Die Landeshauptstadt Düsseldorf startet in diesem Sommer erneut mit einem besonderen Ferienangebot für Kinder und Jugendliche: In den letzten drei Wochen der Sommerferien öffnet die Adventure School wieder ihre Türen. Organisiert von der Stadt Düsseldorf und in weiten Teilen umgesetzt durch das zdi-Netzwerk MINT Düsseldorf, erwartet Schülerinnen und Schüler der 1. bis 13. Klasse ein umfangreiches MINT-Programm – von Künstlicher Intelligenz und Virtueller Realität über Naturwissenschaften bis hin zu kreativen Technikprojekten.
Meine Meinung dazu ist klar: Wenn wir wollen, dass Kinder und Jugendliche gute Chancen auf ihre Zukunft haben, müssen wir ihnen auch die Möglichkeit geben, Zukunft selbst auszuprobieren.
Genau deshalb ist die Adventure School Düsseldorf mehr als ein attraktives Ferienprogramm. In den letzten drei Wochen der Sommerferien bekommen Schülerinnen und Schüler der 1. bis 13. Klasse die Möglichkeit, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die ihre Zukunft maßgeblich prägen werden: Künstliche Intelligenz, Virtuelle Realität, Robotik, Naturwissenschaften, Nachhaltigkeit, Programmierung und vieles mehr.
Organisiert wird die Adventure School von der Landeshauptstadt Düsseldorf und in weiten Teilen vom zdi-Netzwerk MINT Düsseldorf umgesetzt. Das Besondere: Die Angebote sind kostenfrei und eröffnen Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Schulform oder den Möglichkeiten im Elternhaus einen Zugang zu modernen Technologien und MINT-Themen.
Die digitale Kluft wird größer
Warum das wichtig ist, zeigt eine aktuelle Studie des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Paderborn.
Die Untersuchung kommt zu einem Ergebnis, das uns aufhorchen lassen sollte: Die Unterschiede bei den digitalen Kompetenzen von Jugendlichen in Deutschland haben sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich vergrößert. Der Abstand zwischen Jugendlichen aus privilegierten und weniger privilegierten Familien ist von 43 auf 66 Kompetenzpunkte gestiegen.
Das bedeutet: Während manche Kinder zuhause selbstverständlich mit digitalen Medien, Büchern, Lernprogrammen und technischen Geräten umgehen und dabei von ihren Eltern unterstützt werden, fehlen anderen diese Möglichkeiten.
Und genau hier entsteht ein Problem.
Denn digitale Kompetenz ist längst keine zusätzliche Fähigkeit mehr. Sie gehört zu den grundlegenden Voraussetzungen für Bildung, Ausbildung und berufliche Zukunft.
Technik muss man erleben können
Meine Meinung dazu ist: Wir dürfen digitale Bildung nicht dem Zufall überlassen.
Es reicht nicht, Kindern zu sagen, dass Künstliche Intelligenz wichtig ist. Es reicht auch nicht, im Unterricht über Robotik oder Programmierung zu sprechen.
Kinder müssen ausprobieren dürfen.
Sie müssen einen Roboter bauen können. Sie müssen erleben, wie eine eigene App entsteht. Sie müssen mit KI experimentieren, Fehler machen und anschließend feststellen: „Das kann ich!“
Gerade diese Erfolgserlebnisse sind entscheidend.
Denn Interesse entsteht häufig nicht durch Theorie, sondern durch eigene Erfahrungen. Wer einmal selbst programmiert, experimentiert oder eine technische Lösung entwickelt hat, sieht plötzlich, dass Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik nicht abstrakte Schulfächer sind, sondern etwas mit der eigenen Lebenswelt und der eigenen Zukunft zu tun haben.
Bildungsgerechtigkeit bedeutet auch Zugang zu Zukunftstechnologien
Für mich gehört deshalb zur Bildungsgerechtigkeit heute mehr als der Zugang zu Schule und Unterricht.
Bildungsgerechtigkeit bedeutet auch, dass ein Kind die Chance haben muss, Zukunftstechnologien kennenzulernen – unabhängig davon, ob die Eltern selbst in einem technischen Beruf arbeiten, zuhause über die neuesten digitalen Geräte verfügen oder das Geld für zusätzliche Bildungsangebote haben.
