Alle Jahre wieder beginnt mit dem Schulstart nicht nur der Kampf um die besten Federtaschen und Mathehefte – sondern auch eine Debatte, die Eltern deutschlandweit in den digitalen Spagat zwingt: „Mama, Papa, wann bekomme ich endlich ein eigenes Handy?“

Spätestens ab der weiterführenden Schule wird die Frage nach dem ersten Smartphone laut – und damit die Unsicherheit größer. Denn mit dem Handy in der Tasche öffnet sich für Kinder auch der Zugang zu allem, was das Internet bereithält: Social Media, Online-Spiele, Messenger-Dienste. Die Sorge vieler Eltern ist dabei dieselbe: Wie kann ich mein Kind schützen, ohne es vom digitalen Leben auszuschließen?

Zwischen Kontrolle und Teilhabe: Eltern stehen vor schwierigen Entscheidungen

Was früher der Haustürschlüssel war, ist heute das Smartphone: Symbol für mehr Freiheit – und mehr Verantwortung. Kinder wollen erreichbar sein, dazugehören, mitreden. Eltern wollen Sicherheit, Schutz und Medienkompetenz. Der Balanceakt ist nicht einfach.

Aktuelle Studien bestätigen den Zwiespalt: Laut der neuen Vodafone-Studie 2025 – durchgeführt in acht europäischen Ländern – sind sich selbst Kinder und Jugendliche der Gefahren übermäßiger Smartphone-Nutzung bewusst. Drei von vier Jugendlichen sehen übermäßige Bildschirmzeit nicht nur als individuelles Problem, sondern als gesellschaftliche Herausforderung.

Überraschend: 63 % der Gen Z sprechen sich für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter zwölf Jahren aus. Selbst die jüngere Generation Alpha (11–15 Jahre) befürwortet dies zu 50 %. Viele wünschen sich mehr Offline-Aktivitäten, klarere Regeln – und eine digitale Balance, die sich nicht wie Verzicht, sondern wie Freiheit anfühlt.

Das Paradox der Akademiker-Arbeitslosigkeit: Während traditionell ein guter Abschluss als Schutz vor Arbeitslosigkeit galt, zeigt sich eine andere Realität. Unter Akademikern ist die Zahl der Arbeitslosen so hoch wie noch nie, wie DIE ZEIT berichtet. Dies steht im Kontrast zu der weit verbreiteten Annahme, dass höhere Bildung automatisch bessere Jobchancen bedeutet.
Veränderte Arbeitsmarktdynamik
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei Jobplattformen: Bei Indeed in Düsseldorf, einer der größten Jobbörsen in Deutschland, gibt es seit zwei Jahren kontinuierlich weniger Jobangebote. Gleichzeitig ist laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung die Zahl der offenen Stellen innerhalb eines Jahres um 25 Prozent gesunken.
Die Situation für junge Akademiker
Besonders dramatisch ist die Entwicklung für junge Hochschulabsolventen: Bei Hochschulabsolventen unter 25 Jahren schnellte die Arbeitslosenquote um erschreckende 13,4 Prozent in die Höhe – und das binnen eines einzigen Jahres!
Strukturelle Herausforderungen für Masterstudenten
Die aktuelle Lage zeigt offenbar, dass Masterstudenten heute in einer wirtschaftlich instabilen Zeit ihr Studium abgeschlossen haben. Professor Malte Sandner, der zum Übergang vom Studium in den Beruf forscht, erklärt in einem Gespräch: Die Studienwahl sei unter völlig anderen Bedingungen getroffen worden. Erst später veränderten die Pandemie, die anhaltende Rezession und der Stellenabbau die Ausgangslage.
Dennoch: Positive Grundlagen bleiben bestehen
Trotz der aktuellen Herausforderungen zeigen die Daten auch ermutigende Aspekte:
– Die ILO-Erwerbslosenquote von Personen mit tertiärer Ausbildung belief sich 2023 in Deutschland auf 2,2 Prozent, was weiterhin deutlich unter der allgemeinen Arbeitslosenquote von etwa 6 Prozent liegt.
– 95 Prozent aller Studenten finden nach Studienabschluss einen festen Job, auch wenn der Übergang länger dauern kann.
– Im Schnitt brauchen Akademiker 3 – 6 Monate, um in das Berufsleben einzusteigen .
Zusammenfassung: Die aktuellen Arbeitsmarktchancen für Masterstudenten sind von einem Spannungsfeld geprägt: Während die grundsätzlichen Vorteile einer hohen Qualifikation bestehen bleiben und die langfristigen Gehaltsaussichten positiv sind, müssen sich Absolventen auf längere Suchzeiten und einen Markt einstellen, der deutlich mehr wettbewerbsorientiert ist. Die wirtschaftlichen Umbrüche der vergangenen Jahre haben zu einer vorübergehenden Verschlechterung der Situation geführt, die jedoch nicht die grundsätzlich besseren Karrierechancen von Masterabsolventen in Frage stellt.
Empfehlung: Masterstudenten sollten sich auf eine aktivere und längere Jobsuche einstellen, dabei aber die langfristig besseren Gehalts- und Karriereaussichten im Blick behalten.

