Versorgungskette soll Jugendlichen ohne Abschluss den Weg ebnen – Düsseldorf setzt auf vernetzte Unterstützung

Von Christoph Sochart
In Nordrhein-Westfalen verlassen, wie überall in Deutschland, junge Menschen die Schule auch ohne Abschluss. Rund 7.500 Schülerinnen und Schüler sind davon betroffen. Der Anteil liegt bei knapp vier Prozent, doch für jeden Einzelnen bedeutet das einen schwierigen Start ins Berufsleben. Genau hier setzt die neue „Versorgungskette“ an.
Heute stellten die Kommunale Koordinierung und das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung das Konzept in einer Informationsveranstaltung vor. Ziel ist es, dass kein junger Mensch ohne Perspektive zurückbleibt. Die Versorgungskette soll Schule, Beratung, Jugendhilfe und Übergangsangebote so miteinander verknüpfen, dass Jugendliche nicht zwischen den Systemen verloren gehen.
Düsseldorf verfügt bereits über zahlreiche Möglichkeiten, Jugendliche in dieser Situation zu unterstützen. Viele davon sind jedoch nicht überall bekannt. Ein Teil der Veranstaltung war deshalb einer Klausurtagung für Lehrkräfte gewidmet. Dort wurden die vorhandenen Angebote vorgestellt, damit Lehrerinnen und Lehrer frühzeitig erkennen, welche Hilfe für welche Schülerin oder welchen Schüler passt.
Der Ansatz setzt früh an. Wer die Schule ohne Abschluss verlässt, hat es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Frühzeitige Beratung, individuelle Begleitung und konkrete Anschlussperspektiven können den Weg in Ausbildung oder weiterführende Qualifizierung deutlich erleichtern.
Die Veranstaltung zeigt, dass die Verantwortung nicht allein bei der Schule liegt. Erst wenn Stadt, Schulen und Beratungsstellen eng zusammenarbeiten, lässt sich jeder einzelne Fall auffangen. Jeder unversorgte junge Mensch ist einer zu viel, und die Versorgungskette soll dafür sorgen, dass es in Düsseldorf künftig weniger werden.