Genau deshalb brauchen wir außerschulische Lernorte.
Die Adventure School ist dafür ein gutes Beispiel. Sie schafft einen Raum, in dem Kinder neugierig sein dürfen. Sie können Fragen stellen, experimentieren, gemeinsam Lösungen entwickeln und dabei ihre eigenen Fähigkeiten entdecken.
Und vielleicht entdeckt dabei ein Kind zum ersten Mal, dass seine Zukunft in der Informatik, in der Forschung, im Maschinenbau oder in einem anderen MINT-Beruf liegen könnte.
MINT-Bildung ist auch Fachkräftesicherung
Aus meiner Sicht dürfen wir diesen Aspekt nicht unterschätzen.
Wenn wir heute über Fachkräftemangel sprechen, sprechen wir häufig über fehlende Fachkräfte in fünf oder zehn Jahren. Aber Fachkräftesicherung beginnt viel früher.
Sie beginnt bei der Frage, ob wir Kinder für technische und naturwissenschaftliche Themen begeistern können.
Sie beginnt in der Schule – und eben auch außerhalb der Schule.
Und sie beginnt damit, jungen Menschen zu zeigen, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen.
Deshalb ist MINT-Bildung für mich nicht nur ein Bildungsthema. Sie ist auch ein Thema der gesellschaftlichen Teilhabe und der wirtschaftlichen Zukunft unseres Landes.
Corona hat die Unterschiede sichtbar gemacht
Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben gezeigt, wie wichtig digitale Kompetenzen sind. Schülerinnen und Schüler mussten plötzlich digital lernen, kommunizieren und arbeiten.
Dabei wurde deutlich, dass die Voraussetzungen sehr unterschiedlich waren.
Manche hatten zuhause einen eigenen Arbeitsplatz, leistungsfähige Geräte und Eltern, die bei technischen Problemen helfen konnten. Andere hatten diese Möglichkeiten nicht.
Die Pandemie hat damit eine Entwicklung beschleunigt, die wir heute nicht einfach hinnehmen dürfen: Wer zuhause bessere digitale Voraussetzungen hat, hat häufig auch bessere Bildungschancen.
Außerschulische Angebote können diese Unterschiede zwar nicht vollständig beseitigen. Aber sie können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Kinder zusätzliche Erfahrungen sammeln und Kompetenzen entwickeln können.
Meine Meinung: Wir müssen neugieriger machen
Meine Meinung dazu ist deshalb: Wir sollten Kindern viel häufiger die Möglichkeit geben, Dinge einfach auszuprobieren.
Nicht jedes Kind muss später Informatiker, Ingenieurin oder Naturwissenschaftler werden. Das ist auch gar nicht das Ziel.
Das Ziel ist, Interesse zu wecken.
Selbstvertrauen aufzubauen.
Talente zu entdecken.
Und Kindern zu vermitteln: Du kannst das. Du kannst etwas ausprobieren. Du kannst etwas entwickeln. Du kannst deine Zukunft mitgestalten.
Genau darin liegt für mich die große Stärke der Adventure School.
Sie verbindet Ferien, Spaß und Bildung miteinander – und macht Zukunftstechnologien für Kinder und Jugendliche konkret erlebbar.
Wenn Bildungschancen nicht vom Elternhaus abhängen sollen, brauchen wir genau solche Angebote. Denn Zukunft beginnt nicht erst mit der Ausbildung oder dem Studium. Sie beginnt mit der ersten neugierigen Frage eines Kindes: „Wie funktioniert das eigentlich?“
https://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.png00Christoph Socharthttps://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.pngChristoph Sochart2026-08-11 19:53:382026-08-11 19:53:38Bildung darf nicht vom Elternhaus abhängen: Warum die Adventure School so wichtig ist
So viel Prozent der 16- bis 24-Jährigen in diesen EU-Ländern hatten im Jahr 2025 zumindest grundlegende digitale Fertigkeiten
Smartphones gehören für Jugendliche längst zum Alltag. Sie chatten, filmen, posten und bewegen sich selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch wer daraus schließt, junge Menschen verfügten automatisch über ausgeprägte digitale Kompetenzen, irrt. Eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Ein erheblicher Teil der Jugendlichen verfügt nicht über die digitalen Basiskenntnisse, die für Schule, Ausbildung und Beruf heute unverzichtbar sind.