Schulangst, die sich häufig durch körperliche Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen oder Konzentrationsprobleme zeigt, betrifft in Deutschland etwa ein Fünftel der Schulkinder. Diese Beschwerden sind nicht eingebildet – sie entstehen tatsächlich aus psychischer Belastung und Verunsicherung. Lösungsmöglichkeiten:

Fokus Übergang Kita → Grundschule

Der Übergang vom Kita‑Alltag in den strukturierten Schulalltag bringt für Kinder große Anpassungsleistungen: Weg von vertrauten Gewohnheiten, hin zu Regeln, Leistungserwartungen und neuen Peers. Diese Veränderungen können Ängste in Form von Unsicherheit oder Trennungsangst auslösen – und psychosomatisch zum Ausdruck kommen. Wenn Eltern selbst unbewusst Ängste oder Druck aufbauen, kann das zusätzliche Verunsicherung stiften.

Ursachen und Auslöser

Typische Auslöser sind:

  • Leistungserwartungen & Prüfungsangst – auch zu hohen eigenen Erwartungen an sich selbst begegnen Kinder häufig mit Angst.

  • Soziale Ängste & Mobbing – Furcht vor Ablehnung, neue Gruppenstrukturen oder unangenehme Begegnungen können stark belasten.

  • Familiäre Belastungen & Trennung – Unsichere familiäre Situationen, Konflikte oder frühkindliche Trennungsängste spielen ebenfalls eine Rolle.

  • Pandemiebedingte Auswirkungen – Die Corona-Pandemie hat durch Lockdowns, Unterbrechung von Routinen und Isolation bei vielen Kindern zu sozialer Unsicherheit und psychischen Belastungen geführt.

Symptome, die Eltern ernstnehmen sollten

Eltern und Lehrkräfte sollten sensibilisiert sein für:

  • Körperliche Beschwerden ohne medizinische Ursache (z. B. Bauchweh, Kopfschmerzen)

  • Verhaltensänderungen wie sozialer Rückzug, Lustlosigkeit, Trödeln oder Fluchtgedanken

  • Leistungsabfall trotz Potenzial

  • Vermeidungsverhalten gegenüber Schule oder bestimmten Situationen

Früh erkannt, sind die Chancen auf eine positive Entwicklung deutlich größer.

Handlungsmöglichkeiten für Eltern

Eltern sind zentrale Bezugspersonen und Schlüsselakteure bei der Bewältigung von Schulangst:

  • Offen und einfühlsam zuhören – Zeit nehmen, dem Kind Raum geben, Ängste ernst nehmen und gemeinsam darüber sprechen

  • Struktur & Selbstbewusstsein stärken – klären, was ängstigt, Routine etablieren, Erfolgserlebnisse schaffen, Lob aussprechen

  • Schrittweise Konfrontation fördern – Ängste in kleinen, machbaren Schritten begegnen, etwa langsam wieder Schulbesuche ausweiten

  • Eigenes Verhalten reflektieren – Elternängste oder überbehütendes Verhalten beeinflussen das Kind – Selbstreflexion hilft, Sicherheit statt Druck zu vermitteln

  • Kooperation mit Schule & Fachstellen – frühzeitiges Gespräch mit Lehrkräften, Schulpsychologinnen oder Beratungsstellen kann individuelle Lösungen eröffnen

  • Professionelle Hilfe einbeziehen – wenn sich die Situation trotz eigener Bemühungen nicht verbessert, sollten Diagnose und Therapie (z. B. Verhaltenstherapie) erwogen werden

Aussage aus Praxis und Forschung

Auch in der Praxis zeigen sich ähnliche Erkenntnisse: Ein aufmerksamer Beitrag im Elternforum bringt es auf den Punkt:

„Schnelle Diagnostik und Behandlung anstreben (…) psychosomatische Beschwerden (Kopfweh, Bauchweh) sind typisch (…) Schulpsychologen involvieren (…) Schulbesuch reduzieren (…) Hauptziel: jeden Tag geht’s, sonst verstärkt sich’s selbst“

Fazit: Gemeinsam den Übergang meistern

Der Übergang in die Schule ist eine prägende Phase. Schulangst drückt sich häufig über Körper, Verhalten und Leistung aus – und erfordert ein sensibles, gemeinsames Vorgehen. Familien können durch Empathie, Struktur, bewusste Kommunikation und enge Kooperation mit Schule und Fachstellen entscheidend dazu beitragen, dass Kinder Vertrauen gewinnen und den neuen Lebensabschnitt mutiger beginnen. Wichtig ist: nicht zu lange warten – denn früh reagieren heißt nachhaltig stärken.

Vor 19 Jahren (am 16. August 2006) legte Düsseldorf den Grundstein für ein einzigartiges Modell der Zusammenarbeit in der Beruflichen Orientierung – und hat seitdem Maßstäbe gesetzt: Das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung feiert Geburtstag – und mit ihm das „Düsseldorfer Modell“, das bis heute landesweit als Vorbild gilt.

