, HWK, Kreis­hand­wer­ker­schaft) und das zdi Düs­sel­dorf (“Zukunft durch Inno­va­ti­on”).

www.kompetenzzentrum-duesseldorf.de

Ich weiß, dar­über strei­ten sich die Gelehr­ten: Ist die bes­te Schu­le voll durch digi­ta­li­siert oder kön­nen auch ana­lo­ge Schu­len sehr gut sein? Soll­ten Schü­ler heut­zu­ta­ge mehr­heit­lich digi­tal ler­nen und beschult wer­den? Der so genann­ten “Digi­tal­pakt” soll in den Schu­len die gro­ße Wen­de brin­gen. Doch, was eigent­lich sind die Kern­ele­men­te des Ler­nens? Wann und wie man lernt man gut?

130 Lese­for­scher aus ganz Euro­pa haben soeben eine span­nen­de Stu­die ver­öf­fent­licht.
http://ereadcost.eu/wp-content/uploads/2019/01/StavangerDeclaration.pdf.

Die Kern­aus­sa­ge ist “ernüch­ternd”. Beim digi­ta­len Lesen und spe­zi­ell unter Zeit­druck gehen wir zu selbst­si­cher mit Tex­ten um. Digi­tal lesen wir ober­fläch­li­cher als ana­log. Füh­ren die digi­tal­po­li­ti­schen Pro­gram­me also zum Gegen­teil des­sen, was sie bewir­ken sol­len? Kan­ni­ba­li­siert die digi­ta­le Kom­pe­tenz gar die Lese­fä­hig­keit?

Für schnel­les Infor­mie­ren rei­che das Digi­ta­le, schreibt Ger­ma­nis­tin San­dra Rich­ter in der Süd­deut­schen, doch die “Kul­tur­tech­nik des Inter­pre­tie­rens” bewah­re das nicht. Lesen Sie ihren Bei­trag hier: https://www.sueddeutsche.de/bildung/schule-tablets-literatur-1.4415413

Unter dem Titel “Aka­de­mi­sche ver­sus beruf­li­che Bil­dung – Mit Vor­ur­tei­len auf­räu­men!” hat der Dach­ver­band der IHKs mit Sitz in Ber­lin eine inter­es­san­te Stel­lung­nah­me abge­ge­ben und kommt zu dem Schluss: “Mit einem Hoch­schul­ab­schluss in der Tasche ver­dient man kei­nes­wegs gene­rell mehr als ein Nicht-Aka­­de­­mi­ker. Gleich­zei­tig ist die Chan­ce, nach einem Stu­di­um eine adäqua­te Beschäf­ti­gung in einer unbe­fris­te­ten Anstel­lung zu fin­den, gerin­ger als mit einem Abschluss der Höhe­ren Berufs­bil­dung. Höchs­te Zeit also, mit den gän­gi­gen Vor­ur­tei­len auf­zu­räu­men und den Kar­rie­re­weg der Beruf­li­chen Bil­dung noch stär­ker als loh­nen­de Alter­na­ti­ve zum Stu­di­um zu bewer­ben!”

Gut: Das Fazit ist nicht neu, aber da die land­läu­fi­ge Mei­nung eine ande­re ist, kann es nur gut sein, die­se posi­ti­ven Bot­schaf­ten immer wie­der in geeig­ne­ter Form zu ver­öf­fent­li­chen. Vor allem Eltern, die wich­tigs­ten Bera­ter für Jugend­li­che, wenn es um den Berufs- und Lebens­weg geht, wol­len natür­lich nur das Bes­te für ihre Kin­der und nei­gen immer wie­der dazu, dem Kind ein Stu­di­um anzu­ra­ten: “Du sollst es mal bes­ser haben als wir”, hört man dann immer wie­der.

Letzt­end­lich aber ist das Gegen­teil der Fall. Das Abi in der Tasche ist auf jeden Fall immer gut (vie­le Eltern wis­sen aber nicht, dass man das Abi nicht nur auf dem Gym­na­si­um erwer­ben kann, son­dern neben der Gesamt­schu­le auch auf dem Berufs­kol­leg und an der Abend­schu­le). Letzt­end­lich sind aber die ande­ren Schul­ab­schlüs­se auch sinn­voll. Bei­spiel: In Düs­sel­dorf bekommt jeder Jugend­li­che mit einem guten Haupt­schul­ab­schluss oder einem Real­schul­ab­schluss immer eine Aus­bil­dungs­stel­le.