Digitale Nutzung ist nicht gleich digitale Kompetenz
Zwischen der täglichen Nutzung digitaler Geräte und dem kompetenten Umgang mit ihnen besteht ein großer Unterschied. Viele Jugendliche wissen zwar, wie Apps funktionieren oder Inhalte in sozialen Medien erstellt werden. Deutlich schwieriger wird es jedoch, wenn Informationen kritisch bewertet, Tabellen erstellt, Daten sicher verwaltet oder digitale Werkzeuge zielgerichtet für Lern- und Arbeitsprozesse eingesetzt werden sollen.
Dabei werden genau diese Fähigkeiten in nahezu allen Ausbildungsberufen und Studiengängen zunehmend vorausgesetzt. Digitale Kompetenz bedeutet heute weit mehr als die Bedienung eines Smartphones. Gefragt sind Problemlösungskompetenz, Informationsbewertung, Datensicherheit und der souveräne Umgang mit digitalen Anwendungen.
Unternehmen spüren die Defizite
Für unsere Ausbildungsbetriebe wird diese Entwicklung zunehmend zur Herausforderung. Auszubildende bringen zwar oft eine hohe Affinität zu digitalen Medien mit, verfügen jedoch nicht immer über die notwendigen Grundlagen für den beruflichen Alltag. Tabellenkalkulation, Textverarbeitung, Datei- und Datenmanagement oder der sichere Umgang mit IT-Systemen müssen häufig erst im Betrieb vermittelt werden.
Gleichzeitig verändert die Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt in rasantem Tempo. Wer KI-Anwendungen sinnvoll nutzen möchte, benötigt fundierte digitale Grundkompetenzen. Ohne dieses Fundament können die Chancen der Digitalisierung nur eingeschränkt genutzt werden.
Digitale Bildung beginnt früh
Die Studie macht deutlich, dass digitale Bildung bereits in der Schule systematisch vermittelt werden muss. Dabei geht es nicht allein um technische Ausstattung, sondern vor allem um verbindliche Lerninhalte und gut qualifizierte Lehrkräfte. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die jungen Menschen praxisnahe Einblicke in digitale Arbeitswelten ermöglichen.
Programme der Berufsorientierung, beispielsweise das Düsseldorfer Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung oder die MINT-Angebote des MINT-Netzwerk „zdi Düsseldorf“ sowie Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben (wie die erprobten Lernpartnerschaften in Düsseldorf) leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie helfen Jugendlichen, digitale Werkzeuge nicht nur zu konsumieren, sondern produktiv und verantwortungsvoll einzusetzen.
Eine gemeinsame Aufgabe
Düsseldorf, NRW und Deutschland stehen vor der Herausforderung, den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten. Dafür braucht es gut ausgebildete Fachkräfte mit sicheren digitalen Kompetenzen. Schule, Elternhaus, Wirtschaft und Politik tragen gemeinsam Verantwortung dafür, junge Menschen auf diese Zukunft vorzubereiten.
Denn digitale Kompetenzen sind längst keine Zusatzqualifikation mehr. Sie gehören heute zu den grundlegenden Kulturtechniken – vergleichbar mit Lesen, Schreiben und Rechnen. Wer sie beherrscht, verbessert seine Chancen auf Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe. Wer sie nicht besitzt, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren.
In diesen Tagen heißen viele unserer Mitgliedsunternehmen ihre neuen Auszubildenden willkommen. Der erste Tag ist geprägt von Vorfreude, Nervosität und guten Vorsätzen – auf beiden Seiten. Doch die Erfahrung zeigt: Diese anfängliche Motivation trägt nicht von allein durch drei oder mehr Ausbildungsjahre. Die nach wie vor hohe Abbrecherquote in der dualen Ausbildung ist auch ein Alarmsignal dafür, dass Motivation aktiv gepflegt werden muss – von beiden Seiten, aber vor allem vom Betrieb.
Wer verstehen will, warum Azubis abbrechen, muss den ganzen Ausbildungsverlauf betrachten, nicht nur den Einstieg. Hier sind die Hebel, an denen Betriebe konkret ansetzen können.