Was 2006 als innovative Idee begann, ist heute ein stabiler Baustein in der Bildungs- und Arbeitsmarktlandschaft der Landeshauptstadt. Die ersten Unterzeichner einer Kooperationsvereinbarung waren der damalige Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin und Dr. Hans-Jürgen Forst, seinerzeit Vorsitzender der Unternehmerschaft Düsseldorf und Sprecher der SIEMENS-Region West.

Hinter dem Modell steht eine enge, abgestimmte Kooperation zwischen der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Agentur für Arbeit Düsseldorf, der Stiftung Pro Ausbildung, der Unternehmerschaft Düsseldorf, der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf (IHK), der Handwerkskammer Düsseldorf (HWK) und der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf. Gemeinsam arbeiten diese Partner daran, junge Menschen in Düsseldorf bestmöglich auf die Arbeitswelt vorzubereiten – praxisnah, individuell und abgestimmt auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes.


Das „Düsseldorfer Modell“: Einzigartig in NRW

Im Rahmen des Landesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) wurde in Düsseldorf eine Kommunale Koordinierungsstelle eingerichtet, die im Amt für Schule und Bildung angesiedelt ist. Über eine spezielle Kooperationsvereinbarung ist die Stiftung Pro Ausbildung als gleichberechtigter Partner in alle Prozesse eingebunden – ein Novum in Nordrhein-Westfalen.

Die Besonderheit: Während die Kommunale Koordinierung zentrale Standards und Strukturen im Bereich der Beruflichen Orientierung sichert, fungiert das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung als praxisnahe Projektschmiede. Es entwickelt, koordiniert und implementiert neue Formate, bringt Schule und Wirtschaft zusammen und sorgt dafür, dass Theorie und Praxis Hand in Hand gehen.


Eine Denkfabrik für die Berufsorientierung der Zukunft

Das Kompetenzzentrum, mit seiner Geschäftsstelle bei der Stiftung Pro Ausbildung, versteht sich als Denkfabrik, Ideenschmiede und Macherteam zugleich. Mit praxiserfahrenen Expertinnen und Experten werden hier Programme konzipiert, die direkt an den Bedarfen der Jugendlichen und Unternehmen ausgerichtet sind. Viele dieser Programme haben inzwischen Modellcharakter für ganz NRW.

So wurde beispielsweise die Düsseldorfer Praktikumsbörse – ein digitales Matchingtool zwischen Schulen und Betrieben – hier maßgeblich weiterentwickelt. Auch neue Formate zur Stärkung der dualen Ausbildung, zur Elternarbeit oder für zielgerichtete Berufsvorbereitung an Schulen tragen die Handschrift des Kompetenzzentrums.


Bildungspartner auf Augenhöhe

Die Stärke des Kompetenzzentrums liegt in seiner Vernetzung: Es versteht sich als Dienstleister für Schulen, Unternehmen, Eltern und Jugendliche. Ziel ist es, jungen Menschen den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern – unabhängig von Herkunft oder Schulform. Gleichzeitig schafft das Zentrum Angebote für Unternehmen, die nach qualifiziertem Nachwuchs suchen.

Diese Netzwerkarbeit ist umso bedeutender angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels. Gerade in der dualen Ausbildung setzen Stadt, Wirtschaft und Arbeitsmarktakteure in Düsseldorf gezielt Impulse, um junge Menschen für Ausbildungsberufe zu begeistern – und das mit Erfolg.


Ausblick und Vision

Mit Blick auf die Zukunft bleibt das Kompetenzzentrum seiner Mission treu: Talente erkennen, Perspektiven schaffen, Brücken bauen. Bildung befindet sich in einem stetigen Wandel – das Kompetenzzentrum begleitet diesen Wandel aktiv, pragmatisch und stets mit einem Ziel: Kein Jugendlicher soll beim Übergang von der Schule in das Berufsleben verloren gehen.

„Das Düsseldorfer Modell zeigt, wie effektiv Zusammenarbeit funktionieren kann – und dass Berufliche Orientierung dann am besten gelingt, wenn Schule und Wirtschaft keine Gegensätze, sondern Partner sind“, so das Fazit der Beteiligten zum 19-jährigen Bestehen.


Über das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung
Gegründet im Jahr 2006, ist das Kompetenzzentrum eine gemeinsame Initiative von Stadt, Arbeitsagentur und den Organisationen der Düsseldorfer Wirtschaft. Die Stiftung Pro Ausbildung übernimmt die Geschäftsführung und steuert die Umsetzung vieler Programme. Im Mittelpunkt stehen Schüler*innen weiterführender Schulen, deren Eltern sowie Unternehmen in der Region.

www.kompetenzzentrum-duesseldorf.de

Deutschland steht vor einer Herausforderung, die tief ins Herz seiner Wirtschaftsstruktur reicht: Die duale Berufsausbildung – einst das Erfolgsmodell zur Fachkräftesicherung – gerät zunehmend unter Druck. Die Zahlen sind alarmierend: Im vergangenen Jahr blieben laut Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) rund 260.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Das sind über ein Drittel aller Lehrstellen. Die Ursachen sind vielfältig – und sie sind hausgemacht wie auch strukturell bedingt.