Das Abitur wird mitt­ler­wei­le viel­fach als „Min­dest­ab­schluss“ einer schu­li­schen Qua­li­fi­ka­ti­on ange­se­hen. Dar­aus resul­tiert bei Jugend­li­chen der Trug­schluss, dass nur das Abitur opti­mal auf eine erfolg­rei­che Berufs­tä­tig­keit vor­be­rei­tet. Des Wei­te­ren wird das Bild ver­mit­telt, dass Aka­de­mi­ker mehr ver­die­nen als Nicht-Aka­­de­­mi­ker, das Arbeits­lo­sen­ri­si­ko gerin­ger ist und sie schlicht die „bes­se­ren Jobs“ haben. Doch stim­men die­se (Vor-)urteile tat­säch­lich?

Nach dem Schul­ab­schluss ist eine Dua­le Aus­bil­dung der “Kar­rie­re­weg Nr. 1”. Auch und gera­de im Hand­werk und in den MINT-Beru­­fen (Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaf­ten und Tech­nik), denn: Wir wis­sen nicht, wel­che Beru­fe in zehn Jah­ren aktu­ell sein wer­den. Wir wis­sen aber, dass MINT- und hand­werk­li­che Jobs eine gute Zukunft haben wer­den. Das bedeu­tet nicht, dass Kin­der, die eher eine kul­tu­rel­le Ten­denz haben, unbe­dingt Tisch­ler ler­nen soll­ten, jedoch: Jugend­li­che, die in die­sem Bereich ein Talent haben, soll­ten die­ses auf jeden Fall wei­ter för­dern und sich dar­in immer wie­der aus­pro­bie­ren.

Stimmt es eigent­lich, dass Aka­de­mi­ker weni­ger oft arbeits­los sind als Nicht­Aka­de­mi­ker?

Das Arbeits­lo­sen­ri­si­ko sinkt mit stei­gen­dem Bil­dungs­ni­veau – ein ziem­lich sta­bi­les Bild: Seit dem Jahr 1975 hat sich die Rang­fol­ge bei den Arbeits­lo­sen­quo­ten in den drei Qua­li­fi­ka­ti­ons­ebe­nen nicht ver­än­dert. Nach Berech­nun­gen des Insti­tuts für Arbeits­­markt- und Berufs­for­schung (IAB) lag die qua­li­fi­ka­ti­ons­spe­zi­fi­sche Arbeits­lo­sen­quo­te für Aka­de­mi­ker im Jahr 2017 bei 2,1 Pro­zent. Bei Fach­kräf­ten, die sich zum Meis­­ter- oder Tech­ni­ker wei­ter­qua­li­fi­ziert haben, betrug die Arbeits­lo­sen­quo­te im Ver­gleichs­zeit­raum hin­ge­gen ledig­lich 1,5 Pro­zent. Dies zeigt: Eine dua­le Aus­bil­dung mit anschlie­ßen­der Auf­stiegs­fort­bil­dung schützt noch bes­ser vor Arbeits­lo­sig­keit als ein Stu­di­um. Wie auch beim Ein­kom­men kann man beim The­ma Arbeits­lo­sig­keit nicht alle Aka­de­mi­ker über einen Kamm sche­ren. Die Arbeits­lo­sen­quo­te für stu­dier­te Wer­­be- und Mar­ke­ting­spe­zia­lis­ten wur­de zuletzt mit 4,8 Pro­zent ange­ge­ben – aber ledig­lich 1,3 Pro­zent der Absol­ven­ten in der Human- und Zahn­me­di­zin fin­den kei­ne Beschäf­ti­gung, was die Quo­te ins­ge­samt wie­der senkt (vgl. Bun­des­agen­tur für Arbeit 2018). In der offi­zi­el­len Sta­tis­tik gibt es aller­dings Unschär­fen: Prak­ti­ka, Mini­jobs und ein­kom­mens­schwa­che Zei­ten wäh­rend der Selbst­stän­dig­keit fal­len nicht unter Arbeits­lo­sig­keit – und auch nicht die vie­len Aka­de­mi­ker, die not­ge­drun­gen Stel­len beset­zen, die nicht ihren Anfor­de­run­gen ent­spre­chen (Stich­wort: „Bache­lori­sie­rung der Sach­be­ar­bei­ter­tä­tig­keit“). Der bereits heu­te erkenn­ba­re Trend zur aty­pi­schen oder inad­äqua­ten Beschäf­ti­gung dürf­te sich bei wei­ter stei­gen­den Aka­de­mi­ker­zah­len noch ver­schär­fen.