1. Die ersten 100 Tage entscheiden mehr, als man denkt
Viele Abbrüche haben ihre Wurzeln in einem holprigen Start: unklare Ansprechpartner, das Gefühl, „nur mitzulaufen“, enttäuschte Erwartungen an die Praxisnähe. Ein strukturiertes Onboarding – mit festen Paten, klaren ersten Aufgaben und regelmäßigen Check-ins in den ersten Wochen – legt das Fundament für die gesamte Ausbildungszeit.
2. Beziehung vor Kontrolle: Der Ausbilder als Mentor
Junge Menschen brechen selten wegen der Arbeitsinhalte ab – sie brechen ab, weil sie sich nicht gesehen fühlen. Ausbilderinnen und Ausbilder, die regelmäßig echtes Feedback geben (nicht nur zur Leistung, sondern auch zur Person), schaffen Vertrauen. Feste, wiederkehrende Gesprächstermine – nicht nur bei Problemen – signalisieren: Du wirst wahrgenommen.
3. Sichtbaren Fortschritt schaffen
Drei Jahre sind für einen jungen Menschen, egal ob 17 oder 21 Jahre, eine halbe Ewigkeit. Ohne Etappenziele verliert man die Orientierung. Kleine Meilensteine, eigene Verantwortungsbereiche, die mit der Zeit wachsen, und ein sichtbares „Ich kann jetzt mehr als am Anfang“ wirken der Demotivation im zweiten Ausbildungsjahr entgegen – jener Phase, in der der Reiz des Neuen verflogen, das Ziel aber noch fern ist.
Foto: ELECTRONICPARTNER
4. Sinn vermitteln statt nur Aufgaben verteilen
Wer versteht, warum eine Tätigkeit wichtig ist und wie sie ins große Ganze passt, arbeitet motivierter als jemand, der nur Anweisungen abarbeitet. Betriebe, die den Beitrag der Azubis zum Unternehmenserfolg sichtbar machen – etwa durch Präsentationen eigener Projekte vor dem Team –, stärken das Zugehörigkeitsgefühl.
5. Ernst nehmen, was jungen Menschen wichtig ist
Work-Life-Balance, Mitsprache, ein wertschätzender Umgangston – das sind für die heutige Generation keine „Extras“, sondern Grundvoraussetzungen. Betriebe, die hier offen sind (ohne ihre eigenen Standards aufzugeben), signalisieren Respekt statt Belehrung.
6. Krisen früh erkennen, nicht erst beim Kündigungsschreiben
Zwischen „ich habe kurz keine Lust“ und „ich breche ab“ liegt oft ein längerer, stiller Prozess. Wer als Ausbildungsbetrieb aufmerksam bleibt – sinkende Motivation, Rückzug, häufige Fehlzeiten – und frühzeitig das Gespräch sucht, kann viele Abbrüche verhindern, bevor sie unumkehrbar werden.
7. Berufsschule und Betrieb als Team
Ausbildung findet an zwei Lernorten statt. Wenn Betrieb und Berufsschule sich abstimmen und gemeinsam auf den Auszubildenden schauen, statt sich gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben, profitieren die jungen Menschen davon unmittelbar.
8. Auch die Eltern nicht vergessen
Gerade bei minderjährigen Azubis bleiben die Eltern wichtige Bezugspersonen. Ein offener Austausch – etwa durch einen Elternabend zu Ausbildungsbeginn – kann Missverständnisse vermeiden und zusätzliche Unterstützung im Hintergrund aktivieren.
Motivation ist kein Zustand, der am ersten Ausbildungstag hergestellt wird und dann von selbst anhält – sie ist ein Prozess, der aktive Pflege braucht. Betriebe, die in Beziehung, Orientierung und echtes Interesse an ihren Auszubildenden investieren, senken nicht nur ihre Abbrecherquote. Sie gewinnen langfristig loyale Fachkräfte, die ihrem Ausbildungsbetrieb auch nach der Prüfung treu bleiben.
