Dua­le Stu­di­en­gän­ge, die Pra­xis und Stu­di­um mit­ein­an­der ver­bin­den, erleich­tern den Berufs­ein­stieg nach dem Stu­di­um. Die Beschäf­ti­gungs­wahr­schein­lich­keit liegt in den ers­ten Jah­ren nach einem Dua­len Stu­di­um vier Pro­zent­punk­te höher als nach einem Uni­ver­si­täts­stu­di­um. Im wei­te­ren Erwerbs­ver­lauf ver­schwin­det die­ser Beschäf­ti­gungs­vor­teil aber, berich­tet das Insti­tut für Arbeits­markt- und Berufs­for­schung (IAB).

Dua­le Stu­di­en­gän­ge ver­bin­den Theo­rie und Pra­xis, indem wäh­rend des Stu­di­ums zugleich eine Berufs­aus­bil­dung in einem aner­kann­ten Aus­bil­dungs­be­ruf absol­viert wird oder Pra­xis­pha­sen in Unter­neh­men in einem weit grö­ße­ren Umfang als bei klas­si­schen Stu­di­en­gän­gen in der Stu­di­en­ord­nung ver­an­kert sind.

Rund vier Pro­zent aller Stu­die­ren­den absol­vie­ren ein dua­les Stu­di­um. Die Zahl dual Stu­die­ren­der stieg in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren von 40.000 auf mehr als 100.000. Im glei­chen Zeit­raum erhöh­te sich die Zahl der Koope­ra­ti­ons­un­ter­neh­men von weni­ger als 20.000 auf rund 50.000.

Dual Stu­die­ren­de sind zumeist an Berufs­aka­de­mi­en, dua­len Hoch­schu­len und Fach­hoch­schu­len ein­ge­schrie­ben. In dua­len Stu­di­en­gän­gen gibt es im Ver­gleich zu Uni­ver­si­tä­ten einen höhe­ren Män­ner­an­teil und weni­ger Stu­die­ren­de mit aus­län­di­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit.

Absol­ven­ten eines dua­len Stu­di­ums arbei­ten oft in den Berei­chen Geschäfts­ad­mi­nis­tra­ti­on, Geschäfts­lei­tung und Inge­nieurs­we­sen. Laut der IAB-Stu­die ver­die­nen Absol­ven­ten eines dua­len Stu­di­ums im Durch­schnitt ähn­lich wie Fach­hoch­schul­ab­sol­ven­ten und damit weni­ger als Absol­ven­ten eines uni­ver­si­tä­ren Stu­di­ums.

Die IAB-Stu­die ist online abruf­bar unter http://doku.iab.de/kurzber/2019/kb2519.pdf

Vie­le Eltern fas­sen den Begriff des Vor­le­sens zu eng und den­ken, dass dazu immer ein gedruck­tes Buch mit viel Text gehört. Schau­en Eltern gemein­sam mit ihren Kin­dern Wim­mel­bü­cher an oder lesen Tex­te vom E-Reader vor, ver­ste­hen dies 23 Pro­zent nicht als Vor­le­sen. Mit Babys ein­fa­che Bil­der­bü­cher zu betrach­ten gehört für jeden fünf­ten Befrag­ten nicht dazu – obwohl gera­de die­se Impul­se von Anfang an für die Ent­wick­lung von Kin­dern wich­tig sind.

Dies zeigt die Vor­le­se­stu­die 2019, die kürz­lich in Ber­lin vor­ge­stellt wur­de. Die Stu­die ist wie der Bun­des­wei­te Vor­le­se­tag am 15. Novem­ber ein gemein­sa­mes Pro­jekt von Stif­tung Lesen, DIE ZEIT und Deut­sche Bahn Stif­tung.

Vie­le Eltern ver­ste­hen den Begriff des Vor­le­sens zu ein­ge­schränkt. Vor allem jene, die sel­ten vor­le­sen, den­ken nur an das klas­si­sche Lesen von Buch mit Text. Auch Comics und Bil­der­bü­cher anschau­en oder das Erzäh­len von Geschich­ten hilft den Kin­dern, Spra­che zu ent­wi­ckeln und lesen zu ler­nen“, erklärt Jür­gen Korn­mann, Lei­ter Mar­ke­ting & PR der Deut­schen Bahn und Beauf­trag­ter Lese­för­de­rung der Deut­sche Bahn Stif­tung.

