Digitale Generation? Vielen Jugendlichen fehlen grundlegende IT-Kompetenzen

So viel Prozent der 16- bis 24-Jährigen in diesen EU-Ländern hatten im Jahr 2025 zumindest grundlegende digitale Fertigkeiten
Smartphones gehören für Jugendliche längst zum Alltag. Sie chatten, filmen, posten und bewegen sich selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch wer daraus schließt, junge Menschen verfügten automatisch über ausgeprägte digitale Kompetenzen, irrt. Eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Ein erheblicher Teil der Jugendlichen verfügt nicht über die digitalen Basiskenntnisse, die für Schule, Ausbildung und Beruf heute unverzichtbar sind.
Digitale Nutzung ist nicht gleich digitale Kompetenz
Zwischen der täglichen Nutzung digitaler Geräte und dem kompetenten Umgang mit ihnen besteht ein großer Unterschied. Viele Jugendliche wissen zwar, wie Apps funktionieren oder Inhalte in sozialen Medien erstellt werden. Deutlich schwieriger wird es jedoch, wenn Informationen kritisch bewertet, Tabellen erstellt, Daten sicher verwaltet oder digitale Werkzeuge zielgerichtet für Lern- und Arbeitsprozesse eingesetzt werden sollen.
Dabei werden genau diese Fähigkeiten in nahezu allen Ausbildungsberufen und Studiengängen zunehmend vorausgesetzt. Digitale Kompetenz bedeutet heute weit mehr als die Bedienung eines Smartphones. Gefragt sind Problemlösungskompetenz, Informationsbewertung, Datensicherheit und der souveräne Umgang mit digitalen Anwendungen.
Unternehmen spüren die Defizite
Für unsere Ausbildungsbetriebe wird diese Entwicklung zunehmend zur Herausforderung. Auszubildende bringen zwar oft eine hohe Affinität zu digitalen Medien mit, verfügen jedoch nicht immer über die notwendigen Grundlagen für den beruflichen Alltag. Tabellenkalkulation, Textverarbeitung, Datei- und Datenmanagement oder der sichere Umgang mit IT-Systemen müssen häufig erst im Betrieb vermittelt werden.
Gleichzeitig verändert die Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt in rasantem Tempo. Wer KI-Anwendungen sinnvoll nutzen möchte, benötigt fundierte digitale Grundkompetenzen. Ohne dieses Fundament können die Chancen der Digitalisierung nur eingeschränkt genutzt werden.
Digitale Bildung beginnt früh
Die Studie macht deutlich, dass digitale Bildung bereits in der Schule systematisch vermittelt werden muss. Dabei geht es nicht allein um technische Ausstattung, sondern vor allem um verbindliche Lerninhalte und gut qualifizierte Lehrkräfte. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die jungen Menschen praxisnahe Einblicke in digitale Arbeitswelten ermöglichen.
Programme der Berufsorientierung, beispielsweise das Düsseldorfer Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung oder die MINT-Angebote des MINT-Netzwerk „zdi Düsseldorf“ sowie Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben (wie die erprobten Lernpartnerschaften in Düsseldorf) leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie helfen Jugendlichen, digitale Werkzeuge nicht nur zu konsumieren, sondern produktiv und verantwortungsvoll einzusetzen.
Eine gemeinsame Aufgabe
Düsseldorf, NRW und Deutschland stehen vor der Herausforderung, den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten. Dafür braucht es gut ausgebildete Fachkräfte mit sicheren digitalen Kompetenzen. Schule, Elternhaus, Wirtschaft und Politik tragen gemeinsam Verantwortung dafür, junge Menschen auf diese Zukunft vorzubereiten.
Denn digitale Kompetenzen sind längst keine Zusatzqualifikation mehr. Sie gehören heute zu den grundlegenden Kulturtechniken – vergleichbar mit Lesen, Schreiben und Rechnen. Wer sie beherrscht, verbessert seine Chancen auf Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe. Wer sie nicht besitzt, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren.