https://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.png00Christoph Socharthttps://kompetenzzentrum-duesseldorf.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-1030x312.pngChristoph Sochart2026-08-03 11:06:582026-08-03 11:06:58Neue Azubis, große Erwartungen: Wie Betriebe die Motivation über die gesamte Ausbildung hochhalten
Bildung darf nicht vom Elternhaus abhängen: Warum die Adventure School so wichtig ist
NewsFotos: zdi/Stiftung Pro Ausbildung
Die Landeshauptstadt Düsseldorf startet in diesem Sommer erneut mit einem besonderen Ferienangebot für Kinder und Jugendliche: In den letzten drei Wochen der Sommerferien öffnet die Adventure School wieder ihre Türen. Organisiert von der Stadt Düsseldorf und in weiten Teilen umgesetzt durch das zdi-Netzwerk MINT Düsseldorf, erwartet Schülerinnen und Schüler der 1. bis 13. Klasse ein umfangreiches MINT-Programm – von Künstlicher Intelligenz und Virtueller Realität über Naturwissenschaften bis hin zu kreativen Technikprojekten.
Meine Meinung dazu ist klar: Wenn wir wollen, dass Kinder und Jugendliche gute Chancen auf ihre Zukunft haben, müssen wir ihnen auch die Möglichkeit geben, Zukunft selbst auszuprobieren.
Genau deshalb ist die Adventure School Düsseldorf mehr als ein attraktives Ferienprogramm. In den letzten drei Wochen der Sommerferien bekommen Schülerinnen und Schüler der 1. bis 13. Klasse die Möglichkeit, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die ihre Zukunft maßgeblich prägen werden: Künstliche Intelligenz, Virtuelle Realität, Robotik, Naturwissenschaften, Nachhaltigkeit, Programmierung und vieles mehr.
Organisiert wird die Adventure School von der Landeshauptstadt Düsseldorf und in weiten Teilen vom zdi-Netzwerk MINT Düsseldorf umgesetzt. Das Besondere: Die Angebote sind kostenfrei und eröffnen Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Schulform oder den Möglichkeiten im Elternhaus einen Zugang zu modernen Technologien und MINT-Themen.
Die digitale Kluft wird größer
Warum das wichtig ist, zeigt eine aktuelle Studie des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Paderborn.
Die Untersuchung kommt zu einem Ergebnis, das uns aufhorchen lassen sollte: Die Unterschiede bei den digitalen Kompetenzen von Jugendlichen in Deutschland haben sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich vergrößert. Der Abstand zwischen Jugendlichen aus privilegierten und weniger privilegierten Familien ist von 43 auf 66 Kompetenzpunkte gestiegen.
Das bedeutet: Während manche Kinder zuhause selbstverständlich mit digitalen Medien, Büchern, Lernprogrammen und technischen Geräten umgehen und dabei von ihren Eltern unterstützt werden, fehlen anderen diese Möglichkeiten.
Und genau hier entsteht ein Problem.
Denn digitale Kompetenz ist längst keine zusätzliche Fähigkeit mehr. Sie gehört zu den grundlegenden Voraussetzungen für Bildung, Ausbildung und berufliche Zukunft.
Technik muss man erleben können
Meine Meinung dazu ist: Wir dürfen digitale Bildung nicht dem Zufall überlassen.
Es reicht nicht, Kindern zu sagen, dass Künstliche Intelligenz wichtig ist. Es reicht auch nicht, im Unterricht über Robotik oder Programmierung zu sprechen.
Kinder müssen ausprobieren dürfen.
Sie müssen einen Roboter bauen können. Sie müssen erleben, wie eine eigene App entsteht. Sie müssen mit KI experimentieren, Fehler machen und anschließend feststellen: „Das kann ich!“
Gerade diese Erfolgserlebnisse sind entscheidend.
Denn Interesse entsteht häufig nicht durch Theorie, sondern durch eigene Erfahrungen. Wer einmal selbst programmiert, experimentiert oder eine technische Lösung entwickelt hat, sieht plötzlich, dass Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik nicht abstrakte Schulfächer sind, sondern etwas mit der eigenen Lebenswelt und der eigenen Zukunft zu tun haben.
Bildungsgerechtigkeit bedeutet auch Zugang zu Zukunftstechnologien
Für mich gehört deshalb zur Bildungsgerechtigkeit heute mehr als der Zugang zu Schule und Unterricht.
