In die­sen Tagen wur­den zwei Bil­dungs­be­rich­te ver­öf­fent­licht, die es in sich haben. Der eine ist der Bun­des­bil­dungs­be­richt und der zwei­te kommt von der Initia­ti­ve Neue Sozia­le Markt­wirt­schaft (INSM).

Ers­ter Trend: Der Drang zu höhe­ren Bil­dungs­ab­schlüs­sen scheint vor­bei zu sein. Die Quo­ten beim Über­gang auf das Gym­na­si­um sin­ken, eben­so die Absol­ven­ten­quo­ten beim mitt­le­ren Schul­ab­schluss und auch beim Abitur. Außer­dem sehen die Autoren Defi­zi­te beim The­ma Digi­ta­li­sie­rung — sowohl in den Schu­len als auch bei den Schü­lern.

Die Coro­na-Wochen waren in unse­ren Schu­len eine Art „Feld­ver­such“, der neben viel Enga­ge­ment auch Lücken zeig­ten – vor allem in der Digi­ta­li­sie­rung. Wir berich­te­ten bereits in die­sem Pod­cast dar­über: vie­le Schü­ler sind zuhau­se digi­tal kaum zu errei­chen, es gibt aber auch Lehr­kräf­te, die sehr unsi­cher in die­sem Bereich sind und dann lie­ber gar nichts anbie­ten. Und letzt­end­lich fehlt es auch an digi­ta­ler Infra­struk­tur.

Von den Autoren des Bil­dungs­be­richts kommt die kla­re Emp­feh­lung: Digi­ta­le Medi­en las­sen sich nur dann nach­hal­tig ins Ler­nen ein­bin­den, wenn neben einer bes­se­ren tech­ni­schen Infra­struk­tur auch ver­stärkt in die Qua­li­fi­zie­rung der Lehr­kräf­te inves­tiert wird.”

Aber auch grund­sätz­li­che Defi­zi­te bei den Schü­lern wer­den ange­spro­chen: Es hat zwar heu­te fast jeder ein Smart­pho­ne. Aber über alle Bil­dungs­be­rei­che hin­weg ver­fü­ge “ein beträcht­li­cher Teil der Kin­der, Jugend­li­chen oder Erwach­se­nen bis­lang allen­falls über rudi­men­tä­re digi­ta­le Kom­pe­ten­zen”. Die Prä­si­den­tin der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz (KMK) und rhein­land-pfäl­zi­sche Bil­dungs­mi­nis­te­rin Ste­fa­nie Hubig (SPD) nann­te als Bei­spiel den Umgang mit soge­nann­ten Fake News.

Auch die Lage bei der Berufs­aus­bil­dung bleibt ange­spannt: Obwohl es freie Aus­bil­dungs­plät­ze gibt, bleibt ein Teil der Jugend­li­chen ohne Lehr­stel­le. Die Bil­dungs­ex­per­ten emp­feh­len: “Soll der Fach­kräf­te­be­darf lang­fris­tig gedeckt wer­den, müs­sen zudem mehr Betrie­be dar­über nach­den­ken, auch Jugend­li­chen ohne oder mit nied­ri­gem Bil­dungs­ab­schluss die Chan­ce auf einen Aus­bil­dungs­platz zu geben”.

Blickt man dage­gen auf das The­ma Stu­di­en­ori­en­tie­rung, erkennt man, dass das Inter­es­se an einem Stu­di­um unge­bro­chen ist. Im Bil­dungs­be­richt wird damit gerech­net, dass die Nach­fra­ge nach Stu­di­en­plät­zen bis 2030 auf dem heu­ti­gen Niveau blei­ben wird. Pro Jahr fan­gen rund 500 000 Men­schen ein Stu­di­um an. Die Arbeits­markt­chan­cen für Aka­de­mi­ker wer­den als “nach wie vor sehr gut” bezeich­net.