Rund 32 Pro­zent aller Eltern in Deutsch­land lesen ihren Kin­dern im Vor­le­se­al­ter von zwei bis acht Jah­ren zu sel­ten oder nie vor. Die­ser Wert hat sich seit 2013 nicht ver­än­dert. Vor allem Eltern mit for­mal nied­ri­ger Bil­dung lesen zu sel­ten oder nie vor (51%) und haben dar­über hin­aus einen beson­ders kon­ser­va­ti­ven Vor­le­se­be­griff.

Die Stu­die hat zudem her­aus­ge­fun­den, dass berufs­tä­ti­ge Müt­ter mehr vor­le­sen als nicht berufs­tä­ti­ge. Im Ver­gleich lesen 27 Pro­zent berufs­tä­ti­ger Müt­ter zu sel­ten vor, bei den nicht berufs­tä­ti­gen sind es 39 Pro­zent. Väter sind wei­ter­hin Vor­le­se­muf­fel, 58 Pro­zent von ihnen lesen sel­ten oder nie vor.

Noch immer liest ein Drit­tel aller Eltern ihren Kin­dern zu sel­ten vor, obwohl es Kin­der auf viel­fäl­ti­ge Wei­se för­dert“, sagt Dr. Rai­ner Esser, Geschäfts­füh­rer der ZEIT Ver­lags­grup­pe. „Wir raten daher allen Müt­tern und Vätern, jeden Tag 15 Minu­ten vor­zu­le­sen.“

Unse­re Auf­ga­be bleibt es wei­ter­hin, Eltern zu moti­vie­ren und ihnen zu zei­gen, dass Vor­le­sen wich­tig für die Ent­wick­lung von Kin­dern ist“, fasst Dr. Jörg F. Maas, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Stif­tung Lesen, zusam­men. „Sie kön­nen im All­tag auf viel­fäl­ti­ge Wei­se sprach­li­che Anrei­ze geben. Vie­le, gera­de bil­dungs­fer­ne Eltern, tun dies bereits. Dann ist es vom Mär­chen­er­zäh­len über das gemein­sa­me Betrach­ten des Foto­buchs zum klas­si­schen Vor­le­sen nicht weit. Dar­auf wol­len wir nicht nur am Bun­des­wei­ten Vor­le­se­tag am 15. Novem­ber auf­merk­sam machen.“

Die Vor­le­se­stu­die wird seit 2007 jähr­lich durch­ge­führt. 2019 hat KMF Krä­mer Markt­for­schung GmbH im Juni und Juli 700 Eltern von Kin­dern im Alter von 2 – 8 Jah­ren (490 Müt­ter, 210 Väter) tele­fo­nisch befragt. Die Ergeb­nis­se sind damit reprä­sen­ta­tiv für die­se Ziel­grup­pen.

Alle Ergeb­nis­se sowie Vor­le­se­emp­feh­lun­gen für Kin­der zwi­schen zwei und acht Jah­ren fin­den Sie unter: www.stiftunglesen.de/vorlesestudie

Zen­tra­le Ergeb­nis­se aus den zurück­lie­gen­den Vor­le­se­stu­di­en lau­ten:

  • Kin­der, denen regel­mä­ßig vor­ge­le­sen wird, sind all­ge­mein erfolg­rei­cher in der Schu­le. Sie haben in Deutsch, Mathe und Fremd­spra­chen bes­se­re Noten als Kin­der, denen nicht vor­ge­le­sen wird. (2011)
  • Vor­le­sen hat dar­über hin­aus eine län­ger­fris­ti­ge sozia­le Bedeu­tung. Wur­de Kin­dern regel­mä­ßig vor­ge­le­sen, sind die­se häu­fi­ger dar­um bemüht, ande­re in die Gemein­schaft zu inte­grie­ren. Auch ist der all­ge­mei­ne Gerech­tig­keits­sinn die­ser Kin­der beson­ders aus­ge­prägt. (2015)
  • Vier von fünf Kin­dern, denen regel­mä­ßig vor­ge­le­sen wur­de, fällt das Lesen­ler­nen in der Grund­schu­le leicht. Bei den ande­ren ist das laut ihren Eltern deut­lich sel­te­ner der Fall (50 Pro­zent). Fragt man die Kin­der selbst, ist sogar mehr als die Hälf­te der Grund­schü­ler mit wenig Vor­le­se­er­fah­rung frus­triert, weil das Lesen­ler­nen ihnen zu lan­ge dau­ert. (2018)
Jedes ver­schen­ken Unter­neh­men in Düs­sel­dorf und Umge­bung Vor­le­se­bi­blio­the­ken im Gesamt­wert von 25.000 an Kitas und Grund­schu­len.