Bildungsgerechtigkeit bedeutet auch, dass ein Kind die Chance haben muss, Zukunftstechnologien kennenzulernen – unabhängig davon, ob die Eltern selbst in einem technischen Beruf arbeiten, zuhause über die neuesten digitalen Geräte verfügen oder das Geld für zusätzliche Bildungsangebote haben.
Genau deshalb brauchen wir außerschulische Lernorte.
Die Adventure School ist dafür ein gutes Beispiel. Sie schafft einen Raum, in dem Kinder neugierig sein dürfen. Sie können Fragen stellen, experimentieren, gemeinsam Lösungen entwickeln und dabei ihre eigenen Fähigkeiten entdecken.
Und vielleicht entdeckt dabei ein Kind zum ersten Mal, dass seine Zukunft in der Informatik, in der Forschung, im Maschinenbau oder in einem anderen MINT-Beruf liegen könnte.
MINT-Bildung ist auch Fachkräftesicherung
Aus meiner Sicht dürfen wir diesen Aspekt nicht unterschätzen.
Wenn wir heute über Fachkräftemangel sprechen, sprechen wir häufig über fehlende Fachkräfte in fünf oder zehn Jahren. Aber Fachkräftesicherung beginnt viel früher.
Sie beginnt bei der Frage, ob wir Kinder für technische und naturwissenschaftliche Themen begeistern können.
Sie beginnt in der Schule – und eben auch außerhalb der Schule.
Und sie beginnt damit, jungen Menschen zu zeigen, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen.
Deshalb ist MINT-Bildung für mich nicht nur ein Bildungsthema. Sie ist auch ein Thema der gesellschaftlichen Teilhabe und der wirtschaftlichen Zukunft unseres Landes.
Corona hat die Unterschiede sichtbar gemacht
Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben gezeigt, wie wichtig digitale Kompetenzen sind. Schülerinnen und Schüler mussten plötzlich digital lernen, kommunizieren und arbeiten.
Dabei wurde deutlich, dass die Voraussetzungen sehr unterschiedlich waren.
Manche hatten zuhause einen eigenen Arbeitsplatz, leistungsfähige Geräte und Eltern, die bei technischen Problemen helfen konnten. Andere hatten diese Möglichkeiten nicht.
Die Pandemie hat damit eine Entwicklung beschleunigt, die wir heute nicht einfach hinnehmen dürfen: Wer zuhause bessere digitale Voraussetzungen hat, hat häufig auch bessere Bildungschancen.
Außerschulische Angebote können diese Unterschiede zwar nicht vollständig beseitigen. Aber sie können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Kinder zusätzliche Erfahrungen sammeln und Kompetenzen entwickeln können.
Meine Meinung: Wir müssen neugieriger machen
Meine Meinung dazu ist deshalb: Wir sollten Kindern viel häufiger die Möglichkeit geben, Dinge einfach auszuprobieren.
Nicht jedes Kind muss später Informatiker, Ingenieurin oder Naturwissenschaftler werden. Das ist auch gar nicht das Ziel.
Das Ziel ist, Interesse zu wecken.
Selbstvertrauen aufzubauen.
Talente zu entdecken.
Und Kindern zu vermitteln: Du kannst das. Du kannst etwas ausprobieren. Du kannst etwas entwickeln. Du kannst deine Zukunft mitgestalten.
Genau darin liegt für mich die große Stärke der Adventure School.
Sie verbindet Ferien, Spaß und Bildung miteinander – und macht Zukunftstechnologien für Kinder und Jugendliche konkret erlebbar.
Wenn Bildungschancen nicht vom Elternhaus abhängen sollen, brauchen wir genau solche Angebote. Denn Zukunft beginnt nicht erst mit der Ausbildung oder dem Studium. Sie beginnt mit der ersten neugierigen Frage eines Kindes: „Wie funktioniert das eigentlich?“
Digitale Generation? Vielen Jugendlichen fehlen grundlegende IT-Kompetenzen
NewsSo viel Prozent der 16- bis 24-Jährigen in diesen EU-Ländern hatten im Jahr 2025 zumindest grundlegende digitale Fertigkeiten
Smartphones gehören für Jugendliche längst zum Alltag. Sie chatten, filmen, posten und bewegen sich selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch wer daraus schließt, junge Menschen verfügten automatisch über ausgeprägte digitale Kompetenzen, irrt. Eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Ein erheblicher Teil der Jugendlichen verfügt nicht über die digitalen Basiskenntnisse, die für Schule, Ausbildung und Beruf heute unverzichtbar sind.