Jugend ohne Ausbildung: Warum viele junge Menschen nicht mehr einsteigen

Der demografische Wandel sorgt dafür, dass es weniger Schulabgänger gibt. Gleichzeitig zieht es immer mehr junge Menschen an die Hochschulen: Während im Jahr 2000 nur rund ein Drittel eines Jahrgangs studierte, waren es 2023 bereits fast 57 Prozent. Und wer kein Abitur hat, entscheidet sich laut einer Untersuchung der Bertelsmann Stiftung häufig lieber für eine ungelernten Job als für eine Ausbildung.

So viel Prozent der Unternehmen, die aktuell ausbilden oder dies in den vergangenen fünf Jahren getan haben, halten diese Aspekte für eine exzellente und innovative Berufsausbildung für relevant

Qualität braucht Qualifikation – aber nicht unbedingt das Abitur

Ein überraschender Befund: Knapp 90 Prozent der Unternehmen sagen, dass die Qualifikation der Bewerber entscheidend für eine hochwertige Ausbildung sei – dabei erwarten sie nicht zwangsläufig einen höheren Schulabschluss. Vor allem Ausbildungsplätze, die speziell für Hauptschüler gedacht sind, bleiben häufig leer. Das Problem ist also nicht nur der Schulabschluss, sondern oft die fehlende Passung zwischen den Anforderungen und den tatsächlichen Fähigkeiten der Bewerber.

Fördern statt fordern: Betriebe investieren in schwächere Azubis

Die Wirtschaft stellt sich um – notgedrungen. Sieben von zehn Unternehmen bieten laut IW-Forschung bereits Förderunterricht für leistungsschwächere Azubis an. Denn der Trend zeigt: Um ihre Ausbildungsplätze überhaupt besetzen zu können, greifen viele Betriebe auch auf weniger leistungsstarke Jugendliche zurück – und müssen diese intensiver betreuen.

Doch die Belastungsgrenze ist erreicht: Etwa die Hälfte dieser Unternehmen wünscht sich mehr externe Unterstützung. Idealerweise, so die IW-Studie, beginnt die gezielte Förderung bereits vor Ausbildungsbeginn und reicht bis zum erfolgreichen Abschluss.

So viel Prozent der Unternehmen, die aktuell ausbilden oder dies in den vergangenen fünf Jahren getan haben, stimmen diesen Aussagen zu den Aktivitäten ihrer betrieblichen Ausbilder zu

Mehr Perspektive, mehr Motivation: So werben Ausbilder um Azubis

Es geht längst nicht mehr nur darum, Auszubildende zu finden – es geht auch darum, sie zu halten. Acht von zehn Unternehmen setzen deshalb auf aktives Selbstmarketing: Sie zeigen ihren Azubis klare Entwicklungs- und Karriereperspektiven auf. Denn ein sicherer Arbeitsplatz und Aufstiegsmöglichkeiten sind für Jugendliche oft genauso entscheidend wie der Inhalt der Ausbildung selbst.

Gleichzeitig investieren viele Betriebe in die Qualifikation ihrer Ausbilder und setzen auf innovative Ausbildungskonzepte – ein wichtiger Hebel, um die Qualität der Ausbildung zu sichern.

Fazit: Die Ausbildung muss wieder attraktiv werden – für beide Seiten

Was bleibt, ist ein klarer Auftrag: Die duale Ausbildung muss neu gedacht und modernisiert werden. Politik, Schulen und Wirtschaft müssen zusammenarbeiten, um junge Menschen wieder für eine Ausbildung zu begeistern. Das bedeutet:

  • Mehr Berufsorientierung an Schulen

  • Gezielte Förderung vor und während der Ausbildung

  • Stärkere Unterstützung leistungsschwächerer Jugendlicher

  • Attraktive Entwicklungsperspektiven im Betrieb

Denn nur wenn Ausbildung wieder als echte Chance gesehen wird – von Jugendlichen wie von Unternehmen – kann das deutsche Erfolgsmodell der dualen Ausbildung gerettet werden.


Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft (IW): Was tun die Unternehmen gegen den Mangel an Auszubildenden?

Collage: cs

Heute richten wir den Blick auf die Zukunft unserer Gesellschaft: unsere Kinder und Jugendlichen. Der Internationale Tag der Jugend erinnert uns daran, wie wichtig es ist, junge Menschen weltweit zu stärken und ihre Belange ernst zu nehmen.

Als Unternehmerschaft und Stiftung haben wir uns der Mission verschrieben, junge Menschen bestmöglich auf die Lebens- und Arbeitswelt von morgen vorzubereiten. Unser vielfältiges Programm spiegelt unser Engagement wider:

> unser Kompetenzzentrum in Düsseldorf

> “Kluge Köpfe” und “Junge Visionäre” in Gelsenkirchen

> Girls und Boys Academie für chancengerechte Förderung

> MINT-Netzwerk zdi für naturwissenschaftlich-technische Bildung

 Der Internationale Tag der Jugend, von den Vereinten Nationen 1999 ins Leben gerufen, erinnert uns daran, wie wichtig es ist, junge Menschen weltweit zu stärken und ihre Belange ernst zu nehmen.