Stimmt es eigent­lich, dass Aka­de­mi­ker mehr ver­die­nen als Nicht-Aka­­de­­mi­ker?

Ver­gleicht man Gehäl­ter von Aka­de­mi­kern und Nicht-Aka­­de­­mi­kern, kommt man schnell auf den Ver­gleich des Lebens­ein­kom­mens: Einer Stu­die des Mün­che­ner ifo­In­sti­tuts (2017) zufol­ge ver­die­nen Aka­de­mi­ker, die ein Uni­ver­si­täts­stu­di­um im ers­ten Bil­dungs­weg abge­schlos­sen haben, durch­schnitt­lich 390.000 Euro net­to in ihrem Erwerbs­le­ben und damit 65 Pro­zent mehr als jemand mit einer abge­schlos­se­nen Berufs­aus­bil­dung. Jedoch gibt es in der Grup­pe der Aka­de­mi­ker erheb­li­che Unter­schie­de: Darf ein Inge­nieur in Luft- und Raum­fahrt mit einem durch­schnitt­li­chen Ein­stiegs­ge­halt von ca. 5.800 Euro rech­nen, so hat ein Archi­tekt zu Beginn sei­nes Arbeits­le­bens durch­schnitt­lich ledig­lich 3.000 Euro brut­to zur Ver­fü­gung. Absol­ven­ten der Sozi­al­päd­ago­gik oder der Geis­tes­wis­sen­schaf­ten müs­sen beim Gehalt oft noch grö­ße­re Abstri­che machen. Dem­ge­gen­über ist das Ein­stiegs­ge­halt von aus­ge­bil­de­ten Fach­kräf­ten oft höher, als man viel­leicht meint: Bank­kauf­leu­te kön­nen nach ihrer Berufs­aus­bil­dung mit einem Gehalt von bis zu 3.400 Euro brut­to rech­nen. Eben­so sind Arbeits­kräf­te in der Indus­trie sehr gefragt: Ein aus­ge­lern­ter Indus­trie­me­cha­ni­ker wird mit bis zu 2.500 Euro brut­to monat­lich ent­lohnt. Wird spä­ter noch eine Höhe­re Berufs­bil­dung (auch: Auf­stiegs­fort­bil­dung) absol­viert, wie bei­spiels­wei­se zum Indus­trie­meis­ter im Bereich Che­mie, wer­den sogar Monats­ge­häl­ter in Höhe von bis zu 4.400 Euro erzielt – stets in Abhän­gig­keit von Bran­che und Betriebs­grö­ße. Das klas­si­sche Vor­ur­teil, dass Aka­de­mi­ker grund­sätz­lich mehr ver­die­nen als Nicht-Aka­­de­­mi­ker, stimmt also nur bedingt. Der ins­ge­samt höhe­re Gehalts­durch­schnitt wird bei den aka­de­misch Qua­li­fi­zier­ten ins­be­son­de­re durch Ärz­te und Inge­nieu­re ange­ho­ben, wäh­rend ande­re Beru­fe deut­lich dar­un­ter ran­gie­ren. Eine beruf­li­che Aus­bil­dung kann also lukra­ti­ver sein als ein jah­re­lan­ges Stu­di­um – ins­be­son­de­re dann, wenn Absol­ven­ten durch die zuneh­men­de Aka­de­mi­sie­rung immer häu­fi­ger dazu gezwun­gen sind, mit unter­qua­li­fi­zier­ten und somit schlech­ter bezahl­ten Jobs ins Erwerbs­le­ben ein­zu­stei­gen. Zudem soll­te man berück­sich­ti­gen, dass eine beruf­li­che Aus­bil­dung schon wäh­rend der Aus­bil­dungs­zeit ver­gü­tet wird und im Ver­gleich zum Mas­­ter-Stu­­di­um mit durch­schnitt­lich drei Jah­ren einen ver­gleichs­wei­se gerin­gen zeit­li­chen Auf­wand bedeu­tet.

Quel­le: “Aka­de­mi­sche ver­sus beruf­li­che Bil­dung – Mit Vor­ur­tei­len auf­räu­men!” , DIHK 2019