Digitale Nutzung ist nicht gleich digitale Kompetenz
Zwischen der täglichen Nutzung digitaler Geräte und dem kompetenten Umgang mit ihnen besteht ein großer Unterschied. Viele Jugendliche wissen zwar, wie Apps funktionieren oder Inhalte in sozialen Medien erstellt werden. Deutlich schwieriger wird es jedoch, wenn Informationen kritisch bewertet, Tabellen erstellt, Daten sicher verwaltet oder digitale Werkzeuge zielgerichtet für Lern- und Arbeitsprozesse eingesetzt werden sollen.
Dabei werden genau diese Fähigkeiten in nahezu allen Ausbildungsberufen und Studiengängen zunehmend vorausgesetzt. Digitale Kompetenz bedeutet heute weit mehr als die Bedienung eines Smartphones. Gefragt sind Problemlösungskompetenz, Informationsbewertung, Datensicherheit und der souveräne Umgang mit digitalen Anwendungen.
Unternehmen spüren die Defizite
Für unsere Ausbildungsbetriebe wird diese Entwicklung zunehmend zur Herausforderung. Auszubildende bringen zwar oft eine hohe Affinität zu digitalen Medien mit, verfügen jedoch nicht immer über die notwendigen Grundlagen für den beruflichen Alltag. Tabellenkalkulation, Textverarbeitung, Datei- und Datenmanagement oder der sichere Umgang mit IT-Systemen müssen häufig erst im Betrieb vermittelt werden.
Gleichzeitig verändert die Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt in rasantem Tempo. Wer KI-Anwendungen sinnvoll nutzen möchte, benötigt fundierte digitale Grundkompetenzen. Ohne dieses Fundament können die Chancen der Digitalisierung nur eingeschränkt genutzt werden.
Digitale Bildung beginnt früh
Die Studie macht deutlich, dass digitale Bildung bereits in der Schule systematisch vermittelt werden muss. Dabei geht es nicht allein um technische Ausstattung, sondern vor allem um verbindliche Lerninhalte und gut qualifizierte Lehrkräfte. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die jungen Menschen praxisnahe Einblicke in digitale Arbeitswelten ermöglichen.
Programme der Berufsorientierung, beispielsweise das Düsseldorfer Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung oder die MINT-Angebote des MINT-Netzwerk „zdi Düsseldorf“ sowie Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben (wie die erprobten Lernpartnerschaften in Düsseldorf) leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie helfen Jugendlichen, digitale Werkzeuge nicht nur zu konsumieren, sondern produktiv und verantwortungsvoll einzusetzen.
Eine gemeinsame Aufgabe
Düsseldorf, NRW und Deutschland stehen vor der Herausforderung, den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten. Dafür braucht es gut ausgebildete Fachkräfte mit sicheren digitalen Kompetenzen. Schule, Elternhaus, Wirtschaft und Politik tragen gemeinsam Verantwortung dafür, junge Menschen auf diese Zukunft vorzubereiten.
Denn digitale Kompetenzen sind längst keine Zusatzqualifikation mehr. Sie gehören heute zu den grundlegenden Kulturtechniken – vergleichbar mit Lesen, Schreiben und Rechnen. Wer sie beherrscht, verbessert seine Chancen auf Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe. Wer sie nicht besitzt, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren.
Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft
Neue Azubis, große Erwartungen: Wie Betriebe die Motivation über die gesamte Ausbildung hochhalten
NewsFoto: TEEKANNE
In diesen Tagen heißen viele unserer Mitgliedsunternehmen ihre neuen Auszubildenden willkommen. Der erste Tag ist geprägt von Vorfreude, Nervosität und guten Vorsätzen – auf beiden Seiten. Doch die Erfahrung zeigt: Diese anfängliche Motivation trägt nicht von allein durch drei oder mehr Ausbildungsjahre. Die nach wie vor hohe Abbrecherquote in der dualen Ausbildung ist auch ein Alarmsignal dafür, dass Motivation aktiv gepflegt werden muss – von beiden Seiten, aber vor allem vom Betrieb.