Mit 1,8 Milliarden jungen Menschen zwischen 10 und 24 Jahren ist dies die größte Jugendgeneration der Geschichte. Sie bringen frische Perspektiven, innovative Ideen und den Mut zur Veränderung mit – Eigenschaften, die unsere Welt dringend braucht. 

Gleichzeitig stehen sie vor einzigartigen Herausforderungen: digitaler Wandel, Klimakrise, veränderte Arbeitsmärkte und gesellschaftliche Umbrüche.

Deshalb ist es so wichtig, in die Jugend zu investieren. Studien zeigen: Jeder Euro, der in Jugendförderung fließt, bringt gesellschaftlich das Siebenfache zurück. Bildung, Mentoring und frühzeitige Berufsorientierung schaffen nicht nur individuelle Chancen, sondern stärken unsere gesamte Wirtschaft und Gesellschaft.

Gemeinsam mit unseren starken Partnern haben wir ein Netzwerk geschaffen, das junge Talente entdeckt, fördert und auf ihrem Weg begleitet. Diese Vielfalt an Initiativen macht uns stolz – denn jeder junge Mensch verdient die Chance, sein Potenzial zu entfalten.

Die duale Ausbildung gilt weiterhin als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und ist bei jungen Menschen beliebt – zumindest auf dem Papier. Doch ein genauerer Blick zeigt: Besonders Jugendliche mit niedriger Schulbildung wählen nach dem Abschluss oft einen anderen Weg – sie steigen direkt in ungelernte Tätigkeiten ein. Was auf den ersten Blick wie ein pragmatischer Start ins Berufsleben wirken mag, kann sich langfristig zu einem echten Risiko entwickeln – für die Betroffenen ebenso wie für den Arbeitsmarkt.

Direkt ins Geldverdienen statt ins Lernen?

Laut der aktuellen Jugendbefragung „Ausbildungsperspektiven 2025“ möchte jede:r Fünfte nach dem Schulabschluss zunächst arbeiten, anstatt eine Ausbildung zu beginnen. Besonders stark verbreitet ist dieser Wunsch bei Jugendlichen mit niedriger Schulbildung. Über ein Viertel der Befragten sieht in der Möglichkeit, direkt zu arbeiten, einen entscheidenden Grund gegen eine Ausbildung.

Diese Entscheidung fällt nicht zwangsläufig aus Überzeugung. Viele der jungen Menschen fühlen sich schlichtweg nicht ausbildungsreif: Sie scheitern an Bewerbungen, glauben, den schulischen Anforderungen nicht gewachsen zu sein oder finden sich im Dickicht der Ausbildungsangebote nicht zurecht. Die Folge: Sie schlagen den Weg des geringsten Widerstands ein – rein in die Aushilfstätigkeit.

Ein Weg mit Folgen

Das mag kurzfristig Einkommen bringen, bedeutet langfristig aber oft Prekarität. Ohne Berufsabschluss sind die Risiken hoch: Arbeitslosigkeit, geringe Löhne, kaum Aufstiegschancen. Schon heute haben rund 2,86 Millionen junge Erwachsene in Deutschland keinen Berufsabschluss. Parallel dazu fehlen dem Arbeitsmarkt über eine halbe Million Fachkräfte – ein Missverhältnis, das sich angesichts des demografischen Wandels noch verschärfen wird.

„Sich beruflich zu qualifizieren, muss attraktiver sein als ungelernt zu arbeiten“, fordert Helen Renk, Expertin für berufliche Bildung bei der Bertelsmann Stiftung. „Nur so kann es gelingen, junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen – und sie langfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Was hilft: Orientierung und echte Perspektiven

Die Befragung zeigt, dass Jugendliche mit niedriger Schulbildung besonders stark von persönlichen und praxisnahen Unterstützungsangeboten profitieren könnten. Viele wünschen sich konkrete Hilfe beim Bewerbungsprozess oder eine Beratung, die wirklich auf ihre Lebenssituation eingeht. Auch Berater:innen außerhalb des Schulsystems – etwa von Jugendberufshilfen oder der Arbeitsagentur – spielen hier eine zentrale Rolle.

Jugendliche mit höherer Schulbildung wiederum beklagen eher den Mangel an Orientierung angesichts der Vielzahl an Ausbildungswegen. Auch hier braucht es mehr persönliche Beratung und niedrigschwellige Angebote an Schulen.

Ausbildung bleibt gefragt – trotz Unsicherheiten

Erfreulich ist: Grundsätzlich bleibt die Ausbildung beliebt. 43 Prozent der Jugendlichen streben diesen Weg an – mehr als ein Studium. Auch unter den Schüler:innen mit niedriger Schulbildung zeigen sich fast neun von zehn offen für eine Ausbildung. Gleichzeitig glauben jedoch 35 Prozent von ihnen nicht, dass sie einen Platz bekommen werden. Ein klares Alarmsignal – denn diese Unsicherheit mündet oft in die Entscheidung, zunächst zu jobben, statt langfristig in die eigene berufliche Zukunft zu investieren.