Wer verstehen will, warum Azubis abbrechen, muss den ganzen Ausbildungsverlauf betrachten, nicht nur den Einstieg. Hier sind die Hebel, an denen Betriebe konkret ansetzen können.
1. Die ersten 100 Tage entscheiden mehr, als man denkt
Viele Abbrüche haben ihre Wurzeln in einem holprigen Start: unklare Ansprechpartner, das Gefühl, „nur mitzulaufen“, enttäuschte Erwartungen an die Praxisnähe. Ein strukturiertes Onboarding – mit festen Paten, klaren ersten Aufgaben und regelmäßigen Check-ins in den ersten Wochen – legt das Fundament für die gesamte Ausbildungszeit.
2. Beziehung vor Kontrolle: Der Ausbilder als Mentor
Junge Menschen brechen selten wegen der Arbeitsinhalte ab – sie brechen ab, weil sie sich nicht gesehen fühlen. Ausbilderinnen und Ausbilder, die regelmäßig echtes Feedback geben (nicht nur zur Leistung, sondern auch zur Person), schaffen Vertrauen. Feste, wiederkehrende Gesprächstermine – nicht nur bei Problemen – signalisieren: Du wirst wahrgenommen.
3. Sichtbaren Fortschritt schaffen
Drei Jahre sind für einen jungen Menschen, egal ob 17 oder 21 Jahre, eine halbe Ewigkeit. Ohne Etappenziele verliert man die Orientierung. Kleine Meilensteine, eigene Verantwortungsbereiche, die mit der Zeit wachsen, und ein sichtbares „Ich kann jetzt mehr als am Anfang“ wirken der Demotivation im zweiten Ausbildungsjahr entgegen – jener Phase, in der der Reiz des Neuen verflogen, das Ziel aber noch fern ist.
Foto: ELECTRONICPARTNER
4. Sinn vermitteln statt nur Aufgaben verteilen
Wer versteht, warum eine Tätigkeit wichtig ist und wie sie ins große Ganze passt, arbeitet motivierter als jemand, der nur Anweisungen abarbeitet. Betriebe, die den Beitrag der Azubis zum Unternehmenserfolg sichtbar machen – etwa durch Präsentationen eigener Projekte vor dem Team –, stärken das Zugehörigkeitsgefühl.
5. Ernst nehmen, was jungen Menschen wichtig ist
Work-Life-Balance, Mitsprache, ein wertschätzender Umgangston – das sind für die heutige Generation keine „Extras“, sondern Grundvoraussetzungen. Betriebe, die hier offen sind (ohne ihre eigenen Standards aufzugeben), signalisieren Respekt statt Belehrung.
6. Krisen früh erkennen, nicht erst beim Kündigungsschreiben
Zwischen „ich habe kurz keine Lust“ und „ich breche ab“ liegt oft ein längerer, stiller Prozess. Wer als Ausbildungsbetrieb aufmerksam bleibt – sinkende Motivation, Rückzug, häufige Fehlzeiten – und frühzeitig das Gespräch sucht, kann viele Abbrüche verhindern, bevor sie unumkehrbar werden.
7. Berufsschule und Betrieb als Team
Ausbildung findet an zwei Lernorten statt. Wenn Betrieb und Berufsschule sich abstimmen und gemeinsam auf den Auszubildenden schauen, statt sich gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben, profitieren die jungen Menschen davon unmittelbar.
8. Auch die Eltern nicht vergessen
Gerade bei minderjährigen Azubis bleiben die Eltern wichtige Bezugspersonen. Ein offener Austausch – etwa durch einen Elternabend zu Ausbildungsbeginn – kann Missverständnisse vermeiden und zusätzliche Unterstützung im Hintergrund aktivieren.
Motivation ist kein Zustand, der am ersten Ausbildungstag hergestellt wird und dann von selbst anhält – sie ist ein Prozess, der aktive Pflege braucht. Betriebe, die in Beziehung, Orientierung und echtes Interesse an ihren Auszubildenden investieren, senken nicht nur ihre Abbrecherquote. Sie gewinnen langfristig loyale Fachkräfte, die ihrem Ausbildungsbetrieb auch nach der Prüfung treu bleiben.