Aushilfsjob statt Ausbildung – Eine stille Notlage

Wenn junge Menschen lieber ungelernt arbeiten als eine Ausbildung zu beginnen, ist das kein individuelles Problem – sondern ein strukturelles. Es zeigt, dass viele Jugendliche am Übergang von der Schule in den Beruf den Halt verlieren. Fehlende Begleitung, Überforderung beim Bewerben, Unsicherheit über die eigenen Fähigkeiten: All das führt dazu, dass Chancen auf dem Ausbildungsmarkt ungenutzt bleiben.

Dabei haben gerade diese Jugendlichen enormes Potenzial – sie brauchen nur die richtige Unterstützung. Ausbildungscoaches, mehr Berufsorientierung an Schulen, niedrigschwellige Beratung: All das kostet Geld, aber kein Vergleich zu dem, was ein verpasster Berufsabschluss langfristig kostet – sozial wie wirtschaftlich. Wir müssen jetzt handeln – sonst wächst uns die Gruppe der Ungelernten weiter davon.

CHRISTOPH SOCHART
Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung

Wer in diesen Tagen durch die Fernsehwerbung zappt, könnte meinen: Frauen haben ihren Platz gefunden. Sie sprechen als Expertinnen über Finanzen, präsentieren souverän das neueste Technikprodukt und treten mit natürlicher Ausstrahlung auf. Und tatsächlich: Die Darstellung von Frauen hat sich verändert – wie eine neue Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) belegt. Doch der Fortschritt hat Grenzen. Und diese verlaufen – einmal mehr – entlang der Altersgrenze von 45 Jahren.

Frauen heute: selbstbewusst, kompetent – und jung
Die Analyse von 350 TV-Spots aus den Jahren 2016 und 2024 zeigt: Frauen werden heute seltener auf ihr Äußeres reduziert. Der Anteil klassisch inszenierter Schönheitsideale (helle Haut, lange Haare, schlanke Figur) sank von 73 % auf 58 %, auch perfekt retuschierte Werbegesichter sind rückläufig. Stattdessen zeigt sich ein Trend zu mehr Natürlichkeit und Nahbarkeit – ein Fortschritt, der auch in der Wirtschaftskommunikation und im Marketing diskutiert wird. Besonders auffällig: Immer mehr Frauen werden als Fachfrauen oder Entscheidungsträgerinnen gezeigt, gerade in Bereichen wie Finanzen oder Telekommunikation.

Der blinde Fleck: Frauen über 45
Doch während Diversität in Hautfarbe, Stil und Beruflichkeit langsam Einzug hält, bleibt eine Gruppe fast unsichtbar: Frauen ab der Lebensmitte. Zwar ist ihr Anteil in TV-Werbung leicht gestiegen – von 10,5 % auf 15,5 % – doch gemessen an ihrem Anteil an der Gesellschaft ist das verschwindend gering. „Die Fernsehwerbung spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen, hinkt dem demografischen Wandel aber oft hinterher“, bringt es Studienautorin Merle Matthies auf den Punkt.

Das hat Folgen: Nicht nur bleiben ältere Frauen in der medialen Repräsentation unterbelichtet – es entsteht auch ein normatives Bild davon, wie eine „sichtbare“ Frau auszusehen hat: jung, fit, attraktiv. Wer nicht (mehr) in dieses Raster passt, kommt schlicht nicht vor. Das ist problematisch – insbesondere in einem Land mit einer alternden Bevölkerung und einer wachsenden Zahl beruflich aktiver Frauen über 50.

Branchen im Vergleich: Finanzwelt progressiv, Lebensmittel klassisch
Wie unterschiedlich Werbung mit Rollenbildern umgeht, zeigt sich im Branchenvergleich. Während Spots aus der Finanz- und Telekommunikationsbranche zunehmend Frauen in aktiven, beruflichen Rollen zeigen, bleibt das Rollenbild in der Lebensmittelwerbung überraschend konservativ. Hier dominiert noch immer die Darstellung der fürsorglichen Mutter oder fleißigen Hausfrau.

Ebenfalls ernüchternd: In der Kosmetikbranche liegt der Anteil sexualisierter Darstellungen nach wie vor bei 24 % – ein deutlich höherer Wert als in anderen Bereichen. Das zeigt: Auch wenn der allgemeine Anteil sexistischer Inhalte in der TV-Werbung zurückgegangen ist (von 18 % auf 7 %), sind bestimmte Stereotype besonders hartnäckig.

Warum das Thema auch für Bildung und Gesellschaft wichtig ist
Die Repräsentation von Frauen in der Werbung ist mehr als ein mediales Randthema – sie beeinflusst, wie wir Geschlechterrollen wahrnehmen und was wir für „normal“ halten. Für Kinder und Jugendliche – und damit auch für Bildungsarbeit – ist das besonders relevant. Werbung vermittelt Botschaften, oft subtil, aber wirksam: Wer darf stark sein? Wer darf alt sein? Wer darf sichtbar sein?

Für Bildungsakteure heißt das: Medienkompetenz muss auch Geschlechterbilder kritisch hinterfragen. Gleichzeitig braucht es Vorbilder jenseits von Werbeidealen – in Schule, Beruf und Öffentlichkeit. Denn Sichtbarkeit ist eine Frage von Teilhabe.

Fortschritt mit Schatten
Die neue Studie aus Berlin zeigt: Die Werbewelt bewegt sich – aber sie bleibt selektiv. Frauen werden heute vielfältiger dargestellt als noch vor acht Jahren. Doch das Bild bleibt lückenhaft – besonders dann, wenn Frauen nicht mehr jung sind. Es ist an der Zeit, dass Werbung den gesamten Lebensverlauf von Frauen abbildet – und damit auch die Realität der Menschen, für die sie gemacht ist.

Oder um es mit den Worten von Prof. Dr. Andreas Baetzgen, dem Studienleiter, zu sagen: „Unternehmen, die sich hier als Vorreiter positionieren, können nicht nur gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, sondern auch wirtschaftlich profitieren.“

Weiterdenken:
Wie erleben Frauen über 45 ihre Darstellung in den Medien?
Wie können Bildungsinstitutionen ein realistischeres Frauenbild fördern?
Und: Wie viel Macht hat Werbung wirklich?

Quelle: HTW Berlin, Studie zu Frauenbildern in der TV-Werbung 2016–2024 (veröffentlicht am 13. Mai 2025).

Was brauchen Kinder und Jugendliche wirklich, um gut durch ihre Schulzeit zu kommen? Diese Frage stellt sich nicht nur mit Blick auf Noten, Lernpläne und Abschlüsse – sondern auch mit Blick auf das, was oft unsichtbar, aber elementar ist: das Gefühl von Zugehörigkeit.

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt eindrucksvoll, was jungen Menschen im Alter von 10 bis 15 Jahren wirklich wichtig ist: soziale Beziehungen und digitale Teilhabe. Freund:innen treffen, mitreden können, dazugehören – und mit dem Handy online sein, wenn die Gruppe chattet oder gemeinsam spielt. Es geht um Teilhabe im wörtlichen Sinne: mitmachen können. Wer da nicht mithalten kann – sei es aus finanziellen Gründen oder wegen mangelnder Mitbestimmung – läuft Gefahr, außen vor zu bleiben.

Dabei haben die Jugendlichen ihre Bedarfe klar im Blick: Sie wollen sich einbringen, mitgestalten und ernst genommen werden. Und sie wissen sehr genau, was sie dafür brauchen. Fast alle wünschen sich interessante Aufgaben und die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Mehrheit möchte mitbestimmen – nicht nur über die Freizeit, sondern auch im Unterricht. Und: Sie wollen in ihrer Lebenswelt gesehen werden – mit allen Sorgen, Bedürfnissen und Potenzialen.

Diese Erkenntnisse greifen wir im Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung auf.

Denn Zugehörigkeit ist nicht nur ein Gefühl – sie ist eine Voraussetzung für Entwicklung, für Perspektiven und damit auch für gelingende berufliche Orientierung. Wenn junge Menschen nicht teilhaben können – sozial, kulturell oder digital –, dann fehlen ihnen oft auch die Möglichkeiten, ihre Stärken zu entdecken, neue Erfahrungen zu machen und eine eigene Zukunftsvision zu entwickeln.

Deshalb planen wir im Projektjahr 2026 einen neuen, thematisch ergänzenden Baustein für unsere Arbeit. Im Herbst 2025 starten mit einer kleinen Pilot-Initiative. Ziel ist es, mit Schülerinnen und Schülern gemeinsam herauszuarbeiten, wie wir soziale und digitale Teilhabe systematisch in die schulische Berufsorientierung integrieren können.

Wir wollen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern erkunden, was junge Menschen konkret brauchen, um sich beruflich orientieren zu können – jenseits von Bewerbungen und Praktikumsplätzen. Denn Teilhabe fängt früher an: Wenn ich mich nicht gesehen fühle, nicht mitkomme, mir die Sprache fehlt – wie soll ich dann herausfinden, was ich einmal werden will?

Dabei geht es uns nicht nur um neue Inhalte, sondern auch um neue Zugänge und Formate: niedrigschwellig, lebensnah, dialogisch. Wir wollen zuhören, ernst nehmen, gemeinsam gestalten – so wie es die Jugendlichen selbst in der Studie fordern.

Unser Ziel: Berufliche Orientierung, die nicht nur informiert, sondern auch einlädt. Die nicht nur vermittelt, sondern verbindet. Die Kindern und Jugendlichen zeigt: Du wirst gebraucht. Deine Sicht zählt. Und du kannst etwas bewirken – in deiner Zukunft, aber auch schon heute.

Denn wer dazu gehört, kommt weiter. Und wer mitreden darf, wächst.

Collage: Christoph Sochart

Small Talk – für viele in Deutschland ist das nach wie vor ein schwieriges Thema. Zwar begegnet uns das kleine, lockere Gespräch fast täglich – an der Supermarktkasse, bei der Arbeit, auf Partys oder bei Netzwerkveranstaltungen. Dennoch tun sich gerade viele Jüngere schwer damit.

Eine aktuelle, repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag der Sprachlernplattform Babbel zeigt: Besonders die 18- bis 24-Jährigen empfinden Small Talk häufig als oberflächlich oder sogar als reine Zeitverschwendung. Fast die Hälfte dieser Altersgruppe fühlt sich in solchen Situationen unwohl. Ganz anders die Generation 55plus: Sie hat deutlich weniger Berührungsängste und erlebt Small Talk meist als angenehme Form der Kontaktaufnahme.

Interessant ist auch der Blick auf das Kommunikationsverhalten: Während sich die sogenannte Gen Z online oft sicher bewegt – schnell, direkt und persönlich – wirkt das spontane Gespräch im echten Leben eher befremdlich. Viele versuchen es sogar aktiv zu vermeiden.

Das klassische Wetterthema führt übrigens nach wie vor die Liste der beliebtesten Small-Talk-Themen an, gefolgt von Freizeitaktivitäten und Reisen. Persönlichere Themen wie Finanzen, Beziehungen oder gar Sexualität bleiben dagegen für die meisten tabu – zumindest bei den Älteren. Die Jüngeren sind hier etwas mutiger: Rund 28 Prozent finden Gespräche über Partnerschaft geeignet, und immerhin 12 Prozent trauen sich sogar an das Thema Sexualität heran.

Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede: Männer neigen etwas häufiger dazu, Small Talk als überflüssig abzutun oder aktiv zu vermeiden. Frauen greifen dagegen lieber auf die klassischen, unverfänglichen Themen zurück.

Im beruflichen Kontext sieht das Bild anders aus: Hier erkennen viele den Wert von Small Talk als soziales Bindemittel. Er lockert Meetings auf, verbessert das Betriebsklima und schafft eine Grundlage für vertrauensvolle Zusammenarbeit – auch wenn die wenigsten glauben, dass Small Talk ihnen direkt zu einer Gehaltserhöhung oder Beförderung verhilft.

10 Tipps, wie Small Talk gelingt:

Small Talk wird oft unterschätzt – dabei ist er mehr als nur belangloses Geplänkel. Richtig eingesetzt, schafft er Verbindungen, öffnet Türen und legt die Basis für tiefere Gespräche. Es lohnt sich also, ihn nicht als notwendiges Übel zu sehen, sondern als echte soziale Fähigkeit zu begreifen.

  1. Offen und freundlich starten: Ein Lächeln und ein einfaches „Hallo“ wirken oft Wunder.

  2. Einfache Themen wählen: Wetter, Reisen, Hobbys oder aktuelle Veranstaltungen sind gute Einstiege.

  3. Echtes Interesse zeigen: Fragen stellen und aufmerksam zuhören statt nur von sich selbst erzählen.

  4. Komplimente machen: Ein ehrliches Kompliment (z. B. zur Kleidung oder Präsentation) öffnet Türen.

  5. Gemeinsamkeiten finden: Auf Gemeinsamkeiten reagieren, etwa gleiche Interessen oder Erfahrungen.

  6. Aktiv zuhören: Nicht nur nicken, sondern mit Fragen und Kommentaren zeigen, dass man dabei ist.

  7. Locker bleiben: Small Talk soll leicht und entspannt wirken, nicht verkrampft oder verplant.

  8. Tabuthemen meiden: Politik, Religion oder Geld lieber erst später ansprechen – oder gar nicht.

  9. Humor nutzen: Ein kleines Lächeln oder ein netter Scherz kann ein Gespräch sehr auflockern.

  10. Mut haben zum Themawechsel: Wenn ein Gespräch stockt, ruhig ein neues Thema einbringen.

Ich bin ein echter Fan von Small Talk – zumindest in den richtigen Momenten. Auf Partys, Empfängen oder bei Veranstaltungen liebe ich es, ins Gespräch zu kommen, ein bisschen zu plaudern, zu lachen, Gemeinsamkeiten zu entdecken. Small Talk ist für mich eine Kunstform: Es geht nicht um Floskeln, sondern um echtes Interesse am Gegenüber. Ich höre gerne zu, stelle Fragen, lasse Raum für Gedanken, greife Dinge auf – und oft wird aus dem leichten Einstieg dann ein richtig gutes Gespräch.

Aber es gibt auch Situationen, in denen ich ganz anders ticke – zum Beispiel am Telefon. Wenn ich einen klaren Anlass habe oder spüre, dass mein Gegenüber eigentlich wegen eines konkreten Themas anruft, dann überspringe ich den Small Talk gerne und komme direkt zur Sache. Nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil es sich für mich dann einfach stimmiger anfühlt.

Manchmal irritiert das – ich habe schon oft gehört: „Ach so, du kommst direkt zum Punkt.“ Ja, genau. Ich denke dann: Wenn wir beide wissen, worum es geht, warum drumherumreden? Das bedeutet nicht, dass ich nicht an meinem Gegenüber interessiert bin – aber es gibt eben Momente für Leichtigkeit und Momente für Klarheit. Und ich mag es, beides gut zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Am Ende geht’s mir darum, dass Kommunikation ehrlich, aufmerksam und situativ sein darf – mal leicht, mal direkt, aber immer respektvoll. Ob beim entspannten Plausch am Buffet oder beim klaren Telefonat: Ich glaube daran, dass jedes Gespräch besser wird, wenn wir es mit echtem Interesse und einem feinen Gespür für den Moment führen.